Erneuerbare Energien 13.05.2021, 08:00 Uhr

Volkswagen setzt auf Wind und Sonne

Mit 40 Millionen Euro will der Autoriese die Versorgung seiner Elektroautos mit grünem Strom sicherstellen. Ab 2022 sollen sie auch Teil des Regelenergiemarktes werden.

Bild: PantherMedia/vencav

Bild: PantherMedia/vencav

Ende dieses Jahres geht das größte Solarkraftwerk Deutschlands in Betrieb. Im mecklenburgischen Tramm-Göthen werden auf 248 ha Fläche 420 000 Module montiert, die eine Gesamtleistung von 172 MW haben. Pro Jahr sollen sie 170 Mio. KWh produzieren. Das Besondere daran: Die Anlage wird teilweise von Volkswagen finanziert. Der Konzern hat eine Kooperation mit dem Essener Energiekonzern RWE geschlossen, um das Projekt abzuschließen. E-Autos mit Strom aus erneuerbaren Quellen zu versorgen ist das offizielle Anliegen des Autokonzerns.

Bis 2025 will Volkswagen 40 Mio. € in den Aufbau von Windparks und Solarkraftwerken in mehreren Ländern Europas stecken. Die E-Autos, die Volkswagen in Millionen Stückzahlen verkaufen will, sollen nicht mit Strom fahren, der Emissionen verursacht. „Wir stellen die Umwelt konsequent in den Mittelpunkt unseres Handelns“, verspricht Ralf Brandstätter, Vorstandsvorsitzender der Pkw-Marke Volkswagen.

Strom für 80 Millionen Fahrzeuge

Wenn die E-Autofahrer nicht selbst grünen Strom „tanken“, den sie auf dem eigenen Dach erzeugen oder in zertifizierter Form beziehen, können sie grünen Strom aus den Anlagen beziehen, die Volkswagen finanziert oder mitfinanziert. Alle Kraftwerke, die bis 2025 mit Geld aus Wolfsburg gebaut werden, sollen 7 TWh/a produzieren. Das reicht für 80 Millionen Fahrzeuge.

Bild: Volkswagen

Als Zwischenziel will die Marke VW die CO2-Emissionen aller neu produzierten Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 in Europa um 40 % senken, verglichen mit 2018. Jeder verkaufte VW soll vom ersten Kilometer bis zum Verschrotten im Durchschnitt etwa 17 t Kohlendioxid weniger emittieren als vor zwei Jahren.

100 Prozent Ökostrom für Zwickau

Volkswagen will nicht nur seine Autos zu Umweltengeln machen. Auch die Produktion soll immer klimaverträglicher werden. Die E-Auto-Fabrik im sächsischen Zwickau, in der die elektrische ID-Familie vom Band läuft, bezieht bereits zu 100 % Ökostrom. Von 2030 an sollen weltweit alle Werke außerhalb Chinas regenerativ erzeugten Strom beziehen und damit ihre Produktion betreiben.

E-Autos laden Strom für 100 Kilometer in nur fünf Minuten

Volkswagen geht das Thema E-Auto extrem optimistisch an. 2030 will der Konzern in Europa 70 % seiner Autos mit E-Antrieb ausliefern. In Nordamerika und China strebt er 50 % an.

Wo sollen die ganzen Ladesäulen herkommen?

Ob die ehrgeizigen Ziele auch nur annähernd erreicht werden ist völlig offen. Wer die Wohnstraßen deutscher Städte inspiziert sieht oft ein parkendes Auto hinter dem anderen. Dass die alle Ladesäulen bekommen ist kaum denkbar. Wer eine eigene Garage hat kommt seltener in Ladeschwierigkeiten. Genau die hat Volkswagen mit einem weiteren Vorhaben im Visier. Elektroautos, die heute nur passiv an den Ladesäulen hängen, sollen in das Netz integriert werden. Sie sollen, wenn sie absehbar nicht genutzt werden, bei Strommangel im Netz mit ihrer gespeicherten Energie dazu beitragen, diese Lücke zu füllen.

Batteriefabriken schießen wie Pilze aus dem Boden

E-Autos werden regelenergiefähig

Im nächsten Jahr rüstet Volkswagen als erster Großkonzern seine Fahrzeuge „bidirektional“ aus. Während sie heute nur Strom „tanken“ können, sind sie dann in der Lage, Strom ins Netz einzuspeisen. Sie werden damit, wie große Batterieblöcke von Stromversorgern, Pumpspeicherkraftwerke und Solarbatterien, die beispielsweise der Schwarzwälder Konzern Sonnen zu virtuellen Kraftwerken zusammenschließt, regelenergiefähig. Das heißt, dass sie Strom aus dem Netz beziehen, wenn im Überfluss eingespeist wird, und Energie wieder abgeben, wenn sie knapp ist. Das wird mit oft üppigen Prämien honoriert. Das E-Auto wird zur Sparbüchse. Wenn man allerdings Pech hat ist in den Batterien nur noch eine Mindestmenge an Energie. Dann muss die spontane Ausfahrt ausfallen.

Von Wolfgang Kempkens

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