Wärmeerzeuger 03.04.2020, 14:41 Uhr

Mehr Fördergelder für Wärmepumpen

In Deutschlands Heizungskellern herrscht Nachholbedarf. Noch immer sorgen hier vor allem öl- und gasbetriebene Anlagen für warme Wohnzimmer und wohl temperiertes Wasser. Wärmepumpen sind dazu eine nachhaltige Alternative. Seit Jahresbeginn wird die Technologie finanziell so stark gefördert wie nie.

Wärmepumpen im Haus

Wärmepumpen (im Bild eine Luft/Wasser-Wärmepumpe) sind eine Alternative zu "klassischen" Gas- oder Öl-Wärmeerzeugern.

Foto: Buderus

Wer nicht mitzieht, muss tief in die Tasche greifen: Mit Verabschiedung des Klimapakets im September 2019 hat die Bundesregierung klare Rahmenbedingungen geschaffen. Dies bekommt nun auch der Bürger zu spüren: Die Preise für Öl und Gas steigen schneller als gedacht an, reine Ölheizungen dürfen ab 2026 in Deutschland nicht mehr installiert werden. Doch der Markt bietet bereits etablierte Alternativen. Insider prophezeien: Die zwanziger Jahre könnten das Jahrzehnt der Wärmepumpe werden.

2019 waren in Deutschland rund 966.000 Heizungswärmepumpen installiert, darunter 86.000 Neueinrichtungen aus dem gleichen Jahr – ein Wachstum von zwei Prozent gegenüber 2018. Mit 66.000 verkauften Geräten entfällt der mit Abstand größte Marktanteil (77 %) in 2019 auf Luftwärmepumpen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen schonen das Klima, denn sie beziehen die Energie, die zur Beheizung eines Gebäudes nötig ist, direkt aus der Umwelt. Dafür entziehen sie der Umgebung Wärme – entweder mit Hilfe eines Ventilators direkt aus der Luft (Luftwärmepumpen) oder durch Sonden aus dem Erdreich oder dem Grundwasser (Sole-Wärmepumpen). Die auf diese Weise gewonnene Umgebungswärme wird in der Wärmepumpe nutzbar gemacht. Sie enthält einen Wärmetauscher, einen so genannten Verdampfer, in dem die Umweltenergie auf ein Kältemittel übertragen wird, das dadurch verdampft. Bei Luftwärmepumpen erhitzt die Außenluft das Kältemittel. Der Kältemitteldampf wird anschließend zu einem Verdichter/Kompressor weitergeleitet. Dadurch hebt sich das Temperaturniveau des gasförmigen Kältemittels, es wird also heißer. In einem weiteren Wärmetauscher, dem so genannten Verflüssiger, wird das unter hohem Druck stehende, heiße Kältemittelgas kondensiert. Die dabei entstehende Wärme nutzt man zur Erwärmung des Heizmediums, sprich des Wassers, das in Heizkörpern oder Fußbodenheizungen zirkuliert.

Durch grünen Strom fast CO2-neutral

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Wärmepumpen benötigen lediglich eine geringe Menge Strom für Antrieb und Pumpe. Sollte der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix künftig weiter steigen, ist sogar eine komplett nachhaltige Energieversorgung der Wärmepumpe denkbar.

„Mit der kräftigen Zunahme grünen Stroms wird die Bedeutung der Wärmepumpe künftig wachsen, nicht nur im Neubau, sondern auch beim Heizungstausch“ ist der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Andreas Lücke überzeugt.

Eine Umrüstung auf Wärmepumpentechnik wird durch zahlreiche Förderangebote unterstützt. Foto: panthermedia.net/Klaus Ohlenschläger

Eine Umrüstung auf Wärmepumpentechnik wird durch zahlreiche Förderangebote unterstützt.

Foto: panthermedia.net/Klaus Ohlenschläger

Heizungstausch: Fördergelder senken Anschaffungskosten

Um den Austausch alter Heizungsanlagen voranzubringen, hat die Bundesregierung umfangreiche Förderpakete verabschiedet. Zum Jahreswechsel hatte der Gesetzgeber hier nochmals nachgelegt. Aktuell unterstützt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des so genannten Marktanreizprogramms (MAP) den Einbau von energieeffizienten Wärmepumpen im Neubau und Bestand mit bis zu 35 % der Investitionskosten. Zu den förderfähigen Kosten (maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit) gehören die Anschaffungskosten für die Wärmepumpe inklusive Speicher und anderem Zubehör sowie der komplette Einbau-, Installations- und Inbetriebnahmeaufwand. Ersetzt die Wärmepumpe einen Ölkessel werden sogar bis zu 45 % der Investitionskosten erstattet.

Durch Wärmepumpe höheren KfW-Tilgungszuschuss

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) setzt ebenfalls finanzielle Anreize beim Einbau von Wärmepumpen in Neubauten. Voraussetzung: Das Gebäude kann nach Energiesparverordnung (EnEV) besser als in die Kategorie „Standardhaus“ eingruppiert werden. Mit einer Wärmepumpe als Heizsystem ist dies jedoch relativ einfach zu erreichen. In diesem Fall erhöht sich die Kreditsumme der KfW von 100.000 Euro auf 120.000 Euro pro Wohneinheit. Gleichzeitig wurde der Tilgungszuschuss erhöht: Für den KfW-55-Neubau gibt es nun beispielsweise statt bisher 5.000 Euro satte 18.000 Euro pro Wohneinheit. Insofern könnte das breite Anreizprogramm tatsächlich dazu beitragen die Energiewende im Heizungskeller weiter voranzutreiben.

Von Marc Daniel Schmelzer

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