Wärmeversorgung 09.03.2020, 00:00 Uhr

Wie Mannheim auf erneuerbare Energien umstellt

In Mannheim soll die Wärmeversorgung in den nächsten Jahren auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Entsprechend wurde jetzt die thermische Abfallverwertung angebunden.

Hansjörg Roll, Technikvorstand von MVV Energie, Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Georg Müller, Vorstandschef der MVV Energie AG (v.l.n.r.), nehmen offiziell die Anbindung der thermischen Abfallverwertung auf der „Friesenheimer Insel“ an das regionale Fernwärmenetz Mannheims in Betrieb.

Hansjörg Roll, Technikvorstand von MVV Energie, Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Georg Müller, Vorstandschef der MVV Energie AG (v.l.n.r.), nehmen offiziell die Anbindung der thermischen Abfallverwertung auf der „Friesenheimer Insel“ an das regionale Fernwärmenetz Mannheims in Betrieb. Foto MVV

Um die Klimaziele zu erfüllen, ist eine Wende in der Klima- und Energiepolitik notwendig. Über den Ausstieg aus der Kohleverstromung oder über die Ablösung der Verbrennungsmotoren durch Elektroantriebe wird derzeit viel diskutiert. Doch ein weiteres großes CO2-Minderungspotenzial bietet die Wärmeversorgung. Denn ungefähr ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland stammt aus der Versorgung von Gebäuden mit Wärme. Genau hier setzt das Mannheimer Energieunternehmen MVV an.

So soll in den nächsten Jahren die Fernwärmeversorgung der Stadt Mannheim und der Region auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Anfang Februar wurde dazu der Startschuss gegeben. Vertreter aus Politik und Wirtschaft nahmen vor zahlreichen Gästen offiziell die Anbindung der thermischen Abfallverwertung auf der „Friesenheimer Insel“, ein Gebiet im Nordwesten Mannheims, an das regionale Fernwärmenetz Mannheims in Betrieb. Rund 30 % des Wärmebedarfs sollen so bereits jetzt umweltfreundlich abgedeckt werden. Georg Müller, Vorstandschef der MVV Energie AG, sieht diesen Schritt auch als ersten Meilenstein auf dem Weg zur „Grünen Wärme“. Entsprechend investiert MVV in die Weiterentwicklung seines Standorts auf der Friesenheimer Insel insgesamt rund 100 Millionen Euro.

Wärmeversorgung spart mehr als 300.000 t CO2 pro Jahr

Das Potenzial zur CO2-Reduzierung in Mannheim ist groß. Mit einem 567 Kilometer langen Fernwärmenetz werden neben Mannheim auch die Städte Heidelberg, Ketsch, Schwetzingen, Speyer und Brühl mit Wärme versorgt. Das Netz ist inzwischen so gut ausgebaut, dass allein in Mannheim über 60 % der Haushalte – insgesamt rund 120.000 Haushalte – mit Fernwärme versorgt werden.

Im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen spart Mannheim so bereits heute etwa 300.000 t CO2 pro Jahr ein. Allein die Anbindung der thermischen Abfallverwertung auf der Friesenheimer Insel ermöglicht eine weitere Einsparung von rund 100.000 t CO2 jährlich. Für den baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) ist dieser Schritt ein Beleg dafür, dass die Energiewende heutzutage erfolgreich umgesetzt werden könne. Auch zeige sie, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit intelligent unter einen Hut passten. Und dies sei wichtig, da sie zwei Seiten einer Medaille seien.

Für Hansjörg Roll, Technikvorstand von MVV, nur der erste Schritt. MVV arbeite bereits an weiteren Projekten. So könne beispielsweise das bestehende Biomasse-Kraftwerk in Mannheim um eine Wärme-Auskopplung erweitert werden. So sei es in der Lage, ab 2024 einen zusätzlichen Beitrag für das Fernwärmenetz zu leisten.

Wichtig für Haus- und Wohnungsbesitzer

Und auch für die Haus- und Wohnungsbesitzer ist die Dekarbonisierung der Fernwärme interessant. Denn mit einem entsprechenden Fernwämeanschluss wären auch alle gesetzlichen Vorgaben wie das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) deutlich leichter zu erfüllen. Diese Gesetze erkennen neben Wärme aus erneuerbaren Energien auch Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung als Erfüllungsmöglichkeit an.

www.mvv.de

Von ingenieur.de

Top Stellenangebote

APOprojekt GmbH-Firmenlogo
APOprojekt GmbH TGA Spezialist (m/w/d) für die Pre-Sales Phase Berlin, Düsseldorf
Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg (BTU)-Firmenlogo
Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg (BTU) Universitätsprofessur (W3) Dekarbonisierte Industrieprozesse Cottbus, Zittau
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft University of Applied Sciences-Firmenlogo
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft University of Applied Sciences Professur (W2) für das Fachgebiet "Informationstechnik und Mikrocomputertechnik" Karlsruhe
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften München W2-Professur für Bauproduktionsplanung und Prozessoptimierung (m/w/d) München
Technische Hochschule Ulm-Firmenlogo
Technische Hochschule Ulm Professur (W2) "Softwareentwicklung und Embedded Systems" Ulm
Technische Hochschule Ulm-Firmenlogo
Technische Hochschule Ulm Professur (W2) "Gesundheitsinformatik" Ulm
Technische Hochschule Ulm-Firmenlogo
Technische Hochschule Ulm Professur (W2) "Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik" Ulm
Vermögen und Bau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Diplom-Ingenieure (FH/DH) / Bachelor (w/m/d) der Fachrichtung Elektrotechnik, Versorgungstechnik oder einer vergleichbaren Fachrichtung Baden-Württemberg
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg-Firmenlogo
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg Professur (W2) Digitale Produktentwicklung im Maschinenbau Regensburg
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH-Firmenlogo
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH Functional Safety Engineer (m/w/d) mit Fokus Software im Embedded-System Lüneburg,Hannover,Hamburg
Zur Jobbörse