500 Millionen Euro für öffentliche Gebäude 23.10.2020, 10:00 Uhr

Bund fördert Um- und Aufrüstung von RLT-Anlagen

Mit einer weiteren Geldspritze will die Bundesregierung im Kontext der Corona-Pandemie die Sicherheit in öffentlichen Gebäude stärken: Seit 20. Oktober können Kommunen, Länder und Hochschulen Fördergelder für die Um- und Aufrüstung ihrer raumlufttechnischen Anlagen beantragen.

Förderung für raumlufttechnische Anlagen in öffentlichen Gebäuden: Die Um- und Aufrüstung wird vom BAFA jetzt mit bis zu 100.000 Euro bezuschusst. Foto: pantheredia.net/phovoir (YAYMicro)

Förderung für raumlufttechnische Anlagen in öffentlichen Gebäuden: Die Um- und Aufrüstung wird vom BAFA jetzt mit bis zu 100.000 Euro bezuschusst.

Foto: pantheredia.net/phovoir (YAYMicro)

Mit der kalten Jahreszeit wächst die Herausforderung Aerosol-schwangere – und damit potenziell infektiöse – Luft in Innenräumen regelmäßig mit Frischluft anzureichern beziehungsweise auszutauschen. Während Stoß- und Querlüften im Sommer beispielsweise in Schulen noch als Mittel der Wahl propagiert wurde, ist mittlerweile klar, dass Schüler in Daunenjacke und Mütze in den nächsten Monaten nicht das Bild im Unterricht bestimmen können und dürfen. Auch in Behörden, Rathäusern oder Hochschulen besteht dringender Handlungsbedarf. Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) daher jetzt die Um- und Aufrüstung raumlufttechnischer Anlagen in öffentlichen Gebäuden. Insgesamt steht eine halbe Milliarde Euro zu Verfügung.

Förderung von bis zu 100.000 Euro pro Anlage möglich

„Neben dem was jeder Einzelne zur Vermeidung von Ansteckungen tun kann, müssen wir auch unsere Gebäude so ausstatten, dass es dort möglichst nicht zu Infektionen kommt. Deshalb helfen wir den Kommunen und Ländern jetzt schnell, ihre Klima- und Belüftungsanlagen so auszurüsten, dass Ansteckungen vermieden werden können“, erläutert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Motivation des Förderprogramms. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören nicht nur der Erwerb und Einbau von Filtertechnik mit Virenschutzfunktion, sondern auch umfangreiche Umbaumaßnahmen. Beispielsweise wird auch die Umrüstung einer Umluftanlage zu einer Zuluftanlage gefördert. Auch die Ergänzung von Messtechnik zur verbesserten Steuerung der Anlage wird bezuschusst.

Gewährt werden finanzielle Zuschüsse für die entsprechende Um- und Aufrüstung von stationären RLT-Anlagen. Der Zuschuss beträgt 40 % der förderfähigen Ausgaben, maximal jedoch 100.000 Euro pro Anlage. Antragsberechtigt sind unter anderen Kommunen, Länder, Hochschulen sowie öffentliche Unternehmen. Förderanträge können auch noch das gesamte nächste Jahr bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden.

ZVSHK fordert Fördergelder auch für Neuanschaffungen

„Mitten in der wieder aufflammenden Corona-Pandemie ist das eine gute Nachricht!“, so Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Der Zentralverband hatte sich bereits im Frühjahr in Berlin dafür stark gemacht, hygienische Sanierungen von sanitären und lüftungstechnischen Einrichtungen in Schulen und anderen Gebäuden der öffentlichen Hand mit entsprechenden Programmen zu fördern. „Gerade in Schulen sollten die Arbeiten vor dem einbrechenden Winter angegangen werden“, fordert Bramann und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Neuanschaffung von RLT-Anlagen bisher nicht in die Förderung fällt. „Da nicht alle Schulen RLT-Anlagen besitzen, besteht hier aus unserer Sicht ebenfalls dringender Nachbesserungsbedarf.“ Gerade zur Verhinderung von erneuten Schulschließungen sei die Ausrüstung aller Schulgebäude notwendig.

Zudem sollte die Förderung nach Ansicht des Verbandes auch auf nichtöffentliche Gebäude sowie schnell wirksame Maßnahmen zur Nachrüstung einzelner gewerblicher Räume ausgedehnt werden, in denen sich in der Regel mehrere Personen gleichzeitig aufhalten. Das erhöhte Risiko der Infektion ohne angemessenen Luftaustausch in der bevorstehenden Winterzeit sei nicht nur bei Gebäuden der öffentlichen Hand gegeben. Vernünftiger als dauerhaftes „Fenster auf“ oder immer wieder umfassende Desinfektionen wären auch hier raumweise Nachrüstungen mit Be- und Entlüftungsanlagen, unterstreicht Bramann.

Mit dem folgenden Link geht es zum Podcast „Technik aufs Ohr“, Folge 31: Ist Fensterlüftung das beste Mittel gegen Corona-Viren?

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