Virtuelle Weltleitmesse 08.03.2021, 08:00 Uhr

ISH digital startet Ende März

Mit über 190.000 Besuchern und rund 2.500 Messeständen zählt die ISH zu den weltweit größten Branchentreffs in den Segmenten Sanitär-, Heiz- und Raumlufttechnik. Alle zwei Jahre trifft sich das internationale Klientel normalerweise zum Austausch in Frankfurt am Main. Doch in der Corona-Pandemie ist auch dies anders: Wer die ISH 2021 besuchen möchte, kann das vom 22. bis 26. März bequem aus dem Home-Office heraus.

Wiedersehen nur virtuell: Aufgrund der Corona-Pandemie findet die ISH in diesem Jahr rein digital statt. Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/ Pietro Sutera

Wiedersehen nur virtuell: Aufgrund der Corona-Pandemie findet die ISH in diesem Jahr rein digital statt.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/ Pietro Sutera

„Wenn wir schon keine physische Messe in Frankfurt abhalten können, dann bringen wir sie eben zu den Leuten nach Hause.“ Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, sieht es pragmatisch. Die ISH-Trägerschaft, bestehend aus dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), dem Fachverband Gebäude-Klima (FGK), der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), dem Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) und dem VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik, hatte sich im September vergangenen Jahres einstimmig für die Durchführung der Fachmesse als digitale Veranstaltung ausgesprochen. Also, so Marzin, habe man sich darauf fokussiert, was man schon immer am besten konnte: Angebot und Nachfrage zusammenbringen, Wissen vermitteln und neue Impulse und Lösungen zeigen.

Welche Formate bietet die digitale ISH?

Am 22. März nun ist es soweit: Fünf Tage lang will die ISH digital Branchenexperten zusammenbringen und vernetzen. „Wir haben in den vergangenen Wochen mehr als engagiert daran gearbeitet, dass die ISH 2021 die zentrale Branchen-Plattform für Business und Wissensaustausch für die SHK-Branche wird“, so Marzin. Dafür haben die Verantwortlichen ein Digitalkonzept entwickelt, dass im Wesentlichen auf zwei Bausteinen fußt: Herzstück des virtuellen Events ist die ISH digital Plattform. Sie bündelt alle Angebote der ausstellenden Firmen und ist zentraler Anlaufpunkt für die Fachbesucher. Teilnehmende Unternehmen haben hier die Möglichkeit sich mit Produkten, Informationen und Ansprechpartnern vorzustellen. Chatfunktionen sowie eins zu eins Video-Calls bieten die Chance für einen direkten Kontakt. Unternehmen, die sich an der ISH digital beteiligen, können unter drei Leistungspaketen wählen: Basic (7.500 Euro), Advanced (12.500 Euro) und Premium (29.500 Euro). Für Unternehmensgründer gibt es außerdem ein Start-up-Paket (750 Euro). Ein weiteres Feature ist ein intelligentes Matchmaking-Tool, das unter Einsatz von künstlicher Intelligenz potenzielle Gesprächspartner für einen Austausch identifiziert. Die zweite Komponente ist der ISH Contactor, eine Suchmaschine für Unternehmen und Produkte aus den Bereichen Wasser, Wärme und Klima. Die Übersicht ist bis zur nächsten ISH im Jahr 2023 verfügbar. Einen Monat vor Messestart waren hier rund 250 Unternehmen gelistet. Darüber hinaus sind zahlreiche Live-Streamings und On-Demand-Übertragungen geplant. Alle Features sind während der Veranstaltung, rund um die Uhr, über die verschiedenen Zeitzonen hinweg, weltweit verfügbar. Das bietet den Besuchern die Möglichkeit zu einer zeit- und ortsunabhängigen Teilnahme an Vorträgen, Produktvorstellungen und Präsentationen.

Präsentation im Netz: Fachmesse auch in der Pandemie ein wichtiger Baustein

Um ihre Kunden in Zeiten einer weltweiten Pandemie zu erreichen und Produkte angemessen vorstellen zu können, haben die meisten Unternehmen in den vergangenen Monaten intensiv an neuen Wegen der Kommunikation gearbeitet. Viele nutzen jetzt auch die ISH als Plattform. Doch es gibt durchaus unterschiedliche strategische Ansätze.

