Messungen zur Luftqualität 28.03.2022, 10:07 Uhr

Indoor-Air: Lüftung reduziert Infektionsrisiko deutlich

Während der Fachmesse Indoor-Air, die im Oktober 2021 unter Pandemie-Bedingungen stattfand, wurden unter anderem Raumlufttechnische Anlagen genutzt, um das Risiko einer Übertragung von Corona-Viren zu reduzieren. Mit Erfolg, wie die jetzt vorgestellten Messungen und Berechnungen zur Raumluftqualität in der Messehalle bestätigen.

Die von der Howatherm Klimatechnik GmbH auf der Indoor-Air durchgeführten Messungen belegen die Wirksamkeit der eingesetzten Lüftungsanlagen. Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/ Pietro Sutera

Die von der Howatherm Klimatechnik GmbH auf der Indoor-Air durchgeführten Messungen belegen die Wirksamkeit der eingesetzten Lüftungsanlagen.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/ Pietro Sutera

In seinem Status-Report 57 hat der Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK), Mitveranstalter der Indoor-Air, die Auswertung der Howatherm Klimatechnik GmbH zusammengefasst: „Die Messungen während der Fachmesse belegen, dass die Lüftung einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung des Infektionsrisikos leisten kann“, berichtet der FGK-Vorsitzende und Howatherm-Geschäftsführer Professor Dr.-Ing. Christoph Kaup. Die Anzahl an potenziell infektiösen und eingeatmeten Aerosolpartikeln konnte demnach um bis zu 85 % reduziert werden. „Unsere Messungen ergaben zudem eine mittlere Luftfeuchtigkeit von 50 %. Auch hier hat die Raumlufttechnik optimale, gesundheitsfördernde Bedingungen geschaffen“, so Kaup.

Luftqualität: Messungen und Berechnungen im Einklang

Die zweigeschossige Messehalle 12 der Messe Frankfurt, in der die Indoor-Air stattfand, verfügt über eine Gesamtfläche von 33 000 Quadratmetern. 46 RLT-Anlagen versorgen die Halle mit einem Gesamtvolumenstrom von 1 242 000 Kubikmeter Luft pro Stunde. Während der Indoor-Air stellte sich nach Berechnungen der Howatherm Klimatechnik GmbH mit der Außenluftwechselrate von 3,7 eine mittlere CO2-Konzentration von 460 ppm ein. „Damit wurden während der Messe nahezu Außenluftbedingungen in der Halle erreicht“, erläutert Geschäftsführer Kaup. Als Maximalwert zeichneten die Messgeräte 520 ppm auf. In derselben Größenordnung liegt der berechnete Wert: An den drei Messetagen besuchten 2 300 Personen die Indoor-Air, auf der etwa 100 Aussteller ihre Produkte zur Raumlufttechnik präsentierten. Bei rund 1 000 Besuchenden pro Tag, einer geschätzten Zahl von etwa 500 Personen als Standbesetzung und einer angenommenen CO2-Produktion von 18 Liter pro Stunde pro Person ergebe sich rechnerisch eine CO2-Konzentration von 453 ppm. Hätten 5 600 Personen − die unter Pandemiebedingungen maximal zulässige Zahl − die Messe gleichzeitig besucht, hätte der 3,7-fache Luftwechsel die CO2-Konzentration auf 570 ppm begrenzt, so Kaup. Es wäre also auch in diesem Fall die Kategorie I nach DIN EN 16798–1 eingehalten worden. Ohne Lüftung wäre der Wert im Verlauf des Messetages auf fast 4 000 ppm angestiegen.

Neues Messeformat schließt Veranstaltungslücke

Nach der Corona-bedingten Absage der Fachmesse ISH hatte die Messe Frankfurt gemeinsam mit der Klima- und Lüftungsbranche mit der Indoor-Air kurzfristig ein neues Messeformat für den Bereich Raumlufttechnik initiiert. Die Fachmesse für Lüftung und Luftqualität fand vom 5. bis 7. Oktober 2021 in Halle 12 der Messe Frankfurt statt. Begleitet wurde die dreitägige Leistungsschau von einem Fachforum. Eine zweite Indoor-Air wird es – Stand heute – nicht geben. Der nächste Messeauftritt der Klima- und Lüftungsindustrie ist vom 11. bis 13. Oktober 2022 im Rahmen der Chillventa in Nürnberg geplant; in Frankfurt am Main wird sich die Branche erst wieder bei der ISH 2023 (13. bis 17. März 2023) präsentieren.

 

 

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