Umfrage bestätigt: 20.01.2021, 09:47 Uhr

Deutsche wünschen sich mehr erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sollten in Deutschland stärker zum Einsatz kommen. Das wünschen sich laut einer aktuellen Yougov-Umfrage rund 86 % aller Deutschen. Viele erhoffen sich davon positive Effekte für die regionale Wirtschaft.

Neun von zehn Deutschen befürworten den Ausbau erneuerbarer Energien. Foto: panthermedia.net/eyematrix

Neun von zehn Deutschen befürworten den Ausbau erneuerbarer Energien.

Foto: panthermedia.net/eyematrix

Im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov deutschlandweit 1.051 Personen ab einem Alter von 18 Jahren um ihre Einschätzung zur Rolle der erneuerbaren Energien gebeten. Im Rahmen der repräsentativen Online-Befragung sprachen sich 86 % für eine stärkere Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland aus. Ein Ausbau beziehungsweise eine stärkere Verwendung ist für 65 % demnach sogar „sehr“ oder „außerordentlich wichtig“. Lediglich 12 % sehen den Ausbau beziehungsweise die verstärkte Nutzung als „weniger“ oder „überhaupt nicht wichtig“ an.

Kontinuierlich hohe Akzeptanz erneuerbarer Energien in der Bevölkerung

Im vergangenen Jahr wurde mehr als die Hälfte des deutschen Strommixes aus erneuerbaren Energien gewonnen. Allerdings ist dies nur ein Teilerfolg auf dem noch langen Weg zur Erreichung ambitionierter Klimaziele. Doch die Tendenz stimmt: Seit mehr als zehn Jahren veröffentlicht die AEE eine repräsentative Akzeptanzumfrage zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Zustimmung lag stets bei um die 90 %. Auch in der aktuellen Befragung befürworten fast neun von zehn Bundesbürgern eine stärkere Nutzung von Solar- , Wind- oder Wasserkraft in Deutschland. „Der Rückhalt für den Ausbau der erneuerbaren Energien ist in der Bevölkerung nach wir vor sehr groß“, bilanziert Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Erstmals wollten die Meinungsforscher wissen, ob die Befragten glauben, dass der Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien die regionale Wirtschaft stärkt. 57 % sind der Meinung, dass dies der Fall ist. Auch bei den Antworten auf die Frage, welche Stromerzeugungsanlage man in seiner Nachbarschaft eher gut beziehungsweise sehr gut fände, konnten die erneuerbaren Energien punkten: Solarparks (62 %), Windenergieanlagen (47 %) und Biogasanlagen (32 %) erfahren eine deutlich höhere Akzeptanz als Gaskraftwerke (15 %), Kohlekraftwerke (4 %) und Atomkraftwerke (5 %). Bemerkenswert: Wer bereits Erfahrung mit einer Erzeugeranlage in seiner Nähe gesammelt hat, steht dem Thema noch offener gegenüber. Vor allem die Bewertung von Gas- (plus 27 %), Kohle- (plus 21 %) und Atomkraftwerke (plus 16 %) fällt deutlich positiver aus, wenn entsprechende Anlagen in der Nähe des Wohnorts bereits bestehen. Aber auch bei Solarparks (plus 14 % auf 76 %), Windenergieanlagen (plus 9 % auf 56 %) und Biogasanlagen (plus 18 % auf 50 %) steigt die Akzeptanz.

Keine Zustimmung zu Windenergie in Nutzwäldern

Ebenfalls abgefragt wurde die Meinung zum Thema „Windenergie im Nutzwald“. Dabei handelt es sich um ein relativ neues Konzept, die wissenschaftliche Kenntnislage ist lückenhaft. Dennoch zeichnet sich ein klares Meinungsbild ab: Mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) halten Windenergieanlagen in Nutzwäldern für weniger oder absolut nicht sinnvoll, ein Drittel der Befragten findet den Bau von Windenergieanlagen dort sinnvoll. 13 % machten zu diesem Punkt keine Angabe. „Mit Blick auf das komplexe Ökosystem des Waldes ist auf jeden Fall besondere Sensibilität gefordert. Eine naturverträgliche Nutzung der Windenergie in Nutzwäldern mit Fichten- oder Kiefermonokulturen, die ohnehin der Bewirtschaftung dienen, ist definitiv möglich“, betont Brandt. Naturnahe Misch- und Laubwälder wären davon nicht betroffen.

Viele wollen Klimaschutz und Energiewende unterstützen

Die Meinungsforscher wollten außerdem wissen, wie die Befragten mit durch die eingeführte CO2-Steuer steigenden Kosten umgehen. Um die Energiewende und den Klimaschutz voranzutreiben, hat die Bundesregierung einen CO2-Preis eingeführt. Dieser setzt Anreize sowohl für Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz als auch für Verhaltensänderungen. Zu letzteren sind die Deutschen offenbar bereit. Die der Umfrage zufolge beliebteste Option ist weniger Auto zu fahren oder auf öffentliche Verkehrsmittel beziehungsweise das Fahrrad umzusteigen (26 %). Eine Investition in eine klimafreundliche Heizung (beispielsweise Wärmepumpe, Pelletheizung oder Solarthermie) folgt mit 24 % auf Platz 2. Und immerhin 22 % sind bereit die Energieeffizienz des Hauses oder der Wohnung durch bauliche Maßnahmen wie Wärmedämmung oder neue Fenster zu erhöhen.

 

 

 

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