Bund überarbeitet Förderrichtlinie 28.05.2021, 11:09 Uhr

Raumlufttechnische Anlagen: Jetzt Zuschüsse von bis zu 80 Prozent möglich

Seit Oktober vergangenen Jahres können Kommunen, Länder und Hochschulen Fördergelder für die Um- und Aufrüstung ihrer raumlufttechnischen Anlagen beantragen. Doch die Nachfrage war mäßig. Jetzt hat der Bund nochmals nachgelegt.

Förderung für raumlufttechnische Anlagen in öffentlichen Gebäuden: Die Um- und Aufrüstung wird vom BAFA jetzt mit bis zu 80 % bezuschusst. Foto: pantheredia.net/phovoir (YAYMicro)

Förderung für raumlufttechnische Anlagen in öffentlichen Gebäuden: Die Um- und Aufrüstung wird vom BAFA jetzt mit bis zu 80 % bezuschusst.

Foto: pantheredia.net/phovoir (YAYMicro)

Mit einer erheblichen Geldspritze wollte die Bundesregierung inmitten der Corona-Pandemie die Sicherheit in öffentlichen Gebäude stärken. Insgesamt 500 Millionen Euro wurden dafür zur Verfügung gestellt. Die Profiteure: Kommunen, Länder und Hochschulen. Die Aussicht auf Zuschüsse von bis zu 100.000 Euro sollten die Um- und Aufrüstung von stationären raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) in öffentlichen Gebäuden voranbringen. Das Echo jedoch war überschaubar, der Kreis der möglichen Antragsteller begrenzt. Seit dem 2. April nun gilt eine novellierte Version der Förderrichtlinie – mit höheren Zuschüssen und einem erweiterten Kreis möglicher Nutznießer.

Novelle der Bundesförderung für RLT-Anlagen: Was hat sich geändert?

Neu in der „Bundesförderung Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von stationären raumlufttechnischen Anlagen“ verankert ist, dass auch ausgewählte private Einrichtungen, wie Schulen, Kindertagesstätten oder Alten- und Pflegeheime, antragsberechtigt sind. Auch die Anteilsfinanzierung wurde erhöht, sodass statt bisher 40 % nun bis zu 80 % der förderfähigen Ausgaben bezuschusst werden können. Zudem wurde die Förderung weiterer technischer Maßnahmen ermöglicht. Beispielsweise ist jetzt auch die Nachrüstung einer Anlage zur Luftbehandlung durch UV-C Strahlung förderfähig. Die Erweiterung einer bestehenden RLT-Anlage durch nachträgliche Anbindung einzelner notwendiger Nebenräume ist nun ebenfalls förderfähig. Es können Maßnahmen an zentralen und dezentralen stationären Bestandsanlagen gefördert werden, die festmontiert und mit einem im Gebäude installierten Luftkanalsystem ausgestattet sind. Mindestens einer der an die RLT-Anlage angeschlossenen Räume muss mit einem Regelluftvolumenstrom von 400 m³/h (statt bisher 1.500 m³/h) oder mehr versorgt werden. Verantwortet wird das Förderprogramm nach wie vor vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Wer ist antragsberechtigt?

Hier wurde der Kreis der potenziellen Antragsteller erweitert. Von Zuwendungen profitieren können:

  • Länder und Kommunen sowie solche durch Beteiligung oder sonstige Weise zu mindestens 50 % vom Bund, von Ländern oder Kommunen finanzierte Unternehmen, institutionelle Zuwendungsempfänger, Hochschulen und Träger von öffentlichen Einrichtungen.
  • staatlich anerkannte allgemein- und berufsbildende Schulen in öffentlicher oder privater Trägerschaft sowie sonstige allgemein- und berufsbildende Schulen in öffentlicher oder privater Trägerschaft.
  • medizinische Einrichtungen: Krankenhäuser, Einrichtungen zur teilstationären Behandlung sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Leistungserbringer der vertragsärztlichen Versorgung, ambulante ärztliche Leistungserbringer, zugelassene Leistungserbringer von Heilmitteln, ambulante Rehabilitationseinrichtungen sowie sozialpädiatrische Zentren. Ebenso wie voll- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen, Heime gemäß des Heimgesetzes,Inklusionsbetriebe, Werkstätten und Einrichtungen der Behindertenhilfe, medizinische Behandlungszentren, Blindenwerkstätten, Tageseinrichtungen wie beispielsweise Kindertagesstätten.

Die Förderrichtlinie benennt für alle oben aufgelisteten Einrichtungen die zu erfüllenden gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Investitionen in die Um- oder Aufrüstung bestehender stationärer RLT-Anlagen, für Räume, in denen regelmäßig Personenansammlungen stattfinden. Die RLT-Anlage muss für mindestens einen Raum einen Regelluftvolumenstrom von 400 m³/h oder mehr aufweisen. Die Maßnahmen müssen dazu dienen, das Infektionsrisiko, ausgehend von potenziell virusbeladenen Aerosolen durch unzureichende Lüftung, in geschlossenen Räumen zu senken. Es dürfen ausschließlich eigens für die Maßnahmen neu erworbene Komponenten verwendet und eingebaut werden. Unter dem Begriff „Raumlufttechnische Anlage“ werden ausschließlich stationäre Bestandsanlagen subsumiert, die für die Zu- und Abführung sowie Verteilung der Luft mit einem im Gebäude fest installierten Luftkanalsystem ausgestattet sind (einschließlich Klimaanlagen).

Gefördert werden zudem der Erwerb und Einbau von Feinstaubfiltern der Gruppe ISO ePM1 mit einem Abscheidegrad von mindestens 70 % in eine vorhandene Filterstufe zur Reinigung der Umluft. Der auszutauschende Filter darf höchstens die Filterklasse F7 aufweisen. Notwendige Filtergehäuse werden mitgefördert. Ebenfalls förderfähig: der Erwerb und Einbau von Schwebstofffiltern der Klassen H13 oder H14 in eine vorhandene Filterstufe zur Reinigung der Umluft. Notwendige Filtergehäuse werden auch hier mit gefördert.

Darüber hinaus werden auch verschiedene Umbaumaßnahmen unterstützt:

  • Maßnahmen zur Umluftvermeidung beziehungsweise -reduzierung und zur Erhöhung des Außen- beziehungsweise Frischluftanteils (Außenluftzufuhr),
  • Maßnahmen zur Erhöhung der Frischluftzufuhr bei bestehenden reinen Zu-/Abluftanlagen,
  • Umbauten an der RLT-Anlage durch Zubau infektionsschutzgerechter Filterstufen,
  • Einbau einer Anlage zur Umluft-Desinfektion,
  • Erweiterung der bestehenden RLT-Anlage durch Anbindung einzelner notwendiger Nebenräume, die bisher nicht durch die RLT-Anlage versorgt werden,
  • Einbau von Steuerungs- und Regelungstechnik für den bedarfsgerechten Betrieb der RLT-Anlage, insbesondere mit CO2-Sensoren zur Einhaltung eines oberen CO2-Grenzwertes von 1.000 ppm,
  • Optimierung der Lüftungsströmung in den Räumen, die von einer RLT-Anlage versorgt werden.
  • Erstellung eines Konzepts zur infektionsschutzgerechten Lüftung für die Um- und Aufrüstung bereits bestehender RLT-Anlagen. Dies kann ausschließlich in Kombination mit anderen technischen Maßnahmen der Richtlinie gefördert werden.

Die Bedarfsermittlung und Planung ist ebenfalls förderfähig und zugleich zwingende Fördervoraussetzung für alle Teilmaßnahmen, die der Optimierung der Lüftungsströmung dienen.

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