Fachmesse zu Lüftung und Luftqualität 14.09.2021, 16:10 Uhr

Indoor-Air: Präsenzmesse rund um das Lebensmittel Luft

Novum in Frankfurt: Vom 5. bis 7. Oktober wird in Halle 12.0 der Frankfurt Messe erstmals die Indoor-Air, Fachmesse für Lüftung und Luftqualität, stattfinden. Inmitten der Corona-Pandemie präsentiert die Klima- und Lüftungsindustrie hier ihre Lösungen für saubere Luft in Innenräumen.

In Halle 12.0 der Frankfurter Messe startet am 5. Oktober die dreitägige Fachmesse für Lüftung und Luftqualität, Indoor-Air.Foto: Frankfurt am Main/ Messe Frankfurt GmbH

In Halle 12.0 der Frankfurter Messe startet am 5. Oktober die dreitägige Fachmesse für Lüftung und Luftqualität, Indoor-Air.

Foto: Frankfurt am Main/ Messe Frankfurt GmbH

Ein wenig Stolz schwingt schon mit, wenn Iris Jeglitza-Moshage, Geschäftsleitung Messe Frankfurt GmbH, den virtuell anwesenden Journalisten ihr Update zur Indoor-Air vorstellt: Die Fachmesse wird die „erste rein physische Eigenveranstaltung der Messe Frankfurt seit Februar 2020“ sein. In engem Austausch mit den ausstellenden Unternehmen habe sich die Messe gegen ein Hybrid-Konzept entschieden. Die vorgestellten Produkte werden nur in der Mainmetropole und nicht im Netz zu sehen sein, Fragen sollen von Angesicht zu Angesicht und nicht auf virtuellen Plattformen beantwortet werden. Aktuell 82 Aussteller haben sich für die Präsenzmesse verbindlich angemeldet, vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum aber auch aus Finnland, Tschechien und Großbritannien. „Wir freuen uns sehr, dass die Branche diesen Termin nutzt, um die so wertvolle persönliche Begegnung wieder in den Vordergrund zu stellen“, so Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt. Insgesamt 10.000 Quadratmeter Fläche sind für das Format in Halle 12.0 eingeplant – für Aussteller, ein begleitendes Vortragsforum sowie ausreichend Freiflächen für persönliche Begegnungen. Die Industrie begrüßt Rahmenbedingungen, die die Indoor-Air an den drei Messetagen bieten wird: „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass es gerade in diesen besonderen Zeiten diese Messe in dieser Form dringend braucht. Die Klima- und Lüftungsindustrie freut sich sehr darauf, auf der Indoor-Air zu zeigen, was sie kann. Und wir freuen uns ganz besonders, dies endlich wieder in persönlichen Gesprächen und Präsentationen zu tun“, sagt Professor Dr. Christoph Kaup, Vorsitzender des Fachverbandes Gebäude-Klima e. V. (FGK).

Schutz in der Pandemie: Lösungen für Schulen, Krankenhäuser und Gastronomie

Das Produktspektrum der Indoor-Air wird Technik und technische Lösungen aus den Bereichen Klimatechnik, Lüftungstechnik, Raumlufttechnische Geräte und Anlagen sowie mobile Luftreiniger beinhalten. „Zur Sicherstellung einer hohen Luftqualität und zur Minimierung des Infektionsrisikos in Räumen und Gebäuden bietet die Klima- und Lüftungstechnik ein breites Lösungsportfolio. Darüber wollen und müssen wir Gebäude- und Anlagenbetreiber sowie Planer und Investoren informieren“, berichtet Christoph Kaup. Ebenso Teil der Zielgruppe seien Ingenieure, Architekten, Innenarchitekten, Industriedesigner sowie Vertreter der Bauwirtschaft. In der nach wie vor andauernden Pandemielage richte sich die Veranstaltung aber auch insbesondere an Vertreter öffentlicher Behörden und Institutionen wie beispielsweise Gesundheitsämter, Schulämter und Schulen sowie Entscheider aus Krankenhäusern. Zu sehen sein werden auch technische Innovationen, die für gewerbliche Betriebe mit Kundenkontakt, wie beispielsweise die Gastronomie, Hotellerie oder den Einzelhandel von unmittelbarem Interesse sind.

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Mehr Aufmerksamkeit für das Lebensmittel Luft

Nach langer Abstinenz in Sachen Messeveranstaltungen freuen sich die ausstellenden Unternehmen auf den persönlichen Kontakt und versprechen sich von der geballten Präsenz auch eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Lebensmittel Luft: „Die Indoor-Air ist eine Chance für die Klima- und Lüftungsindustrie! Sie kann und wird durch diese Messe als wichtiger Teil der Lösung wahrgenommen und kann die bereits vorhandenen Ansätze begreifbar und im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar machen. Diese Möglichkeit müssen wir nutzen“, so Udo Jung, Geschäftsführer der Trox GmbH. Zustimmung kommt von Wolf Hartmann, Vorstandsvorsitzender und CEO, LTG Aktiengesellschaft: „In der aktuellen Situation rückt die Bedeutung der Raumlufttechnik für gute Luftqualität und wirksamen Infektionsschutz erstmals auch in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit.“

Forum „On-Air“: Fachvorträge zu aktuellen Herausforderungen

Flankiert wird die Leistungsschau an allen drei Messetagen von einem breiten Vortragsangebot im Forum „On-Air“. In dem umfangreichen fachlichen Rahmenprogramm stehen Thematiken rund um die Innenraumluftqualität, ihren steigenden Stellenwert und die wachsenden Bedürfnisse im Mittelpunkt. Die wegweisende Bedeutung der Klima- und Lüftungstechnik – gerade vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie – wird in Expertenrunden und Podiumsdiskussionen behandelt. Schwerpunkte bilden die Optimierung des Gesundheitsschutzes in Gebäuden und die Auswirkungen der Verschärfung der Klimaschutzziele. Das Forum wird vom FGK gemeinsam mit der Messe Frankfurt durchgeführt.

