Europas Energiesystem am Scheidepunkt – eine grüne Energieversorgung ist möglich und nötig
Die Energiewende in Europa trägt Früchte: Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sinkt deutlich, vor allem in der Stromerzeugung. Gleichzeitig wandelt sich das Energiesystem rasant – von zentral zu dezentral, von grundlastorientiert zu flexibel, von analog zu digital. Diese rasante Dynamik bringt große Herausforderungen und noch größere Chancen mit sich. Die technischen und marktwirtschaftlichen Lösungen für den Systemwechsel sind vorhanden. Eine Rückkehr zu fossilen oder thermischen Erzeugungslandschaften kann sich Europa geopolitisch und finanziell nicht mehr leisten. Jetzt braucht es rasche Umsetzung, Mut, Innovationsbereitschaft und passende Rahmenbedingungen.
Foto: EM Power
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Wind- und Solarenergie erzeugten 2025 zusammen 30 Prozent des Stroms in der EU, fossil basierte Erzeugung kam nur noch auf 29 Prozent. Im selben Jahr überholte die Photovoltaik in der EU erstmals die Kohle als Stromquelle. Auch global setzt sich der Trend fort: Im ersten Halbjahr 2025 stieg der weltweite Strombedarf um 2,6 Prozent beziehungsweise 369 Terawattstunden. Solarenergie legte um 31 Prozent zu, Windenergie um 7,7 Prozent. Gemeinsam deckten beide Technologien den gesamten zusätzlichen Strombedarf; Solarenergie allein trug rund 83 Prozent dazu bei.
Erneuerbare Energien sind zudem unschlagbar günstig. 2024 lagen die weltweiten mittleren Stromgestehungskosten von Freiflächen-Photovoltaik bei rund 4,3 US-Cent pro Kilowattstunde und damit etwa 41 Prozent unter den günstigsten fossilen Kraftwerken. Dieser Kostenvorteil treibt den Ausbau weltweit an.
Herausforderungen für erneuerbare Stromsysteme
Anfang 2026 lag die weltweit installierte PV-Leistung bei fast 3 Terawatt. Gebremst wird das weitere Wachstum jedoch noch von Strukturen, die für zentrale Energiesysteme geschaffen wurden. Mit wachsendem Anteil von Wind- und Solarstrom nehmen Phasen niedriger oder negativer Strompreise zu. Das belastet die Wirtschaftlichkeit von Projekten und führt teils zur Abregelung. Zugleich steigen die Anforderungen an Netzstabilität, Netze und Digitalisierung. Entscheidend ist deshalb vor allem eines: mehr Flexibilität. Die Hybridisierung von Anlagen mit Energiespeichern und intelligente Marktregeln sind dafür unverzichtbar.
Die Energiewende-Gamechanger: Batteriespeicher
Der Ausbau fluktuierender erneuerbarer Energien macht Batteriespeicher zu zentralen Gamechangern der Energiewende. Sie verschieben Strom in Stunden mit geringerem Angebot, unterstützen die Netzstabilität und verringern Abregelung. 2025 wurden in der EU zusätzlich 27,1 Gigawattstunden Batteriespeicher installiert – ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 55 Prozent der neuen Kapazität entfielen bereits auf Großspeicher. Damit werden sie zur tragenden Säule der Systemflexibilität und ermöglichen neue Geschäftsmodelle.
PV-Hybridanlagen: Neue Finanzierungsmodelle für PV-Großanlagen
Auch PV-Hybridanlagen werden zum neuen Branchenstandard: PV und Batteriespeicher hinter einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt nutzen Infrastruktur doppelt, machen Einspeisung planbarer und erlauben es, Solarstrom zeitlich aufzuwerten – von Niedrigpreisen in wertvollere Stunden. So entstehen neue Finanzierungsmodelle für PV-Großanlagen, deren Marktwert zuletzt unter Druck geraten war. Neben Multi-Use-Modellen dürften auch hybride PPAs an Bedeutung gewinnen.
Der nächste Schritt passiert in der Software: KI-gestützte Dispatch-Strategien, digitale Zwillinge und automatisierter Moduswechsel durch intelligente Energiemanagementsysteme machen Speicher zu lernenden Assets, die Wirtschaftlichkeit und Systemnutzen zugleich optimieren.
The smarter E Europe 2026: Branchentreff der Superlative
Unser Energiesystem verändert sich rasant – und mit ihm Produkte, Anwendungen und Geschäftsmodelle. Um mitzuhalten, braucht die Branche Austausch, Dialog und Wissenstransfer. The smarter E Europe bleibt dafür der Treffpunkt der Energiebranche: Auf 19 Messehallen und dem Außengelände erwarten rund 2.800 Aussteller mehr als 100.000 Besucher. Die Messeallianz findet vom 23. bis 25. Juni 2026 auf der Messe München statt – erstmals mit neuen Öffnungszeiten von Dienstag bis Donnerstag.
Auf 200.000 Quadratmetern zeigen die Aussteller Innovationen für Photovoltaik, Energiespeicher, E-Mobilität, Ladeinfrastruktur sowie Energiemanagement und vernetzte Energielösungen. Sieben Messeforen ergänzen das Angebot mit einem Vortragsprogramm zu Themen wie Großspeichern und PV-Hybridanlagen.