Treibhausgasemissionen in Deutschland 06.05.2020, 09:28 Uhr

Emissionsbilanz lässt hoffen

Nach vorläufigen Berechnungen des Umweltbundesamtes wurden in 2019 deutschlandweit 6,3 Prozent weniger Treibhausgasemissionen freigesetzt. Hauptverursacher und gleichzeitig auch größter Einsparer ist die Energiewirtschaft.

Bis 2050 soll der Treibhausgasausstoß in Deutschland um 80 bis 95 % sinken. Foto: panthermedia.net/krisdog

Bis 2050 soll der Treibhausgasausstoß in Deutschland um 80 bis 95 % sinken.

Foto: panthermedia.net/krisdog

Auch wenn sich die Corona-Pandemie derzeit positiv auf die Umwelt auswirkt, ist doch klar, dass es sich hierbei um einen kurzfristigen Effekt handelt. Wie groß dieser sein wird, lässt sich erst später verlässlich berechnen. Denn einerseits tragen das Runterfahren der Industrie sowie der verringerte Pkw-Verkehr zu einem geringeren Ausstoß der Treibhausgasemissionen bei. Andererseits führt beispielsweise das Arbeiten im Homeoffice zu einem höheren Stromverbrauch in den privaten Haushalten. Auch das derzeit niedrige Ölpreis-Niveau wird vermutlich den Absatz an Mineralöl ankurbeln.

Doch wie sah es 2019 aus? Allein in Deutschland wurden etwa 805 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Nach vorläufigen Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) waren dies 6,3 % oder fast 54 Millionen Tonnen weniger als ein Jahr zuvor und sogar 35,7 % weniger als im Jahr 1990. Die größten Fortschritte konnte davon die Energiewirtschaft für sich verbuchen. Verglichen zum Vorjahr stieß sie aufgrund der europäischen Emissionshandelsreform, des Ausbaus der Sonnen- und Windenergie, der Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke sowie des niedrigeren Gaspreises knapp 17 % weniger Emissionen aus. Dagegen verbuchten die Sektoren Verkehr und Gebäude Zuwächse. Die Ursachen für diese gegenläufige Entwicklung sieht Dirk Messner, Präsident des UBA, vor allem darin, dass bei der Stromerzeugung deutlich mehr erneuerbare Energien zum Einsatz kommen als beim Verkehr oder bei der Wärmeversorgung.

Bei den erneuerbaren Energien nicht auf Lorbeeren ausruhen

„Deutschland hat 2019 einen großen Schritt beim Klimaschutz geschafft“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Mit Ausnahme von 2009, dem Jahr der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, gäbe es in keinem Jahr seit 1990 einen so großen Rückgang der Emissionen. „Das macht Mut für die großen Aufgaben, die vor uns liegen.“ Doch UBA-Präsident Messner mahnt. Deutschland bewege sich zwar in die richtige Richtung. Aber, „wir wissen auch, dass wir uns vor allem bei den erneuerbaren Energien auf den Lorbeeren der letzten 20 Jahre ausruhen.“ Um den Wegfall der Stromerzeugung aus der Kohle zu kompensieren, müssten beispielsweise wieder deutlich mehr Windenergieanlagen installiert werden.

Die Entwicklungen der Treibhausgasemissionen im Detail

Für das Jahr 2019 lassen sich die Treibhausgasemissionen den Sektoren wie folgt zuordnen:

Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland in Abgrenzung der Sektoren des Klimaschutzgesetzes (KSG). Grafik: UBA

Energiewirtschaft: Rückgang der CO2-Emissionen um fast 51 Millionen Tonnen (minus 16,7 % im Vergleich zum Vorjahr).

  • Industriesektor: Verringerung der Emissionen um mehr als 7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (minus 3,7 %).
  • Gebäudesektor: ein Plus von 5 Millionen Tonnen (plus 4,4 %).
  • Verkehrssektor: mit 163,5 Millionen Tonnen CO2 etwa 1,2 Millionen Tonnen über dem Vorjahr (plus 0,7 %).
  • Landwirtschaft: Rückgang der Treibhausgasemissionen auf 68,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (minus 2,3 %).
  • Abfallsektor: Hier verringerten sich die Emissionen um 0,5 Millionen Tonnen (minus 4,7 %).

Insgesamt konnte bei allen Treibhausgasen ein Rückgang der Emissionen festgestellt werden: beim dominierenden CO2 um minus 6,6 %, bei den Methangesamtemissionen um 2,5 Millionen Tonnen (minus 4,7 %), beim Lachgas um nahezu 1,3 Millionen Tonnen (minus 3,5 %). Die Gesamtheit der F-Gase verringerte sich um fast 0,3 Millionen Tonnen.

Von Peter von Hindte

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