Kaum Klimaanlagen in privaten Gebäuden 01.07.2021, 09:12 Uhr

Homeoffice: Im Sommer sinkt die Produktivität

Um die Temperaturen in ihren Büros auch im Sommer erträglich zu machen, setzen viele Firmen raumlufttechnische Anlagen ein. Im Homeoffice sind diese bisher aber nur spärlich vorhanden – mit deutlichen Auswirkungen auf die Produktivität von vielen Heimarbeitenden.

Bei sommerlichen Temperaturen leidet die Produktivität im Home-Office. Foto: panthermedia.net/ tommaso1979

Bei sommerlichen Temperaturen leidet die Produktivität im Home-Office.

Foto: panthermedia.net/ tommaso1979

Rund 45 % der Berufstätigen in Deutschland haben im Jahr 2020 nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom regelmäßig im Homeoffice gearbeitet. Von diesen 18,8 Millionen Menschen waren 10,5 Millionen sogar ausschließlich von zu Hause aus tätig – rund ein Viertel aller Beschäftigten. Was in der Pandemie zahlreiche Vorteile mit sich bringt, hat aber vor allem im Sommer bei sehr heißen Temperaturen einen entscheidenden Nachteil. Ohne Kühlung lässt die Konzentration nach, die Leistungsfähigkeit sinkt. Eine repräsentative Studie der tado GmbH belegt: Pro Tag verbringen die Deutschen durchschnittlich 2,2 Stunden in einem Raumklima von über 25 °C. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 24 °C als maximale Temperatur für angenehmes Arbeiten.

Homeoffice boomt durch Pandemie

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Millionen Berufstätige ins Homeoffice gewechselt – und bis heute nicht wieder in die Büros zurückgekehrt. Aktuell arbeitet jeder Vierte (25 %) ausschließlich im Homeoffice. Auf weitere 20 % (8,3 Millionen Menschen) trifft das zumindest teilweise zu, also nicht an allen Arbeitstagen pro Woche. Insgesamt arbeitet damit aktuell fast jeder Zweite (45 %) zumindest teilweise im Homeoffice. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.503 Erwerbstätigen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom. Auch nach Ende der Corona-Pandemie werden sehr viel mehr Menschen im Homeoffice arbeiten als zuvor. Nach Bitkom-Berechnungen wird mehr als jeder Dritte (35 %) den Arbeitsort flexibel wählen. Insofern werden die Umstände, unter denen ein Arbeiten von zuhause aus produktiv möglich ist, auch zukünftig von hoher Bedeutung sein.

Für produktives Arbeiten: Nicht mehr als 24 Grad im Homeoffice

Eine Temperatur von 25 °C und mehr wird als unangenehm heiße Raumtemperatur definiert. Durchschnittlich verbringen die Deutschen nach Zahlen des Münchener Herstellers von Steuerungslösungen für Heizungen und Klimaanlagen tado, rund 15 Stunden pro Woche bei diesen unangenehmen Temperaturen im eigenen Haus. Welche Auswirkungen ein solches Umfeld auf die Arbeit hat, wurde bereits in mehreren Studien untersucht. Die Ergebnisse kommen zu dem einheitlichen Schluss, dass ein zu heißes Raumklima die Produktivität beeinflusst. Zunehmende Schläfrigkeit, abnehmende Anstrengungsbereitschaft und Erholtheit sowie gestiegenes Empfinden der körperlichen Beanspruchung sind klare Indizien für eine gesunkene Produktivität. Die Integration von nachhaltigen Anpassungsmaßnahmen zur Temperaturregelung in Gebäuden ist daher ein wichtiger Schritt, um die wirtschaftliche Produktivität und die Gesundheit des Menschen vor dem Hintergrund eines sich ändernden Klimas zu erhalten. „Die jüngste Verschiebung von Arbeitsmustern hat die Notwendigkeit eines produktiven Arbeitsplatzes zu Hause ans Licht gebracht“, so tado-Mitgründer und CPO, Christian Deilmann. „Die Temperaturen in den eigenen vier Wänden sollten in einem angenehmen Bereich liegen und nicht als Ablenkung oder Hindernis empfunden werden.

Bedarf an Klimageräten nimmt zu

Um dies zu erreichen, kaufen immer mehr Menschen Klimaanlagen. Im Jahr 2019 kam nach Zahlen des Vergleichsportals Verivox nur in rund 3 % der deutschen Haushalte eine Klimaanlage zum Einsatz. Seitdem stiegen die Verkaufszahlen allerdings deutlich an: Alleine während der Corona-Krise sind die Importe von Klimakompaktgeräten, die in Wohngebäuden installiert werden, laut Statistischem Bundesamt um 90,4 % gestiegen. Ursache hierfür sind immer häufiger heiße Sommer mit historischen Temperaturrekorden. Die Internationale Energieagentur sagt voraus, dass sich der Bedarf an Klimaanlagen in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. Auch die vermehrte Zeit im Homeoffice wird die Nachfrage nach Klimaanlagen weiter erhöhen. Allerdings: Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ermittelt, dass zehn Prozent des globalen Stromverbrauchs auf das Konto von Klimageräten und Ventilatoren zur Kühlung der Raumluft gehen. Die Organisation schätzt, dass bis 2050 rund zwei Drittel aller Haushalte weltweit mit Klimaanlagen ausgestattet sein könnten. Nicht nur als Reaktion auf die Erderwärmung, sondern auch wegen des steigenden Wohlstands in warmen Gegenden der Welt.

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Von tado GmbH/ Marc Daniel Schmelzer

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