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Pflege- und Gesundheitseinrichtungen 15.07.2026, 13:30 Uhr

Warmwasser auf Abruf: So schützt eine Seniorenresidenz vor Legionellen

Unser Trinkwasser zählt zu den in Deutschland am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Und dennoch birgt es Gefahren - vor allem für ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen. Wie Frischwarmwasserstationen helfen können vulnerable Personengruppen zu schützen, zeigt ein Beispiel aus der Schweiz.

Die Residenz liegt direkt neben einem Erholungsgebiet und möchte ein komfortables Leben im Alter ermöglichen. Entsprechend hoch sind die Qualitätsanforderungen. Foto: Tertianum Residenz Zollikerberg

Die Residenz liegt direkt neben einem Erholungsgebiet und möchte ein komfortables Leben im Alter ermöglichen. Entsprechend hoch sind die Qualitätsanforderungen.

Foto: Tertianum Residenz Zollikerberg

Die Verantwortlichen der Tertianum Residenz Zollikerberg setzen hohe Maßstäbe an: Den Bewohnern soll es in der „dritten Lebenshälfte“ an nichts fehlen. Die 1997 erbaute Seniorenresidenz verfügt über ein Hallenbad, ein Restaurant und einen hauseigenen Coiffeur sowie abwechslungsreiche Freizeitangebote mit regelmäßigen musikalischen, kulturellen und kulinarischen Events, Ausflügen, Sprach- und Gedächtnistrainings. Dieser selbst definierte Exzellenzanspruch setzt sich auch bei der Gebäudetechnik für die 70 Apartments und 24 Pflegezimmer umfassende Anlage fort. 
Daher entschiedet man sich im Zuge einer 
umfassenden energetischen Sanierung für den Einbau von zentralen Frischwarmwasserstationen für die Versorgung der Gäste.

Sole-Wasser-Wärmepumpe ersetzt Gas-/ Ölheizung

Die Gründe für die umfassende energetische Sanierung waren vielfältig. Zum einen entsprachen Heizungsanlage und Warmwasserbereitung nicht mehr dem Stand der Technik und hatten teilweise das Ende ihres Lebenszykluses erreicht. Zum anderen ermöglicht die neue Gebäudetechnik einen energieoptimierten Betrieb, der die Umwelt schont und die Betriebskosten erheblich senkt. So wurde die alte Gas-/Ölheizung durch eine Erdsondenwärmepumpe und eine Photovoltaikanlage für die benötigte Stromzufuhr ersetzt. Die gewonnene Erdwärmeenergie wird dabei zum Heizen sowie zur Warmwasserbereitung verwendet. Zur Speicherung der Wärmeenergie dient dabei der ehemalige Boiler des Gebäudekomplexes.

Trinkwasserversorgung für vulnerable Gruppen

Neben der Energieeffizienz waren noch weitere Aspekte zu berücksichtigen. Insbesondere die Trinkwasserhygiene spielt in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen eine zentrale Rolle. Eine effektive Legionellenprävention ist bei der herkömmlichen Speicherung von Warmwasser (wie etwa in einem Boiler) in der Regel mit einem erheblichen Aufwand verbunden: In der Tertianum Residenz wurde vor der Sanierung täglich die Temperatur des Wassers kontrolliert sowie dreimal wöchentlich das gespeicherte Trinkwarmwasser auf mindestens 65 °C erhitzt. Diese Maßnahmen zum Erhalt der Trinkwassergüte verursachten einen erheblichen Energie- und Personalaufwand.

DIe Frischwarmwasserstationen in 2er-Kaskade (im Bild ohne Abdeckung) nehmen nur minimalen Raum ein und versorgen dennoch alle hundert Gäste der Seniorenresidenz zuverlässig mit hygienischem Trinkwarmwasser. Foto: Taconova Group

Frischwarmwasserstationen: Intelligente Warmwasserversorgung auf Abruf

Die heute verwendeten Frischwasserwarmstationen verzichten auf die Bevorratung von Trinkwarmwasser im Speicher. Stattdessen wird das Trinkwasser erst bei Bedarf erwärmt. Durch den schnellen Austausch des so aufbereiteten Warmwassers wird das Risiko einer exponentiellen Legionellenvermehrung im Trinkwasser deutlich reduziert, da stagnierendes Wasser vermieden wird. Auch Energieverluste, die dadurch entstehen, dass aus Sicherheitsgründen regelmäßig große Mengen Wasser erwärmt werden, werden mit diesem System minimiert. „In der verbauten 2er-Kaskade wird eine Literleistung von 104 Litern pro Minute bei 65 °C Wasser-Primärtemperatur und einem Warmwasseraustritt von 60 °C gewährleistet. Damit ist die Leistung der Geräte sehr hoch“, berichtet Belma Albayrak von der Matica AG. Das Unternehmen hat als langjähriger Kooperationspartner des Herstellers sowohl die Planungsberatung als auch die Auslieferung übernommen.

Die Erwärmung des Trinkwassers erfolgt im Gegenstromprinzip über das Betriebswasser eines Pufferspeichers. Dabei wird dem Wärmespeicher nur so viel Energie entnommen, wie zur Aufrechterhaltung der voreingestellten Entnahmetemperatur nötig ist.

Frischwarmwasserstationen in Kaskade mit ­Zirkulationspumpe

In Anlagen wie der Tertianum Residenz Zollikerberg, wo viele Menschen gemeinsam leben, werden große Mengen Frischwarmwasser benötigt, insbesondere zu Stoßzeiten im Tagesablauf. Um einem solchen Bedarf gerecht zu werden, empfahlen die Experten von Matica den Einbau der beiden TacoTherm Fresh Peta-Stationen in Kaskadenschaltung. Durch einen täglich alternierenden Betrieb wird sichergestellt, dass beide Stationen gleichmäßig genutzt werden und über die Zeit hinweg vergleichbare Laufzeiten aufweisen. Ein besonderer Vorteil der Kaskadierung: Fällt eine der Stationen aus oder ist eine Wartung erforderlich, übernimmt die andere Station die Frischwarmwasserversorgung des Hauses. Versorgungsausfälle können so vermieden werden.

Sind mehrere Frischwasserstationen in Kaskade geschaltet, werden alle Parameter zentral an der Station mit Zirkulationspumpe eingestellt. Foto: Taconova Group

Um sofort die gewünschte Wassertemperatur an der Entnahmestelle zu gewährleisten, wurden die Trinkwasserstationen mit einer externen Zirkulationspumpe ausgestattet. Diese ermöglicht eine schnelle Warmwasserbereitstellung ohne Wartezeiten. Dies ist besonders in größeren Gebäuden oder bei langen Leitungswegen von Vorteil und trägt gleichzeitig zur Reduzierung des Wasserverbrauchs bei. Die externe Zirkulationspumpe ist ideal für Speicherschichtungen geeignet: Der Regler bestimmt je nach Temperaturhöhe, ob die Rücklauftemperatur in den unteren oder mittleren Teil des Speichers zurückgeführt wird. Dadurch wird die Energie effizient wiederverwendet, wenn sie im oberen Drittel des Speichers entnommen wird. Eine Temperaturdifferenz von etwa 5 K im Rücklauf wird dabei berücksichtigt.

(Text: Taconova / Marc Daniel Schmelzer)

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