Verpasste Chance für mehr Effizienz: 17.05.2021, 09:58 Uhr

Nur acht Prozent der Deutschen nutzen smarte Heizungsthermostate

Ein bedarfsgerechterer Verbrauch, individuelle Heizzeiten und eine größere Abrechnungstransparenz: Der Einsatz smarter Heizungsthermostate verspricht viele Vorzüge. Die meisten Verbraucher überzeugt dies bisher jedoch nicht.

Smarte Heizungsthermostate schonen Geldbeutel und Umwelt - dennoch fehlt die Akzeptanz beim Verbraucher. Foto: panthermedia.net/ AndreyPopov

Smarte Heizungsthermostate schonen Geldbeutel und Umwelt - dennoch fehlt die Akzeptanz beim Verbraucher.

Foto: panthermedia.net/ AndreyPopov

Dem smarten Zuhause gehört die Zukunft – doch in der Gegenwart hat sich zumindest smartes Heizen noch nicht durchgesetzt. Eine repräsentative YouGov-Umfrage belegt, dass lediglich acht Prozent aller Deutschen an ihren Heizkörpern smarte Thermostate nutzen. Insgesamt 2.043 Personen haben die Analysten im Rahmen der Erhebung im Februar 2021 um ihre Einschätzung gebeten. 16 % planen immerhin die Anschaffung der cleveren Regler, die man auch in der Mietwohnung selbst anbringen kann. Aber mehr als drei Viertel der Deutschen lassen die Heizvorteile liegen: Sie interessieren sich aktuell nicht für die Technologie, die sowohl Heizkosten als auch den CO2-Ausstoß reduzieren kann.

Motive der Nutzer: Heizkosten reduzieren und Komfort steigern

Fragt man Nutzer und Interessenten nach den Motiven für die erfolgte oder geplante Anschaffung von smarten Thermostaten, geht es den meisten um die Einsparung von Heizkosten (85 %). Auf Platz 2: der Komfort in der Steuerung (77 %), die Übersichtlichkeit und Möglichkeit der besseren Kontrolle überzeugt 70 % derjenigen, die bereits smarte Thermostate verwenden oder sich zumindest konkret dafür interessieren. Die Chance durch den Einsatz der intelligenten Technologie CO2 einzusparen motiviert zumindest 64 %.

Weniger überraschend sind weitere Ergebnisse der von der Viessmann-Gruppe beauftragten Umfrage: Der Anteil der Nutzer und potenziell Interessierten ist im Altersspektrum von 18 bis 34 Jahre am größten (32 %). Von den über 55-jährigen Befragten gaben nur 18 % an smarte Thermostate zu nutzen oder sich dafür zu interessieren. Auch die Haushaltsgröße spielt eine Rolle: Je mehr Menschen in einer Gemeinschaft leben, desto technologieoffener fällt ihre Antwort aus. Zudem ist die Akzeptanz bei Wohneigentümern größer als bei Mietern (12 % Nutzer und 20 % interessiert zu 4 % beziehungsweise 14 %).

Was können smarte Heizthermostate leisten?

Technologien wie smarte Thermostate können eine große Hilfe bei der automatisierten Einsparung von Heizenergie sein. Als Teil eines Smart Homes ermöglichen sie beispielsweise die zeitabhängige Temperatursteuerung des Wohnraumes über das Smartphone: Ist niemand zuhause kann die Heizung heruntergefahren werden, rechtzeitig zur Rückkehr der Bewohner wird die Temperatur wieder angehoben. Dieses punktgenaue Heizen ist nicht nur komfortabel, sondern spart auch Kosten. Darüber hinaus schaffen smarte Thermostate eine höhere Transparenz über den Verbrauch. So ist es möglich vordefinierte Heizzeiten direkt am Heizkörper festzulegen. Aus diesen Voreinstellungen können smarte Thermostate sogar „lernen” und die Temperatur in Abhängigkeit von Tag und Uhrzeit automatisch anpassen. Durch eine Integration in ein Smart-Home-System lassen sie sich mit den Fenstern synchronisieren, sodass das Thermostat erkennt, ob die Fenster geöffnet sind und die Temperatur nach unten reguliert werden muss.

In der Pandemie: Deutsche heizen tagsüber mehr

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse einer weiteren Studie, für die die Münchener Tado GmbH das Heizverhalten von etwa 86.000 deutschen und 300.000 europäischen Haushalten untersuchen ließ. Demnach wurde in deutschen Haushalten aufgrund der Corona-Pandemie im vergangenen Winter tagsüber 9,4 % mehr geheizt als im Winter 2019/2020. Durch weniger Autofahren, aufgrund von Home Office oder generellen Ausgangsbeschränkungen konnte zwar Geld und CO2 eingespart werden, doch die Energierechnungen der Haushalte sind durch das vermehrte Heizen gestiegen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass italienische und spanische Haushalte mit über 20 % die größten Anstiege bei den Heizkosten zu verkraften hatten, während Dänemark und Schweden die niedrigsten Werte aufwiesen. Und das, obwohl dieser Winter in Europa im Durchschnitt 0,6 °C wärmer war als der vorherige Winter. In Europa entfällt die Hälfte des Energieverbrauchs auf das Heizen und Kühlen in Gebäuden und in der Industrie. Damit ist dieser Bereich der größte Endenergieverbrauchs-Sektor – noch vor Verkehr und Elektrizität.

 

 

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