Den Auftakt des dreitägigen Programms bildet der Beitrag „Schlechte Luft an Deutschlands Schulen“, von Dr. Eckart von Hirschhausen. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Professor Dr. Joachim Curtius (Universität Frankfurt), Professor Dr.-Ing. Christoph Kaup (FGK), Professor Dr.-Ing. Dirk Müller (RWTH Aachen) und Professor Dr.-Ing. Uwe Franzke (Institut für Luft- und Kältetechnik gGmbH, VDI) wird moderiert von Professor Dr. Hans Fleisch, Vorsitzender des Stiftungsrats der Heinz Trox-Stiftung. Fachleute aus Industrie, Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Medizin vermitteln kompakt und anschaulich alles Wissenswerte zu sauberer Luft in Innenräumen und wie das Infektionsrisiko in Räumen gesenkt werden kann. Es geht um die Anforderungen an Lüftung und Luftreinigung zur Reduktion des Infektionsrisikos über den Luftweg, die Frischluftversorgung und den Infektionsschutz beispielsweise in Schulen. Erläutert werden verschiedene Arten der Luftreinigung wie Luftfilter und UV-C, wie sind die technischen Eigenschaften und Wirkungsweisen. Weitere Themen sind Luftreinigungsgeräte, deren Techniken, Betrieb und Instandhaltung und die sinnvolle Anwendung der CO2-Regelung trotz Pandemie.

2G oder 3G: Hin und her bei Zutritts-Regelung

Um die persönliche Begegnung im Rahmen der Präsenzmesse für alle Teilnehmenden so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten, hatte die Messe Frankfurt in den vergangenen Monaten ein umfangreiches Sicherheitskonzept erarbeitet. Zunächst sollte es als 3G-Konzept (Geimpft, genesen, getestet) umgesetzt werden, zwei Wochen vor Messebeginn entschieden sich die Verantwortlichen dann kurzfristig dazu auf ein 2G-Modell umzustellen. Einen Tag später ruderte man wieder zurück: „Die 2G-Regelung für die Indoor-Air wird kurzfristig zurückgenommen und die Fachmesse findet vom 5. bis 7. Oktober unter 3G-Bedingungen statt“, heißt es in einer am 22. September verbreiteten Pressemitteilung der Messe Frankfurt. Begründet wird die erneute Umstellung darin mit zahlreichen spontanen Rückmeldungen der ausstellenden Industrie, die aufgrund der Kurzfristigkeit der 2G-Entscheidung große Bedenken zur operativen Umsetzbarkeit geäußert hatten. „Wir nehmen diese Aussagen sehr ernst, haben uns gemeinsam mit unserem Partner alle Argumente angehört und respektieren diese. Unser Ziel war es, für alle Teilnehmenden der Indoor-Air optimale Bedingungen zu schaffen, die ein Messeerlebnis in bekannter Weise zulassen. Und wir freuen uns auch, dass dieses Ziel grundsätzlich von allen Beteiligten begrüßt wird. Dass nun die Kurzfristigkeit der entscheidende Faktor ist, der aktuell zur Indoor-Air gegen 2G spricht, haben wir etwas unterschätzt”, so Wolfgang Marzin. Professor Dr. Christoph Kaup kommentiert die getroffene Entscheidung als Vorsitzender des Fachverbandes Gebäude-Klima e. V.: „Eine Indoor-Air ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln hätte gerade unserer Branche sehr gut getan. Unsere Industrie zeigt federführend, wie sicher und gesund Raumluft mit den richtigen Technologien und Produkten wird. Das hätten wir mit einer Fachmesse auf 2G-Basis unterstrichen. Dennoch tragen wir diese Entscheidung nun in vollem Umfang mit und freuen uns jetzt auf eine erfolgreiche Indoor-Air.” Organisatoren wie Aussteller hoffen nun auf zahlreiche Besucher. „Die derzeit hohe Sensibilität für das Thema ‚Innenraumluftqualität‘ bietet für unser Unternehmen und die gesamte Branche enorme Chancen. Diese gilt es zu nutzen und mit unseren vielfältigen Lösungen zur ganzheitlichen Lufthygiene zu überzeugen“, so Gunther Müller, Geschäftsführer der Helios Ventilatoren GmbH + Co KG. Wenngleich derzeit noch ungewiss ist, wie viele Interessierte tatsächlich den Weg auf das Frankfurter Messegelände finden werden – einig sind sich Iris Jeglitza-Moshage von der Messe Frankfurt sowie die Repräsentanten führender Branchenverbände auf jeden Fall in einem entscheidenden Punkt: „Das Thema Luftqualität wird uns auch nach Corona weiter beschäftigen.“

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