AVA - Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung 05.07.2021, 08:00 Uhr

Kreative Architektur aber trotzdem die Kosten im Blick

Die Architektin Gisela Schwarz liebt eine klare Formensprache. Diese bringt sie mit ihrem Team aus Architekten und Ingenieuren oft in Verbindung mit historischen Gebäuden. Doch das Schöne muss auch gut geplant sein und in einem gewissen Kostenrahmen bleiben. Hier sieht Schwarz keinen Widerspruch.

Kostenmanagement schließt kreative Planung nicht aus. Das zeigt die Sanierung vom Bürgerhaus Offheim. Foto: Architekturbüro Gisela Schwarz, Limburg

Kostenmanagement schließt kreative Planung nicht aus. Das zeigt die Sanierung vom Bürgerhaus Offheim.

Foto: Architekturbüro Gisela Schwarz, Limburg

Gegründet wurde das Architekturbüro Gisela Schwarz 1991. Bereits in den 1990er-Jahren wurde der Schwerpunkt auf die Denkmalpflege gelegt. Diesen hat Gisela Schwarz auch nicht aus dem Auge verloren, auch wenn sie das Büro seit 2011 alleine weiterführt. Zur Aufgabe der Denkmalpflege meint sie: „Die Auseinandersetzung mit dem Bestand und den Lebensentwürfen beziehungsweise praktischen Anforderungen unserer Auftraggeber, das macht den Reiz vieler Projekte aus. Hinzu kommen die energetische Betrachtungsweise und die Nachhaltigkeit, die unsere Arbeit bestimmen.“ Aus diesem Grund kann sie auf Projekte wie den Brandschutzmaßnahmen im historischen Weilburger Schloss oder die Erweiterung der IHK Limburg zurückblicken. Auch für die Deutsche Bahn hat Schwarz Maßnahmen in Gießen, Marburg, Frankfurt und Saarbrücken übernommen. Acht Mitarbeitende unterstützen Schwarz bei ihrer Arbeit. Um das beste für die Projekte zu entwickeln, setzt sich das Team aus Architekten, einem Vermessungsingenieur und einem Bautechniker zusammen.

Energetische Sanierung des Bürgerhauses in Offheim

In Offenheim hat Schwarz den Auftrag nach den Bewerbungsverfahren erhalten, das Bürgerhaus energetisch und brandschutztechnisch zu sanieren. Nach Wunsch des Magistrats der Kreisstadt Limburg soll das öffentliche Gebäude sowohl innen als auch außen ein neues Erscheinungsbild erhalten und barrierefrei werden. Um Fördergelder für das Projekt zu beantragen, musste bereits in der Leistungsphase 3, also relativ früh im Bauvorhaben, entsprechende Massen ermittelt werden. Dabei konnte das Büro auf bestehende digitale Brandschutzpläne und ältere Papierpläne zurückgreifen. Um die Mengen korrekt in einer Software eingeben zu können, nutzte der Bautechniker Ralf Nackowitsch die Möglichkeit, vor Ort Aufmaß zu nehmen. Erfahrungswerte aus älteren Bauvorhaben und Texte aus Sirados halfen Nackowitsch dabei, die Leistungsverzeichnisse zu erstellen. Schnittstellen zwischen der eingesetzten Software ermöglichte es zudem, Texte zu übertragen und die Anträge entsprechend zu stellen.

Schnittstellen für die Ausschreibung

Als die Baugenehmigung erteilt wurde, konnte das Architekturbüro die Aufträge öffentlich ausschreiben. „Die Aufteilung nach Gewerken innerhalb einer AVA-Software ist da sehr praktisch und es wird noch einfacher, wenn der Datenaustausch mit ausführenden Unternehmen über GEAB-Schnittstellen laufen kann“, erklärt Schwarz. Die digitale Datenübermittlung nutzen aber bisher hauptsächlich größere Handwerksbetriebe. Schriftlich abgegebene Aufträge werden daher nachträglich in die AVA-Software eingepflegt. Als der Magistrat die Angebote geprüft hatte, bereitete das Architekturbüro die Aufträge vor. Die Vergabe von diesen leiteten sie in der AVA-Software ein und die Bauphase konnte beginnen. Für den Auftraggeber erstellte das Büro während der Bauphase auf Knopfdruck regelmäßig Kostenberichte aus der AVA-Software. „Die von uns erstellten frühen Kostenberechnungen aus der Software können wir meist bis zum Ende des Projekts einhalten. Unsere Auftraggeber schätzen diese Verlässlichkeit“, bemerkt Schwarz. Sind doch Nachträge möglich, dann häufig, wenn Fachingenieure ihre Leistungen und damit die Kosten anpassen müssten oder der Bauherr nachträgliche Wünsche hat. Nach einem Jahr Bauzeit ist das Bürgerhaus in Offenheim wieder geöffnet. Hinter dem modernen Äußeren der Halle verbirgt sich jetzt der neueste brandschutztechnische und energetische Standard.

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