Top-Thema auf der EMO: Digitalisierung 21.07.2025, 16:27 Uhr

Von der ersten Datenerfassung bis zur KI-Anwendung

Ob Mittelständler oder Großkonzern: Alle Firmen müssen ihre Produktion fortlaufend digitalisieren. Warum? Und wie? Antworten liefert die EMO Hannover 2025.

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Es muss nicht sofort die High-End-Lösung sein. Aber jedes produzierende Unternehmen sollte sich mit der Digitalisierung und mit KI beschäftigen.

Foto: PantherMedia / BiancoBlue

Eigentlich ist die Digitalisierung von Werkzeugmaschinen nichts Neues. Sie begann mit der ersten CNC-Steuerung in den 1960er-Jahren. Damit ist sie älter als die EMO, die Weltleitmesse der Produktionstechnik. Sie feiert in diesem Jahr nämlich „erst“ ihr 50-jähriges Jubiläum. Stets galt und gilt die Frage: Wie finden Unternehmen den wirtschaftlich sinnvollsten Weg in die Digitalisierung?

„Unternehmen sind immer gut beraten, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, welche digitalen Anwendungen für sie relevant sind“, sagt Dr. Markus Heering, Geschäftsführer beim EMO-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Einer der ersten und wichtigsten Schritte in der Fabrik sei es, Transparenz in der Fertigung herzustellen, durch gezielte Datenerfassung und Datenaustausch.

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 Datenerfassung und Vernetzung leicht gemacht

Welcher Nutzen sich aus den Daten ziehen lässt, zeigt ein Blick auf die digitalen Lösungen, die viele Maschinenhersteller anbieten. Die Maschine selbst ist ein komplexes mechatronisches System, das inzwischen durchgängig digitalisiert ist. Das spielt die Hauptrolle beim Aufbau eines abgeschlossenen, auf das jeweilige Unternehmen begrenzten Datenraums (Private Cloud, Intranet). Um dafür zu sorgen, dass sowohl neue Werkzeugmaschinen als auch Bestandsmaschinen, Maschinen unterschiedlicher Hersteller oder gar Roboter in der Fabrik miteinander kommunizieren und Daten austauschen können, werden offene, standardisierte Datenschnittstellen benötigt. Die globale Initiative „umati“ (universal machine technology interface) wird auf der EMO Hannover 2025 erneut zeigen, welchen Nutzen die standardisierte Vernetzung von Maschinen bietet.

Die wichtigste Erkenntnis dazu ist, dass durch die Auswertung großer Datenmengen Produktionsabläufe optimiert, Fehler frühzeitig erkannt und Ressourcen effizienter eingesetzt werden können. Das steigert die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt erheblich.

Maßgeschneiderte Produkte mit der Effizienz der Serienfertigung

Einige Anwendungsfälle dürften in diesem Jahr auf der EMO besonders im Fokus stehen. So fördern Digitalisierung und Vernetzung die Individualisierung von Produkten und die Anpassung an sich schnell ändernde Marktanforderungen. Mit Methoden wie Mass Customization können Unternehmen maßgeschneiderte Produkte in kleiner Stückzahl herstellen, ohne die Effizienz der Serienproduktion zu verlieren.

Weniger Material- und Energiededarf pro Teil

Digitalisierung kann zudem beim Thema Nachhaltigkeit unterstützen, wie Prof. Dr. Christian Brecher, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT, Aachen, kürzlich hervorhob. Die Datenanalyse hilft, Maschinenkapazitäten effizienter zu nutzen. „Eine optimierte Prozessführung trägt dazu bei, das Potenzial einer Maschine besser auszuschöpfen und Ressourcen effizienter einzusetzen“, so Brecher. Die Digitalisierung spiele zudem eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft, indem sie die Ressourcenverfolgung und -wiederverwendung unterstützt. Für jedes produzierte Teil werden somit weniger Energie und Material benötigt.

Ebenso vielfältig wie spannend erscheinen die Möglichkeiten, die der Einsatz künstlicher Intelligenz bietet. Algorithmen können wiederkehrende Situationen analysieren und Muster erkennen, die auf einen drohenden Maschinenausfall hindeuten. So lassen sich Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten vorausschauend planen und durchführen. KI kann zudem Produktionsprozesse in Echtzeit überwachen und Änderungen vorschlagen, um beispielsweise den Energieverbrauch zu senken.

 Mit KI gegen den Fachkräftemangel

Für reichlich Gesprächsstoff dürfte auf der EMO Hannover 2025 der Fachkräftemangel sorgen. Wie lässt sich mithilfe von KI und digitalen Lösungen das Erfahrungswissen kompensieren, das verloren geht, wenn langjährige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen oder in den Ruhestand gehen? Was leisten KI-gestützte Assistenzsysteme, die Bedienern helfen sollen, indem sie Fragen beantworten, Anleitungen bieten oder für individuelle Schulungen eingesetzt werden? Inwieweit gelingt es der KI, neue oder weniger erfahrene Mitarbeiter zu unterstützen?

Umfangreiches Expertenwissen verspricht auf der EMO Hannover 2025 der Gemeinschaftsstand „AI + Digitalization Area“ sowie der „AI Hub@EMO2025“. Hier bietet sich Investoren aus Industrie und Administration ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die Vernetzung gepaart mit künstlicher Intelligenz eröffnet.

Was EMO-Aussteller für technologische Lösungen zum Thema Digitalisierung und KI zu bieten haben, erfahren Sie bereits im Vorfeld der Messe auf der Landingpage „Made for AI & Digitalization“. Hier berichten ausstellende Unternehmen sukzessive bis zur Laufzeit der EMO im September, wie sie mit vernetzten Maschinen, intelligenter Datenanalyse oder Cloud-Computing die Effizienz ihrer Produktion steigern könnten.

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