Qualitätskontrolle 10.09.2025, 17:57 Uhr

Schnell unter die Lupe nehmen

Hexagon behauptet, gleich vier Prinzipien in einem Koordinatenmessgerät vereint zu haben: Geschwindigkeit, Bedienerfreundlichkeit, digitale Vernetzung und Skalierbarkeit.

Das Koordinatenmessgerät „Maestro“ passt sich flexibel an sich verändernde Produktionsbedarfe an. Foto: Hexagon

Das Koordinatenmessgerät „Maestro“ passt sich flexibel an sich verändernde Produktionsbedarfe an.

Foto: Hexagon

Die Qualitätssicherung in der Metallbearbeitung steht vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Industriezweige, jedoch unter besonders hohen Anforderungen an Präzision und Effizienz: Unternehmen müssen Produktivität und Flexibilität steigern, akute Fachkräfteengpässe kompensieren und gleichzeitig konstant höchste Qualitätsstandards gewährleisten. Der Druck wächst, da immer mehr hochkomplexe Metallbauteile mit engen Toleranzen geprüft werden müssen, oft in deutlich verkürzten Entwicklungszyklen und unter hohem Zeit- und Kostendruck.

Bei der Entwicklung des neuen Koordinatenmessgeräts (KMG) „Maestro“ vereinte Hexagon deshalb nach eigenen Angaben vier Prinzipien: Geschwindigkeit, Bedienerfreundlichkeit, digitale Vernetzung und Skalierbarkeit. Die Digital-First-Architektur des KMG ermögliche Anwendern schnelle Messroutinen, intuitive Bedienung ohne vorausgesetzte Programmierkenntnisse und nahtlose Integration der Daten in ihr System.

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Maestro ist laut Hexagon zudem vollständig digitalisiert, von einem digitalen Zwilling begleitet und mit einem (digitalen) Rack zur Aufbewahrung der Sensoren ausgestattet. Dadurch wisse die Maschine jederzeit, welcher Sensor wo im Einsatz ist, und erlaube Anwendern eine digitale Nachverfolgung und Simulation ihrer Messung. Das vollständig digitale System ermögliche außerdem die unkomplizierte Anbindung in Automatisierungs- und IT-Systeme und vereinfache nachträgliche Systemerweiterungen. Ferner verspricht der Hersteller: „Eine Kombination aus synchronisierten Multi-Achsenbewegungen und 360°-Rotationen der B-Achse sowie verbesserte Kalibrierungsroutinen reduzieren Positionierungszeiten und macht Re-Tracking unnötig.“ In der Bewegung erreiche die Maschine Beschleunigungen von bis zu 6500 mm/s², in der Messung komme sie auf eine Geschwindigkeit von bis zu 1100 mm/s. So passe sich Maestro flexibel an sich verändernde Produktionsbedarfe an.

Software für das Reverse Engineering

Die „Geomagic Suite“ unterstützt laut Hexagon Reverse-Engineering-, Inspektions- und Messtechnik-Workflows mit 3D-Scannern aller Hersteller.

Foto: Hexagon

Auf der EMO Hannover präsentiert Hexagon außerdem die „Geomagic Suite“. Sie unterstützt nach Unternehmensangaben Reverse-Engineering-, Inspektions- und Messtechnik-Workflows mit 3D-Scannern aus einem breiten Spektrum an optischen, Laser- und Lidarscannern aller Hersteller. Die enthaltene Software „Geomagic Design X“ erlaube Anwendern, Daten von jedem Scanner mit geführten Workflows rückzuführen und ermögliche eine genaue Konvertierung und Wiederherstellung parametrischer CAD-Daten. So ließen sich Modelle von Teilen erstellen, die zuvor nur schwer zu modellieren waren. Die Lösung „Geomagic Control X“ vereinfache zudem die Interpretation und Inspektion von Scandaten sowie die Erstellung von Berichten. Die Software automatisiere Arbeitsabläufe und biete eine validierte Genauigkeit gemäß den Standards von NIST, PBT und NPL. „Geomagic Freeform“ schließlich ermögliche das intuitive Erstellen und Formen von organischen Modellen, die für herkömmliche CAD-Systeme zu komplex wären. Dabei könnten zur schnelleren Bearbeitung STL-, CAD-, Scan- und andere 3D-Daten importiert werden, während umfangreiche automatisierte und manuelle Tools maximale Modellierungsflexibilität böten.

Präzise Inspektion großer Teile

Der „Leica Absolute Tracker ATS800“ erlaubt die präzise Inspektion großer Teile, etwa aus dem Flugzeugbau.

Foto: Hexagon

Ein weiteres Ausstellungsstück von Hexagon ist der „Leica Absolute Tracker ATS800“. Er sei als Lasertracker der nächsten Generation auf komplexe Produktionsumgebungen mit hoher Variantenvielfalt und großformatigen Bauteilen ausgelegt, ohne besondere Kompetenzen zu verlangen. Das System kombiniere hochpräzises, direktes Scannen mit Reflektorverfolgung und biete dadurch eine mit Reflektor-Messsystemen vergleichbare Direktabtastgenauigkeit in einem tragbaren, leichten System. Die Einrichtung dauere nur wenige Minuten und ermögliche so unbeaufsichtigte oder prozessbegleitende Inspektionen ohne Einschränkungen bei Genauigkeit oder Rückverfolgbarkeit. Bei der Integration in digitale und roboterbasierte Automationsprozesse reduziere der ATS800 zusätzlich Prüfzeiten und erlaube Mess- und Prozessanpassungen in Echtzeit.

Hexagon auf der EMO Hannover 2025: Halle 5, Stand D50.

Quelle: Hexagon

Ein Beitrag von:

  • Stefan Asche

    Stefan Asche

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: 3-D-Druck/Additive Fertigung, Konstruktion/Engineering, Logistik, Werkzeugmaschinen, Laser

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