Innovationen 23.01.2009, 19:39 Uhr

Entwicklungskosten senken mit kollektiver Intelligenz  

Neue Erzeugnisse sind immer seltener das Produkt der Leistungen Einzelner. Regelmäßig sind es Gruppen, die Durchbrüche erzielen. Wie aber können Firmen die Teamintelligenz und -kreativität fördern und damit ihre Innovationsfähigkeit stärken? Berater Thomas Altmann verrät Ansatzpunkte. VDI nachrichten, Düsseldorf, 23. 1. 09, sta

Altmann: Kollektive Intelligenz ist das zusätzliche Wissen, das generiert wird, wenn Menschen zusammenarbeiten. Also im Grunde genommen all das, was die Einzelpersonen so nicht geschafft hätte, wenn man sie isoliert hätte arbeiten lassen. Erst durch die Qualität der Verbindung entsteht Neues.

Welche Methoden zur Nutzung kollektiver Intelligenz halten Sie für besonders hilfreich?

Sehr empfehlen kann ich die so genannte „Dynamic Facilitation“ („dynamische Unterstützung“). Dabei setzen sich alle Mitarbeiter, die von einer gegebenen Problemstellung tangiert sind, an einen Tisch. Jeder schildert dann, geführt von einem Moderator, was aus seiner Sicht die Ursache des Problems ist. Parallel dazu dürfen alle Teilnehmer Fakten beisteuern und Lösungen zu den genannten Problemfaktoren vorschlagen.

Das soll zielführend sein? Dabei entsteht doch nur Chaos und Verwirrung…

Das könnte man annehmen. Tatsächlich aber vertieft sich bei allen das Problemverständnis. Schon nach kurzer Zeit kann jeder die Komplexität der Ausgangssituation viel besser erfassen. Und jeder kann die bis dato gemachten Lösungsvorschläge besser abwägen. Die Gruppe erkennt jenseits der einzelnen Symptome, was der eigentliche Kern des Problems ist. Parallel dazu kristallisiert sich in aller Regel eine einzige, von allen mitgetragene Lösung heraus. Das ist die Leistung des Kollektivs. Eine wesentliche Voraussetzung für diesen Prozess ist natürlich, dass im Zuge der Diskussion abwechselnd immer nur einer spricht.

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Worauf sollten Teilnehmer bei der Gesprächskultur sonst noch achten?

Sie sollten das alte Spiel „Wer hat Schuld? Wer hat Recht?“ einstellen. Außerdem sollten sie die Haltung aufgeben, dass sie selbst schon wissen, was das Problem ist – und die anderen eben nicht. Eine derartig enge Problemdefinition schränkt sie bei der Lösungssuche unnötig ein. Wichtig ist auch das Thema Bewertung: Der Verstand ist darauf trainiert sofort zu urteilen, ob etwas gut oder schlecht, richtig oder falsch ist. Aber wer kollektive Intelligenz nutzen will, muss lernen, sich auch einmal auf das Beobachten zu beschränken.

Wie oft sollten solche Diskussionsrunden stattfinden?

Das ist von Fall zu Fall und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Es hat sich aber als sehr hilfreich erwiesen, den im Zuge der ersten Diskussion abgesteckten Lösungsweg regelmäßig durch weitere Gespräche zu überprüfen. Zwischenzeitlich veränderte Rahmenbedingungen können es erforderlich machen, die Route anzupassen.

Die Durchführung solcher Gesprächskreise verlangt viel Zeit. Kommt das die Firmen letztlich nicht teuer zu stehen?

Nein, im Gegenteil. Mit der Methode kann Zeit und vor allem Geld gespart werden. Sie kann dabei helfen, Fehlentwicklungen zu vermeiden. Ein Beispiel aus der Automobilindustrie macht das deutlich: Zulieferer bleiben regelmäßig auf ihren kostspieligen Entwicklungen sitzen, weil sich die Anforderungen der Hersteller an die Produkte zwischenzeitlich geändert haben. Das könnte vermieden werden, wenn sich die beiden Parteien mit ihren jeweils beteiligten Experten regelmäßig an einen Tisch setzen würden und gemeinsam Lösungen suchen und sie an aktuelle Anforderungen anpassen würden.

S. LINNEWEBER/sta

 

Ein Beitrag von:

  • Silke Linneweber

  • Stefan Asche

    Stefan Asche

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: 3-D-Druck/Additive Fertigung, Konstruktion/Engineering, Logistik, Werkzeugmaschinen, Laser

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