ANZEIGE 02.11.2020, 10:05 Uhr

Über den Campus in die 3D-Serienproduktion

Rund 15 Millionen Euro investiert BMW in das Thema der Additiven Fertigung. In Oberschleißheim bei München konzentrieren die Autobauer die Produktion von Prototypen- und Serienteilen in einem neuen Zentrum.

Im neuen Campus sollen 10.000 Einzelteile additiv gefertigt werden.  Foto: BMW

Im neuen Campus sollen 10.000 Einzelteile additiv gefertigt werden.

Foto: BMW

Auf diesem Campus soll die Forschung an neuen 3D-Drucktechnologien und die Schulung der Mitarbeiter für die weltweite Einführung der werkzeuglosen Produktion stattfinden. Dabei sieht sich BMW selbst als Technologieführer: „Additive Manufacturing ist bereits heute ein integraler Bestandteil unseres weltweiten Produktionssystems und in unserer Digitalisierungsstrategie verankert. Zukünftig werden solche neuen Technologien die Produktionszeiten noch weiter verkürzen und es uns ermöglichen, das Potenzial der werkzeuglosen Fertigung noch besser auszuschöpfen“, sagt Produktionsvorstand Nedeljković. Im vergangenen Jahr produzierte die BMW Group rund 300.000 Teile durch additive Fertigung.

Das Ziel lautet 3D-Druckverfahren für die Automobilproduktion immer stärker zu industrialisieren und neue Automatisierungskonzepte in der Prozesskette umzusetzen. Dadurch sollen die Komponentenfertigung für die Serienproduktion rationalisiert und die Entwicklung beschleunigt werden. Hierzu engagiert sich BWM im Projekt Industrialisierung und Digitalisierung der additiven Fertigung für die Automobil-Serienproduktion (IDAM) das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Die insgesamt zwölf Projektpartner wollen nicht weniger als den Durchbruch für die Integration der additiven Fertigung in die Serienproduktion der Automobilindustrie schaffen. Auf dem Additive Manufacturing Campus wird dazu nun eine Produktionslinie aufgebaut, die die gesamte Prozesskette von der Vorbereitung der digitalen Produktion bis hin zur Herstellung und Nachbearbeitung von Bauteilen abbildet. Das IDAM-Team bereitet sie auf die spezifischen Anforderungen der Serien-, Einzel- und Ersatzteilfertigung vor. Die Produktionsziele sind hochgesteckt: Jährlich sollen mindestens 50.000 Serienbauteile mit über 10.000 Einzel- und Ersatzteilen in sehr hoher Qualität produziert werden.

Über den Campus in die 3D-Serienproduktion

Fertige Bauteile aus einem Kunststoffdrucker.

Foto: BMW

Über den Campus in die 3D-Serienproduktion

AM-Maschinen bei BMW: Seit den ersten Schritten zur Produktion von Konzeptfahrzeugen in den frühen 90er Jahren hat sich die Technik deutlich weiterentwickelt.

Foto: BMW

Bereits seit einiger Zeit sichert sich BMW Know-How über verschiedene Beteiligungen, wie z.B.

  • Am Start-up-Unternehmen Desktop Metal zur additiven Fertigung von Metallkomponenten,
  • dem US-amerikanischen Start-up Xometry, eine Plattform für On-Demand-Fertigung,
  • dem deutschen Start-up Elise, das es Ingenieuren ermöglicht, eine Komponenten-DNA zu produzieren, die alle technischen Anforderungen an ein Bauteil enthält

Die Vorentwicklungsabteilung des Additive Manufacturing Campus soll nun diese neuen Technologien und Materialien für den umfassenden Einsatz im gesamten Unternehmen zusammenfasssen und optimieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Automatisierung von Prozessketten, die bisher viel Handarbeit erforderten, um den 3D-Druck wirtschaftlicher und längerfristig für den Einsatz im industriellen Maßstab nutzbar zu machen.

Von Frank Jablonski

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.