Agora Energiewende fordert Konjunkturprogramm 18.08.2020, 09:54 Uhr

Die Wärmewende voranbringen

Corona bestimmt seit Monaten die Schlagzeilen. Doch es gibt noch weitere Themen von weltweiter Relevanz. Der Klimawandel und die im Gebäudesektor seit langem angestrebte Wärmewende zählen dazu. Die Denkfabrik Agora Energiewende ruft erneut zum Handeln auf und fordert ein umfangreiches Sofortprogramm.

Die Wärmewende beginnt im Heizungskeller: Agora Energiewende fordert von der Bundesregierung ein umfangreiches Sofortprogramm, unter anderem zur Stärkung der Wärmepumpe. Foto: panthermedia.net/alexraths

Die Wärmewende beginnt im Heizungskeller: Agora Energiewende fordert von der Bundesregierung ein umfangreiches Sofortprogramm, unter anderem zur Stärkung der Wärmepumpe.

Foto: panthermedia.net/alexraths

Konjunkturbelebungs-Programme nach Abflauen der Corona-Pandemie dürfen nicht den Klimaschutz aus dem Blick verlieren. „Die Klimaherausforderung ist ja nicht kleiner geworden, bloß weil sie aktuell von der Corona-Krise überdeckt wird“, schreiben die Wirtschaftler und Wissenschaftler der Agora Energiewende der Bundesregierung in deren Agenda 2021/22. Die Denkfabrik schlägt ein Sofortprogramm in Höhe von 100 Milliarden Euro vor, das sich auf zehn Maßnahmenfelder konzentriert und das sowohl dem Umweltschutz als auch der Konjunktur zugute kommt.

Schlüsseltechnologien für das Gelingen der Wärmewende

Das Maßnahmenpaket 6 der Empfehlung soll mit 25 Milliarden Euro „der Bau- und Wärmewirtschaft zukunftssicher aus der Krise helfen.“ Zukunftssicher heißt, dass die empfohlenen 25 Milliarden Euro zur Wiederbelebung dieses Sektors gleichzeitig der Energieeffizienz und der Wärmewende dienen müssen. Laut Agora erfüllen drei zentrale Schlüsseltechnogien der Bau- und Ausbauwirtschaft dieses Dekret:

  • 1. die energetische Sanierung von Gebäuden
  • 2. die Installation von Wärmepumpen, vornehmlich im Ein- und Zweifamilienhaus
  • 3. grüne Fernwärme in Innenstädten.

Eine Million Wärmepumpen bis 2022

Als Nahziel bis 2022 schlagen die Experten ein Sofortprogramm zur Umrüstung auf eine Million Wärmepumpen bis 2022 vor. Dafür sieht ihre Anregung „Der doppelte Booster“ eine Förderung in Höhe von fünf Milliarden Euro beziehungsweise für die Einzelinvestition einen Zuschuss bis 50 % vor. „Damit wird erneuerbare Energie hocheffizient genutzt und in Verbindung mit den gesunkenen Stromkosten hoch attraktiv gemacht“, steht in der Ausarbeitung. „Gesunkene Stromkosten“ bezieht sich auf die Empfehlung im Maßnahmenpaket 3 der Agora-Analyse, die EEG-Umlage noch 2020 um fünf Cent je Kilowattstunde zu senken. Der Hochlauf auf 300.000 bis 400.000 Wärmepumpen pro Jahr in Deutschland führt nach dieser Studie zu einer Industrialisierung der Fertigung und kommt damit auch der Wettbewerbsfähigkeit mit fernöstlichen Anbietern zugute. Vornehmlich asiatische Anbieter, wie das japanische Unternehmen Daikin, die Chinesen mit Midea und Samsung sowie die Koreaner mit LG stünden vor der Tür. Deutschland müsse sich wappnen, wolle die heimische Industrie ihre vordere Stellung in der Heizungstechnik nicht verlieren. Als negatives Beispiel verweisen die Berater auf die Solarindustrie. Die deutschen PV-Anbieter hätten noch vor zehn Jahren mit einem Anteil von 20 % am Weltmarkt zu den europäischen und internationalen Marktführern gehört, dann aber den Anschluss verloren.

Wer ist die Agora Energiewende?

Agora Energiewende ist eine Denkfabrik, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, nach mehrheitsfähigen Lösungen zur Realisierung der Energiewende zu suchen. Gesellschafter sind die Stiftungen Mercator und European Climate Foundation. Die Gemeinnützige Gesellschaft arbeitet unter anderem der Bundesregierung zu. Dabei beschäftigen sich die Berliner mit unterschiedlichsten Fragen: Wie gelingt die Energiewende? Welche konkreten Gesetze, Vorgaben und Maßnahmen sind notwendig, um die Energiewende zum Erfolg zu führen? Wie bleibt Energie sowohl bezahlbar als auch nachhaltig? Bei Agora Energiewende sind führende Köpfe Deutschlands und Europas in Sachen Energie vertreten.

Von Dipl.-Ing. Bernd Genath, Fachjournalist aus Düsseldorf

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