Absage der Präsenzmesse 01.10.2020, 12:00 Uhr

BAU 2021: Kompakte Ausstellung mit digitalem Angebot

Lange hat die Messe München an ihrem Konzept der klassischen Präsenzmesse für die Weltleitmesse BAU festgehalten. Doch die steigenden Corona-Neuinfektionen haben den Veranstalter dazu bewogen, die klassische Messe abzusagen. In einer Hybridveranstaltung werden im Januar 2021 die Neuheiten aus der Baubranche vorgestellt.

2021 wird die BAU als Hybrid-Veranstaltung digital und vor Ort stattfinden. Foto: StudioLoske/Messe München

2021 wird die BAU als Hybrid-Veranstaltung digital und vor Ort stattfinden.

Foto: StudioLoske/Messe München

Das Hygienekonzept stand bereits für die BAU 2021, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme. Doch in einer Sitzung der Messe München mit Fachbeirat und Kuratorium der BAU wurde am 30. September 2020 mit einem klaren Votum entschieden, die klassische Präsenzmesse vom 11. bis 16. Januar 2021 abzusagen. Im Vergleich zu den Vorjahren wird sich die BAU 2021 in einem veränderten Erscheinungsbild darstellen. Jetzt wird ein hybrides Format realisiert. Hier haben die Aussteller vom 13. bis 15. Januar 2021 die Möglichkeit, ihre Produktneuheiten und Innovationen dem Publikum vorzustellen. Dies kann zum einem auf einer kompakten Ausstellungsfläche geschehen und zu anderen durch das digitale Zusatzangebot. Dadurch haben alle, die aufgrund von Reisebeschränkungen nicht nach München kommen können, die Möglichkeit, an der BAU 2021 teilzunehmen. Die Aussteller können sich in zwei Messehallen und im ICM Internationales Congress Center München vor Ort präsentieren. Hier haben die Besucher die Möglichkeit, Foren und Sonderschauen zu besuchen. Unternehmen, die sich in München präsentieren wollen, haben die Wahl zwischen kompakten Systemständen und einer individuellen Standgestaltung. Die Vorträge und Diskussionen aus den Foren werden als Live-Stream im digitalen Teil der Veranstaltung übertragen. Aufgezeichnete Videos stehen für ein globales Publikum zur Verfügung. Um möglichst viele Interessierte zu erreichen, haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte in Online-Sessions virtuell zu präsentieren. Virtuelle Networking Module sollen den Austausch unter den Teilnehmern im hybriden Modell fördern.

Einschätzung der Covid-19-Situation

Fachbeirat und Kuratorium der BAU waren im Juni noch zuversichtlich, dass die Veranstaltung im Januar 2021 stattfindet, doch man wollte die Entwicklung zur Corona-Pandemie abwarten und die Lage Ende September noch einmal überprüfen, bevor die Aussteller den Großanteil ihrer Messeinvestitionen getätigt haben. „Sinkende Infektionszahlen und Grenzöffnungen gaben im Juni die berechtige Hoffnung auf eine deutliche Besserung der Situation. Leider haben sich die Vorzeichen im Laufe des Septembers stark geändert. Auch wenn eine Präsenzmesse mit unseren Schutz- und Hygienemaßnahmen möglich wäre, hat die Ausweisung von immer mehr Risikogebieten in ganz Europa mit den damit verbundenen Reisebeschränkungen jetzt diese Entscheidung gefordert. Nach unserer Ausstellerumfrage, die wir in den letzten Tagen gerade auch vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Covid-19-Situation durchgeführt haben, hält nunmehr der weitaus überwiegende Teil unserer Aussteller seine Teilnahme an der Präsenzmesse für unrealistisch, da in der jetzigen Situation davon auszugehen ist, dass nur wenige der ursprünglich erwarteten Besucher vor Ort sein werden“, erklärt Dr. Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, die Entscheidung. Dieter Schäfer, langjähriger Vorsitzender von BAU Fachbeirat und Kuratorium, stimmt Pfeiffer zu: „Die Entscheidung vom Juni war richtig. Damals wäre es viel zu früh gewesen, die BAU infrage zu stellen. Uns war allen klar, dass Ende September Klarheit geschaffen werden muss. Daher war es auch konsequent, letzte Woche eine Umfrage durchzuführen. Fachbeirat und Kuratorium stehen hinter der Entscheidung, die BAU 2021 durch ein hybrides Format zu ersetzen.“ Martin Hörmann, der stellvertretende Vorsitzende dieser beiden Gremien, ergänzt: „Eine Verschiebung der Messe war für uns nie eine ernsthafte Option, weil sie den zweijährigen Innovationszyklus, an dem sich die BAU seit jeher orientiert, unterbrochen hätte. Internationale Aussteller und Besucher sind ein Markenkern der klassischen BAU. Unter den aktuellen COVID 19 Rahmenbedingungen hätten wir diese Erwartung nicht erfüllen können.“

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Mehr Informationen ab Mitte Oktober

Die Messe München möchte den Besuchern und Ausstellern zu den Teilnahmemöglichkeiten voraussichtlich ab Mitte Oktober mehr Details unter www.bau-muenchen.com geben. Für den digitalen Bereich haben dann auch wieder Aussteller, die ihre Teilnahme an der BAU bereits abgesagt hatten, die Möglichkeit, sich zu präsentieren. 2023 soll die BAU wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden. Die digitalen Zusatzangebote, die 2021 zum ersten Mal zur Verfügung stehen, sollen dann die BAU erweitern.

Von Heike van Ooyen