Bundesregierung stockt Förderprogramm auf 04.08.2021, 09:50 Uhr

Elektromobilität: Zusätzliches Geld für private Ladestationen

Zwischenzeitlich waren die Töpfe leer, jetzt hat die Bundesregierung nochmals nachgelegt: Das Förderprogramm für private Ladestationen wurde verlängert und um weitere 300 Millionen Euro aufgestockt

Foto: panthermedia.net/ lightpoet

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Rund 510.000 Anträge für die Einrichtung von insgesamt 620.000 Ladepunkten waren zum 1. Juli 2021 beim Projektträger KfW eingegangen. Dann musste das Förderprogramm kurzzeitig gestoppt werden. Alle Fördermittel waren ausgeschöpft – allerdings nur kurzfristig. Das Antragsportal bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau ist mittlerweile wieder geöffnet, nachdem sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf die Fortführung des Programms einigen konnten. Zusätzliche 300 Millionen Euro sollen in den Aufbau der privaten Ladeinfrastruktur fließen. Insgesamt stehen damit 800 Millionen Euro an Bundesmitteln für das Programm zur Verfügung. Mit einem Zuschuss von 900 Euro werden der Kauf und die Installationen der sogenannten Wallboxen seit dem 24. November 2020 unterstützt.

Fördermittel für private Ladestationen: Was konkret wird gefördert?

Mit dem Zuschuss „Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude“ so der offizielle Titel, wird der Kauf und die Installation von Ladestationen an Stellplätzen und in Garagen, die zu Wohngebäuden gehören und nur privat zugänglich sind unterstützt. Zu den geförderten Kosten gehören:

  • der Kauf und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation (beispielsweise einer Wallbox) mit 11 Kilowatt Ladeleistung und intelligenter Steuerung. Eine Übersicht der Ladestationen, die die Anforderungen für die Förderung erfüllen, findet sich auf dem Zuschussportal der KfW.
  • die Kosten für Einbau und Anschluss der Ladestation (inklusive aller Installationsarbeiten)
  • die Kosten eines Energiemanagement-Systems zur Steuerung der Ladestation

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Ladestation ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien gespeist wird – entweder aus eigener Erzeugung oder zugeliefert durch einen Versorger.

Wer kann Fördermittel beantragen?

Das Förderprogramm ist breit angelegt. Man muss nicht zwangsläufig Besitzer einer Wohnimmobilie sein – auch Mieter können profitieren. Antragsberechtigt sind:

  • private Eigentümer
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Mieter (können mit Zustimmung des Vermieters auf eigene Kosten eine Ladestation installieren)
  • Vermieter von Wohneigentum (Privatpersonen, Unternehmen, Wohnungsgenossenschaften)

Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss (pauschal 900 Euro pro Ladepunkt), der allerdings erst nach Abschluss des Vorhabens überwiesen wird. Unterschreiten die Gesamtkosten des Vorhabens den Zuschussbetrag, wird keine Förderung gewährt. Ebenfalls wichtig zu wissen: Der Antrag auf Förderung muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.

Privater Ausbau maßgeblich für flächendeckende Versorgung

Nach Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) finden bisher neun von zehn Ladevorgängen zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Daher sei die Fortführung des Förderprogramms umso wichtiger. „Wir brauchen für den Erfolg der Elektromobilität einen stabilen, kundenfreundlichen und verlässlichen Hochlauf der Ladeinfrastruktur“, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Im März hatte ihr Verband einen Zehn-Punkte-Plan zum weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur vorgestellt. Der Erfolg der Elektromobilität entscheide sich vor allem im privaten Bereich hieß es hierin.

Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz regelt Vorgaben für Neubau und Sanierung

Ein weiterer Mosaikstein zum Ausbau der Ladeinfrastruktur ist das seit dem 25. März 2021 geltende Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG). Damit wird die EU-Gebäude-Richtlinie 2018/844 in nationales Recht umgesetzt. Das GEIG schreibt für verschiedene Gebäudetypen die Anzahl der Ladestationen pro Pkw-Stellplatz vor. Die Vorgaben gelten für neue Wohngebäude (einschließlich Wohn-, Alten- und Pflegeheimen) ebenso wie für neue Nichtwohngebäude (beispielsweise Verwaltungsgebäude, gewerbliche Betriebsgebäude, Hotels, Krankenhäuser, Schulen und Museen). Ebenfalls betroffen: größere Bestandsgebäude im Falle einer Sanierung. Eine Übergangsfrist existiert nicht. Damit muss beim Neubau oder der umfangreichen Sanierung eines Wohngebäudes mit mehr als fünf Pkw-Stellplätzen jeder Stellplatz mit Schutzrohren für Elektrokabel ausgestattet sein. Die Leitungsinfrastruktur umfasst bauliche Vorrüstungen für die Verlegung von Elektro- und Datenleitungen sowie ausreichende Installationsräume für intelligente Mess- und Lademanagementsysteme. Zur Ladeinfrastruktur gehören Installationseinrichtungen wie Umspann-, Schalt- und Verteileranlagen, Verbrauchererfassungen oder Sicherungselemente.

 

 

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