Digitalisierung im Bauprozess 24.01.2020, 10:16 Uhr

Open-BIM für die Gebäudeplanung

Building Information Modeling (BIM) bringt Sicherheit im Bauprozess. Die Planungs- und Baufehlerquote verringert sich und die Kostensicherheit ist höher. Um die Vorteile von BIM zu nutzen, muss der Datenaustausch und die Kommunikation sichergestellt sein. Dies ermöglicht Open-BIM.

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Die Arbeit mit Open-BIM ist durch den Datenaustausch per IFC-Format möglich.

Foto: panthermedia.net/duiwoy

Der Planungsansatz Open-BIM ermöglicht eine reibungslose Kommunikation der Planungsbeteiligten. Bei diesem Ansatz findet Softwarefamilienunabhängig ein offener Datenaustausch statt. Somit haben die Planungsbeteiligten mit Open-BIM die Möglichkeit, auf das dreidimensionale Gebäudemodell und dessen detaillierten Informationen zurückzugreifen, obwohl sie in unterschiedlichen Softwarelösungen arbeiten. Sie können das Gebäudemodell nutzen und ergänzen und ebenfalls nach der Planung und dem Bau im Gebäudebetrieb verwenden.

Austausch bei Open-BIM mit dem Dateiformat IFC

Der Austausch findet bei Open-BIM meist über das Dateiformat Industry Foundation Classes (IFC) statt. Das IFC-Format steht für den hersteller- und plattformübergreifenden Austausch von Gebäudemodell-Daten. In einer modell- und bauteilorientierten Planung ist IFC der technische Standard für den Datenaustausch. Professionelle Softwarelösungen aus allen Bereichen des Hoch- und Tiefbaus können IFC verarbeiten. Dabei lässt sich IFC plattformneutral und plattformübergreifend einsetzen. Somit ist ein effizienter Planungsprozess gegeben und die Daten bleiben beständig. Das Datenformat IFC wird durch die unabhängige Organisation buildingSMART stetig weiterentwickelt. Gängiger Standard ist bisher IFC2x3. Dieser wird vom IFC4 abgelöst. Einige führende Softwarelösungen sind bereits hierfür zertifiziert.

Datenaustausch mit IFC benötigt Richtlinien

Parallel zur Entwicklung am IFC werden Richtlinien und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Mit diesen wird sichergestellt, dass zu jedem Anwendungsfall die bezogene Informationsübergabe möglich ist. Dabei wird unter anderem beschrieben, mit welchem Detaillierungsgrad (LOD) der entwerfende Architekt die Daten zum Beispiel an den Tragwerkplaner übergibt.

Offener Datenaustausch durch IFC

Durch den offenen IFC-Standard ergeben sich Vorteile für die verschiedenen Planungspartner. So ist es für alle Projektbeteiligten möglich, ihre Auswahl der BIM-Software frei zu treffen. In den zahlreichen Projekten, die ein Ingenieurbüro zeitgleich in der Umsetzung hat, arbeiten stets verschiedene Partner zusammen. Wechselnde Planungsbeteiligte, zum Beispiel Statiker oder TGA-Fachplaner, setzen in der Regel nicht die gleiche Software ein. Der Open-BIM-Ansatz ermöglicht jedem Fachplaner, mit der für ihn idealen Software zu arbeiten. Seine Leistungen stellt er allen über die offenen Austauschformate zur Verfügung. Dabei übergibt der Planer bei der Datenübergabe zwischen den Projektpartnern nur Teilmodelle. In diesen sind die jeweils benötigten und vereinbarten Informationen aus dem Gebäudemodell vorhanden. Der Statiker bekommt beispielsweise nur das Tragwerk bereitgestellt.

Verantwortlichkeiten bei Open-BIM geklärt

Da jeder Planer bei Open-BIM in seinem individuellen Fachmodell plant, sind die Verantwortlichkeiten klar geregelt und stets nachvollziehbar. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden geprüfte und feste Planungsstände an die Planungspartner übergeben. Auf diese Kenndaten können sich die anderen Planer verlassen und im Zweifel auch berufen. Dieser Arbeitsablauf entspricht den bewährten Arbeitsmethoden getrennter Gewerke, nur dass statt 2D-Plänen nun Modelle mit mehr Informationen übergeben werden. Insbesondere sind, und das ist für den weit überwiegenden Teil aller Gebäudeplanungen essenziell, im Open-BIM-Prozess die Haftungsbereiche jedes (Fach-)Planers klar umrissen. Korrekturen und Anpassungen lassen sich zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen und dem Projektpartner zuordnen.

Datenaustausch bei IFC überprüft

Die Teilmodelle, die untereinander ausgetauscht werden, können vor der Übergabe überprüft werden. Spezielle Programme (Model Checker), lesen das IFC-Modell ein und überprüfen es auf die Einhaltung von Planungsregeln, die der Ingenieur im Vorfeld selbst vergeben hat. Damit helfen sie zusätzlich, Fehler und Unstimmigkeiten früh zu finden, bevor sie in die weitere Planung eingehen oder in der Bauphase hohe Kosten verursachen.

Datenstandard neben IFC

Nicht nur IFC ist als offener Datenstandard definiert. Hinzu kommt verstärkt das BIM Collaboration Format (BCF). BCF eignet sich unter anderem für die Betrachtung und Kommentierung von Kollisionspunkten im Modell und wird in vielen Tragwerks-, TGA- und Modellprüfprogrammen verwendet. Darüber hinaus ist noch CoBie als Datenstandard zu nennen, der nicht geometrische Attribute für das Gebäudemanagement (FM) definiert.

 

Von ingenieur.de

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