Corona zwingt zu alternativem Konzept 22.09.2020, 15:57 Uhr

Weltleitmesse ISH 2021 nur digital

Nachdem in diesem Jahr bereits keine der regionalen SHK-Messen wie geplant stattfinden konnte, haben nun auch die Verantwortlichen der internationalen Leitmesse für Wasser, Wärme und Klima die Reißleine gezogen. Die turnusmäßig für März 2021 in Frankfurt am Main geplante ISH wird aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich digital ihre Tore öffnen.

Keine ISH am Frankfurter Messeturm: Aufgrund erneut steigender Infektionszahlen wird die Leitmesse 2021 ausschließlich digital stattfinden. Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jochen Günther

Keine ISH am Frankfurter Messeturm: Aufgrund erneut steigender Infektionszahlen wird die Leitmesse 2021 ausschließlich digital stattfinden.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jochen Günther

Mit über 190.000 Besuchern und rund 2.500 Ausstellern zählt die ISH zu den weltweit größten Branchentreffs in den Segmenten Sanitär-, Heiz- und Raumlufttechnik. Alle zwei Jahre trifft sich das internationale Klientel zum Austausch am Main. Neuheiten werden traditionell hier vorgestellt. Doch 2021 wird dies anders sein. Wie die Messe Frankfurt jetzt bekannt gab, habe man sich in enger Abstimmung mit den ideellen Trägern dazu entschlossen, die ISH 2021 ausschließlich digital durchzuführen. Maßgeblich für diese Entscheidung sei die derzeit weltweite Entwicklung der Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Reiserestriktionen. „Wir haben in den vergangenen Monaten mehr als engagiert daran gearbeitet, dass die ISH 2021 auch als klassische Messe der persönlichen Begegnung stattfinden kann. Leider führt der aktuelle Pandemieverlauf zu einer zunehmenden Verunsicherung bei Ausstellern und Besuchern“, so Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt GmbH.

Etliche Absagen im Vorfeld

In den vergangenen Wochen hatten bereits zahlreiche Unternehmen mitgeteilt, dass sie im kommenden Jahr nicht auf der ISH vertreten sein werden, darunter die Al-ko Therm GmbH, Emco Bad, Hansa, die Hansgrohe Group, Kieback & Peter, Pentair Jung Pumpen, Rabotherm, die Schako Ferdinand Schad KG und Wildeboer. Auch bei der Aquatherm GmbH hatte man sich gegen eine Messepräsenz entschieden: „Viele unserer ausländischen Partner und Kunden werden voraussichtlich nicht nach Deutschland anreisen können, somit wird unsere wichtigste Zielgruppe auf der ISH nicht präsent sein“, begründete Vertriebsleiter Jorge Quintana die Absage der Sauerländer. Ebenfalls in Attendorn zuhause und ebenfalls nicht mit der ISH hat man bei Viega geplant: „Für uns hat die Gesundheit und Sicherheit aller an der ISH beteiligten Menschen absolute Priorität. Die sehr dynamische und schwer prognostizierbare Pandemiesituation von Covid-19 stellt für das Unternehmen ein kaum zu kalkulierendes Risiko dar“, so Dirk Gellisch, Mitglied der Geschäftsführung. Bis zum Sommer 2021 werde man generell auf die Teilnahme an Messen verzichten. Auch beim Marktführer Stiebel Eltron (Holzminden) zeigte man sich vorsichtig: „Das unternehmerische Risiko ist einfach zu groß, jetzt die Weichen für eine Teilnahme zu stellen und Gelder auszugeben, in der Hoffnung, dass die Corona-Problematik bis zum Messetermin kleiner oder zumindest nicht größer geworden ist, und am Ende schlimmstenfalls mit leeren Händen dazustehen“, erklärte Gruppengeschäftsführer Dr. Nicholas Matten.

ISH 2021 mit digitalem Konzept

Diese Verunsicherung im Markt hat man bei der Messe Frankfurt sehr ernst genommen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Wolfgang Marzin weiß: „Wichtig für unsere Kunden ist unsere frühzeitige Entscheidung, denn jetzt müssten die Investitionen für die Messebeteiligungen ausgelöst werden.“ Die ISH-Trägerschaft, bestehend aus dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), dem Fachverband Gebäude-Klima (FGK), der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) dem VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik und dem Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) trage die Entscheidung vollumfänglich mit. Man werde auch zukünftig konsequent dabei bleiben, im engen Schulterschluss mit den Kunden die Interessen der ausstellenden Industrien in den Mittelpunkt der Entscheidungen zu stellen. Deswegen werde es im nächsten Jahr ausnahmsweise eine ausschließlich digitale ISH geben. „Hier können wir alle Aktivitäten der Aussteller bündeln und mit unseren eigenen Angeboten intelligent verknüpfen“, so Marzin. Geplant sind unter anderem Ausstellerpräsentationen (Produkte, Informationen, Videos, Ansprechpartner, Chatfunktionen, 1-zu-1 Videoanrufe), Live-Streamings und ein KI-basiertes Matchmaking mit passenden Geschäftspartnern zur Leadgenerierung. Alle Features sollen während der Veranstaltung rund um die Uhr und weltweit verfügbar sein. „Die ISH 2021 wird anders werden als die spektakulären Leitmessen aus der Zeit vor dem Corona-Virus“, weiß Michael Hilpert, Präsident des ZVSHK. Mit Blick auf das von der Messe Frankfurt frühzeitig entwickelte Hygienekonzept habe man lange Zeit gehofft, die Fachmesse als Präsenzveranstaltung durchführen zu können. Aber es sei anders gekommen. „Die wichtigste Leistungsschau unserer Branche wird jetzt erstmals in der digitalen Welt stattfinden“, sagt Hilpert und ergänzt: „Sie wird nicht abgesagt oder verschoben. Auch wenn dies nicht den Ersatz bietet für die persönliche Begegnung, den persönlichen Austausch, den das Fachhandwerk an Präsenzmessen so sehr schätzt, eine digitale ISH 2021 ist weitaus besser als gar keine ISH 2021!“

Von Marc Daniel Schmelzer

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