Daikin zählt zu den Hauptsponsoren auf der ISH digital. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten europaweit bereits mehrere digitale Events realisiert, von dem Erfolg der virtuellen Messe ist man bei dem Wärmepumpenhersteller überzeugt: „Wir wollen die digitalen Möglichkeiten auf der ISH nutzen, um unsere Kunden, bestehende wie potenzielle, zu treffen. Nur gemeinsam können wir die Heizungsbranche zukunftsfähig in Richtung Nachhaltigkeit gestalten. Über diese Chancen wollen wir uns austauschen“, so Patrick Crombez, General Manager Heating and Renewables bei Daikin Europe. Im Rahmen der Messe präsentiert man eine Vielzahl an Webinaren in englischer und deutscher Sprache, beispielsweise zu Themen wie „Wärmepumpen für den Renovierungsmarkt“, „neue Wärmepumpensysteme“ oder „staatliche Förderungen für Wärmepumpen“. „Wir bieten Interessierten zahlreiche Informationsmöglichkeiten. Dabei vergessen wir nicht, dass neue Online-Formate Live-Events nicht ersetzen, gleichwohl durchaus ergänzen können und künftig auch werden”, sagt Bernhard Schöner, Leiter Corporate Communication der Daikin Airconditioning Germany GmbH.

Mit dem ersten digitalen Technikforum hat Buderus im vergangenen Jahr bereits gute Erfahrungen gemacht. Zur ISH 2021 wird man Heizungsfachfirmen verschiedene digitale Angebote machen, um über Neuheiten und Weiterentwicklungen zu informieren.

Foto: Buderus

Auch bei Aussteller Buderus hofft man auf einen baldigen persönlichen Kontakt: Neben den Online-Plattformen der Messe Frankfurt informiert man seine Kunden auf eigenen Kanälen und plant darüber hinaus – im Rahmen der dann geltenden Regeln – ab April 2021 auch lokale und regionale Veranstaltungen in ganz Deutschland. Vorgesehen sind individuell auf Kundengruppen zugeschnittene Informationsangebote. „So erreichen wir auch Heizungsfachbetriebe, die wir in Frankfurt aufgrund der Entfernung vielleicht nicht getroffen hätten“, so Vertriebsleiter Stefan Thiel. Um sich auf der ISH zielführend zu präsentieren, habe man einen hohen Aufwand betrieben: „Wir setzen alles daran, die bekannte Qualität unseres Messeauftritts auch digital widerzuspiegeln.“

Geschäftsführer Clemens Dereschkewitz präsentiert zur ISH die Neuheiten von Glen Dimplex Deutschland erneut auf digitalem Weg.

Foto: Glen Dimplex

Glen Dimplex Deutschland wird sich ebenfalls mit vielfältigen Online-Angeboten an der ISH digital beteiligen. Das Unternehmen war einer der ersten SHK-Hersteller, der bereits im Frühjahr 2020 mit Beginn der Corona-Pandemie interaktive Live-Messeshows angeboten hat. „Wir setzen auf Interaktion, Dialog und auf unterhaltsame Information. So erhalten unsere Geschäftspartner nicht nur jede Menge wertvolle Informationen, sondern haben auch immer die Möglichkeit, mit uns ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen“, berichtet Heiko Folgmann, Director Sales Heating.

Unternehmen setzen auf vielfältige Digitalstrategien

Bei Roth in Dautphetal nutzt man zwar auch die Chance sich auf der ISH zu präsentieren, hat darüber hinaus aber einen eigenen virtuellen Messestand für den Auftritt im Netz entwickelt. Der Showroom auf der firmeneigenen Webseite beinhaltet umfassende Informationen über die firmeneigenen Energiesysteme. SHK-Fachhandwerker, Partner des Fachgroßhandels, Architekten und Planer können sich hier digital mit ihrem Roth-Ansprechpartner zu einem geführten Rundgang treffen. Verkaufsleiter Rüdiger Heinz erklärt: „Unsere Markenkommunikation lebt sehr stark von persönlichen Kontakten. Diese ergänzen wir nun weiter mit digitalen Kundenservices und Marketinginstrumenten.“ Der virtuelle Rundgang führt von der Energieerzeugung mit Wärmepumpen- und Solarsystemen über die Energienutzung mit Flächenheiz- und kühlsystemen, Rohr-Installationssystemen und Wohnungsstationen bis zur Energiespeicherung.

Mit einem virtuellen Messestand möchte die Roth Werke GmbH ihre Produktlösungen im Netz besser erfahrbar machen.

