ANZEIGE 02.11.2020, 09:58 Uhr

Zukunftstechnologie trifft Forschung

Für die Erforschung, Weiterentwicklung und Nutzung additiver Technologie hat die Universität Bayreuth die Forschungsstelle Campus Additive.Innovationen (CA.I) gegründet.

High-Speed-Sintering zur Herstellung eines Reifenmodells

High-Speed-Sintering zur Herstellung eines Reifenmodells.

Foto: LUP.

Interdisziplinäre Vernetzung ist den Forschern wichtig: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf Fakultäten und mehr als 20 Lehrstühlen arbeiten gemeinsam an innovativen Lösungen. Zugleich kooperieren sie branchenübergreifend mit Unternehmen im regionalen Umfeld. „Die additive Fertigung wird in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft meistens durch die Brille eines Ingenieurs betrachtet. Doch nur wenn dieses Zukunftsfeld fächerübergreifend und zusammenhängend bearbeitet wird, können einzigartige und nachhaltige Innovationen von morgen mit und durch die additive Fertigung gelingen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Frank Döpper, Inhaber des Lehrstuhls Umweltgerechte Produktionstechnik an der Universität Bayreuth. Diesen Ansatz will die neue Forschungsstelle vorantreiben: Materialien, Technologien und Anwendungen der additiven Fertigung sowie Geschäftsmodelle sollen aus vielen Blickwinkeln interdisziplinär untersucht, entwickelt und optimiert werden. Gesellschaftliche Technikfolgen, auch auf internationaler Ebene, sollen dabei einbezogen werden.

 „Unsere langjährigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Industriepartnern, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen, zeigen: Damit der Einstieg in die additive Fertigung zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg wird, ist es unabdingbar, von vornherein die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick zu nehmen – angefangen von der kundenorientierten Produktentwicklung über die Herstellungsprozesse bis zum Change Management und strategischen Management“, sagt Christian Bay vom Lehrstuhl Umweltgerechte Produktionstechnik.

Schwerpunkte der neuen Forschungsstelle sind Design, Werkstoffe und Prozesse, Digitalisierung sowie Geschäftsmodelle und Rechtsfragen. Diese systematische Vernetzung technischer und nicht-technischer Fragestellungen und Kompetenzen auf dem Gebiet der additiven Fertigung ist laut Aussage der Forscher in Deutschland einzigartig.

Additiver Fertigungsprozess des Laserstrahlschmelzens.

Additiver Fertigungsprozess des Laserstrahlschmelzens.

Foto: Christian Bay.

Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen steigern

Insbesondere Unternehmen aus dem regionalen Umfeld sind eingeladen, die Potenziale und Anwendungen der additiven Fertigung in den Labors und Technika auf dem Bayreuther Campus zu erleben. Zugleich entwickelt der CA.I im Dialog mit den regionalen Kammern und der Campus-Akademie der Universität Bayreuth Angebote für die schulische, berufliche und wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung.

„Die additive Fertigung ermöglicht Unternehmen große Freiheiten bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Zudem kommt sie ohne die klassischen Werkzeuge der industriellen Herstellung aus. Daher ist zu erwarten, dass von dieser Technologie auch disruptive Wirkungen ausgehen. Gerade deshalb will die Forschungsstelle Campus Additive.Innovationen den großen und starken regionalen Mittelstand schon sehr frühzeitig in die Lage versetzen, die faszinierenden neuen Möglichkeiten optimal zu nutzen und so die eigene Innovationskraft nachhaltig zu stärken. Mit ihrer systematischen Vernetzung von wissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Herausforderungen wird die Forschungsstelle eine Ausstrahlung entfalten können, die weit über die eigene Region hinausreicht“, sagt Christian Bay.

Von Frank Jablonski

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