Hohe Akzeptanz für Wind, Solar & Co. 14.12.2021, 16:16 Uhr

83 % der Deutschen für den Ausbau erneuerbarer Energien

Mehr als jeder achte Deutsche wünscht sich, dass erneuerbare Energien hierzulande stärker zum Einsatz kommen. Wer bereits Erfahrung mit einer Erzeugeranlage in seiner Nähe gesammelt hat, steht dem Thema besonders offen gegenüber.

Foto: panthermedia.net/Lucaz80

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Um das 1,5 Grad-Ziel einhalten zu können, hat die Ampel-Koalition die erneuerbaren Energien nachhaltig im Koalitionsvertrag gestärkt. Sie arbeitet damit im Sinne der Bevölkerung: Im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov deutschlandweit 1.063 Personen ab einem Alter von 18 Jahren um ihre Einschätzung zur Rolle der erneuerbaren Energien gebeten. Im Rahmen der repräsentativen Online-Befragung sprachen sich 83 % für eine stärkere Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland aus. Ein Ausbau beziehungsweise eine stärkere Verwendung ist demnach für 57 % „sehr“ oder „außerordentlich wichtig“. Lediglich 12 % sehen den Ausbau beziehungsweise die verstärkte Nutzung als „weniger“ oder „überhaupt nicht wichtig“ an.

Erneuerbare Energien: Hohe Akzeptanz für Anlagen in der Nachbarschaft

Im Jahr 2020 deckten erneuerbare Energien nach Zahlen der AEE mehr als 45 % des Stromverbrauchs in Deutschland. In den Sektoren Wärme/Kälte (15,2 %) und Verkehr (7,3 %) lagen diese deutlich darunter. „Das Potenzial der erneuerbaren Energien wird noch immer nicht voll ausgeschöpft“, so Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Um die ambitionierten Klimaziele fristgerecht bis 2030 und 2045 zu erreichen, müsse der Ausbau unbedingt beschleunigt werden, fordert Brandt. Skeptikern, die durch den Bau von Windkraftanlagen oder Solarparks Beeinträchtigungen befürchten, tritt die AEE mit erstaunlichen Zahlen entgegen: So wurde im Rahmen der aktuellen Umfrage nicht nur erhoben, welche Art von Anlage sich die Befragten in ihren Nachbarschaft vorstellen könnten, sondern auch, ob eine solche Anlage bereits existiert. Das Ergebnis: Unabhängig vom Anlagentyp ist die Akzeptanz höher, wenn erneuerbare Energien bereits in der Nachbarschaft erzeugt werden. Konkret geben 59 % an, einen Solarpark in ihrer Umgebung „eher gut“ beziehungsweise „sehr gut“ zu finden. Mit Vorerfahrung liegt die Zustimmung mit 72 % nochmals deutlich höher. Bei den Windenergieanlagen steigt sie von 39 auf 51 %, bei den Biogasanlagen von 26 auf 49 %. Besonders positiv ist die Erfahrung mit Solardächern. Hier gaben 90 % der Befragten mit Vorerfahrung an, neuen Anlagen im Umkreis von fünf Kilometern zuzustimmen.

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Finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten an erneuerbaren Projekten kaum bekannt

Außerdem wollten die Meinungsforscher von Yougov wissen, unter welchen planerischen Gegebenheiten die Befragten den Bau neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen in ihrer Nachbarschaft befürworten. Mehr als ein Drittel (36 %) gab an, einer Errichtung positiver gegenüber zu stehen, wenn sie bereits in den Planungsprozess eingebunden würden. 38 % sagten, eine Einbindung in den Planungsprozess würde ihre Akzeptanz der Anlage nicht beeinflussen.

Hinsichtlich möglicher finanzieller Beteiligungsmöglichkeiten besteht den Umfragewerten zufolge noch Nachholbedarf: Hier sind vor allem Genossenschafts- und Kommanditanteile (25 %) sowie Crowdfunding (20 %) als Beteiligungsmöglichkeiten bekannt. Obwohl mehrere Produkte zur Auswahl standen und Mehrfachnennungen möglich waren, gaben 48 % Umfrageteilnehmer an, keine der zur Auswahl stehenden Angebote zu kennen. „Die Antworten zeigen, dass hier noch viel stärker Informationen für die BürgerInnen zur Verfügung gestellt werden müssten“, sagt Dr. Robert Brandt.

Bundesregierung: Deutsche sind skeptisch, ob genug für das Erreichen der Klimaziele getan wird

In der Pflicht sei hier auch die Politik. Da Yougov seine Umfrage zu Beginn der Koalitionsverhandlungen durchführte, durfte die Frage zur Erwartungshaltung der Deutschen an ihre neue Bundesregierung nicht fehlen: 39 % gaben an, sich nicht sicher zu sein, ob die künftige Regierung genug tun werde, um die Klimaziele für Deutschland zu erreichen. Lediglich vier Prozent waren sich „ganz sicher“; 19 % antworteten, dass sie glauben, die neue Regierung werde „wahrscheinlich“ genug unternehmen. Um die Ausbauziele zu erreichen, wird sich das neu geformte Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz verstärkt mit schnelleren Genehmigungsverfahren und auch mehr Bürgerbeteiligung beschäftigen müssen. Letzteres sei ein wesentlicher Aspekt, wenn es um die Akzeptanz in der Bevölkerung geht, so die AEE.

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