+++Anzeige+++ 10.10.2018, 11:00 Uhr

„Wir helfen deutschen Unternehmen, ihre I4.0-Transformationsinitiativen zu beschleunigen und das Wachstum in der Region für sich zu nutzen“

Interview mitLim Kok Kiang, Assistant Managing Director der Singapurer Wirtschaftsentwicklungsbehörde EDB (Economic Development Board).

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Foto: Getty Images

Wo steht die Wirtschaft Singapurs derzeit beim Thema digitale Transformation?

Im Industriesektor erleben wir die digitale Transformation durch die Einführung von Industrie 4.0. Laut einer Studie der Boston Consulting Group könnte Industrie 4.0 die Gesamtproduktion des verarbeitenden Gewerbes um über 22,5 Milliarden Euro erhöhen, die Arbeitsproduktivität um 30 Prozent steigern und bis 2024 rund 22.000 Arbeitsplätze in Singapur schaffen. Im Vorgriff auf diese Entwicklungen hat Singapur mehrere Initiativen zur Erhaltung und Stärkung seines Ökosystems im Bereich der Produktion gestartet.

Welche Initiativen sind dies konkret?

Erstens mussten wir eine gemeinsame Sprache entwickeln, um das Bewusstsein für Industrie 4.0 zu schärfen. Deshalb haben wir den „Singapore Smart Industry Readiness Index“ geschaffen, um Unternehmen einen gemeinsamen Rahmen für den industriellen Wandel zu bieten.

Zweitens haben wir offene Innovationsplattformen für Technologieentwicklung und Prüfstände eingerichtet, um Innovationen voranzutreiben. Dazu gehören Investitionen von zwei Milliarden Euro in die öffentliche Forschung für fortschrittliche Fertigung und Technik, die Integration einer tiefen und lebendigen Basis von Technologieanbietern wie Siemens und ABB sowie Initiativen wie das Nationale Robotik-Programm zur Verbesserung der Produktivität mithilfe von Robotern. Singapur hat außerdem zwei Modellfabriken errichtet, in denen Unternehmen neue Technologien entwickeln und testen können.

Drittens haben wir interne Kapazitäten in Unternehmen aufgebaut, indem wir in Talent-Initiativen investiert haben. Wir haben zunächst die für Industrie 4.0 benötigten neuen Qualifikationen identifiziert und dann kontinuierliche Weiterbildungs- und Fortbildungskurse implementiert. Schließlich konzentrierten wir uns auf den Aufbau einer Community in Singapur, um Unternehmen dabei zu helfen, ihre eigenen Initiativen zu beschleunigen und das Wachstum der Region zu nutzen. Deshalb veranstaltet Singapur im Oktober die erste Asien-Pazifik-Ausgabe der Hannover Messe (industrial-transformation.com). Mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem asiatisch-pazifischen Raum, wird die Veranstaltung eine Plattform sein, die Vordenker der Fertigungsindustrie, Technologieanbieter und verschiedene Regierungen zusammenbringt.

Welche Chancen ergeben sich hier für deutsche Unternehmen in Singapur?

Deutsche Unternehmen können Singapur nutzen, um Innovationslösungen zu testen und zu entwickeln, die auf die Region zugeschnitten sind. So hat Siemens eine Digital Factory Manufacturing Design Consultancy, also eine spezielle Beratung für die Planung smarter Fabriken, eröffnet. Mit Dormakaba arbeitet Siemens an der Entwicklung einer intelligenten Fabrik zur Herstellung von Türschließern. Zudem können deutsche Unternehmen auf Singapurs Pool an internationalen qualifizierten Talenten zurückgreifen und genießen den Schutz geistigen Eigentums. Das sind gute Voraussetzungen, um erstklassige Industrie 4.0-Produktionsstätten zu betreiben. Pepperl+Fuchs hat jüngst sein Global Distribution Centre in Singapur eröffnet. Das Unternehmen verfügt über ein intelligentes Lagerverwaltungssystem, ein automatisches Regalbediengerät und setzt Industrie 4.0-Technologien in seinen Fertigungslinien ein. Von Singapur aus wird das Center mehr als 15.000 Produkte weltweit vertreiben, damit die Effizienz und Wirtschaftlichkeit steigern und kürzere Lieferzeiten bieten können.

Mit dem Singapore Smart Industry Readiness Index hat Singapur ein Analysetool für Industrie 4.0-Prozesse vorgestellt. Warum?

Eine Accenture-Studie aus 2017 ergab, dass sieben von zehn Herstellern aus dem Energie-, Chemie- und Versorgungssektor in Singapur planen, bis 2020 Industrie 4.0-Lösungen einzusetzen. Viele wissen nicht, wo und wie sie anfangen sollen. Um die industrielle Transformation zu beschleunigen, braucht es einen gemeinsamen Rahmen. Ziel ist es, sich die Industrie 4.0 zu erschließen, eigene Anlagen zu bewerten und eine Roadmap für die Transformation zu planen.

Gemeinsam mit dem TÜV Süd haben wir den Index an globalen Standards wie dem „Rami-4.0 Framework“ ausgerichtet. Laut Professor Axel Stepken, dem Vorstandsvorsitzenden von TÜV Süd, hat der Index das Potenzial, globaler Standard für die Zukunft der Fertigung zu werden. Hier können Sie mehr über den Index erfahren: https://www.edb.gov.sg/en/news-and-resources/insights/manufacturing/singapore-smart-industry-readiness-Index.html

Weitere Informationen liefert auch die EDB-Website unter https://www.edb.gov.sg/

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