Foto: Roth Werke

„Die Pandemie schränkt unser Leben ein, keine Frage. Aber das hindert uns nicht daran, die Nähe und unsere gute Kommunikation mit den SHK-Handwerkern und Installateuren, und den TGA-Fachplanern aufrechtzuhalten“, so Heinz-Werner Schmidt, Geschäftsführer der Marken Brötje und Remeha in der BDR Thermea Gruppe. „Wir müssen uns lediglich an die aktuellen Bedingungen anpassen.“ Das habe man mit einer neuen digitalen Plattform, von der sich Interessierte vom 22. bis 26. März erstmals ein Bild machen können, getan. Hier werden in der Messewoche beispielsweise diverse Fachforen in Tageschau-Qualität zu finden sein. Eigens dafür steht ein Live-Studio mit Moderator und einer Vielzahl von Experten zur Verfügung. Darüber hinaus ist ein Live-Austausch mit den Ansprechpartnern von Brötje und Remeha möglich. Das Themenspektrum auf der Webseite ist breit und reicht von Branchentrends über gesetzliche Herausforderungen und finanzielle Förderpakete bis zu individuellen Produktlösungen.

Zur Präsentation des gesamten Produktportfolios sowie der gezielten Ansprache von Integratoren, Betreibern, Planern und Endkunden hält die Deos AG zum Start der ISH digital noch eine Besonderheit bereit: Am 22. März öffnet das neue digitale Gebäude des TGA-Automations- und -Integrationsexperten aus Rheine. Multimedial werden hier Besucher abgeholt und auf virtuellen 360 °-Touren durch das Gebäude und so an die Produkte der Niedersachsen herangeführt. Kostenlose Webinare zu diversen Themen runden das Angebot ab. Diese finden eine Woche nach der digitalen ISH vom 29.03. bis zum 01.04. statt und werden von Experten aus Produktmanagement, Entwicklung, Vertrieb oder Marketing gehalten.

Konjunktur: SHK-Branche weiterhin stabil

Im Vergleich zu vielen anderen Branchen steht die SHK-Branche gut da: Die Umsätze im Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik konnten in 2019 im Vergleich zu 2018 um 3,2 % auf 60,9 Milliarden Euro gesteigert werden, so das Ergebnis einer Studie, die die B+L Marktdaten GmbH im Auftrag der Messe Frankfurt, der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und des VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik erstellt hat. Auch für das Jahr 2020 gehen die Analysten trotz der Auswirkungen der Covid 19-Pandemie von einer weiteren Umsatzsteigerung aus. Aktuell sieht sich die Branche mit verschiedenen Entwicklungen konfrontiert. Die COVID-19-Pandemie wirkt sich negativ auf die Nachfrage in den europäischen Nachbarländern aus und auch die Inlandsnachfrage, insbesondere im Neubau und im Nichtwohnbau, ist rückläufig. Dennoch ist die deutsche Bauwirtschaft nach Aussage der Analysten bisher besser durch die Krise gekommen als die in vielen anderen europäischen Ländern. Positive Impulse kommen insbesondere aus dem Bereich der Bestandsmaßnahmen. Die Förderungen im Rahmen des Klimapakets der Bundesregierung führen zu einem deutlichen Anstieg der Sanierungsmaßnahmen im Umfeld der Heizungs- und Gebäudetechnik. Die Maßnahmen im Bestand profitieren allerdings nicht nur von den Förderungen, sondern indirekt auch von der Covid-19-Pandemie. Viele Eigenheimbesitzer verbringen durch Home-Office oder Kurzarbeit mehr Zeit zu Hause oder verzichten auf die Urlaubsreise. Zeit und Geld werden ins Eigenheim investiert. In der aktuellen B+L Sanierungsstudie, für die im Juni 2020 mehr als 1.000 Sanierer befragt wurden, zeigt sich ein Anstieg bei der Maßnahmenhäufigkeit von Sanierung und Renovierung. Während beim Heizungsaustausch die Förderungen eine zusätzliche Rolle spielen und der entscheidende positive Treiber sind, ist der Wunsch nach Barrierefreiheit vielfach ausschlaggebend für eine Badsanierung. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Sanierung die krisenbedingten Rückgänge aus dem Neubau teilweise abfedert. Für die Haus- und Gebäudetechnikbranche ist damit auch der Ausblick für das laufende Jahr positiv.

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