+++Anzeige+++ 04.12.2018, 09:00 Uhr

Digitale Arbeitswelten voller neuer Chancen

Die Digitalisierung wird die Zukunft ganzer Wirtschaftszweige technologisch prägen und bietet große Chancen für die Wertschöpfung in Deutschland. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird dabei eine führende Rolle einnehmen. Schon heute sind zahlreiche Forschungsaktivitäten von der digitalen Transformation geprägt. Für Ingenieurinnen und Ingenieure bieten sich spannende Perspektiven.

Digitale Arbeitswelten voller neuer Chancen

Dr. Kai Wicke, Leiter der Abteilung für Produktlebenszyklus-Management, im DLR-Institut für Instandhaltung und Modifikation in Hamburg

Foto: DLR/Ingo Boelter

Digitale Arbeitswelten voller neuer Chancen

Dr. Kai Wicke entwickelt mit seinem Team digitale Zwillinge in der Luftfahrt und verknüpft so reale und virtuelle Welten.

Foto: DLR/Ingo Boelter

Vor einigen Jahren hätte der Arbeitsplatz von Dr. Kai Wicke wohl noch ganz anders ausgesehen: Er erforscht, wie sich Wartung und Reparatur von Flugzeugen verbessern lassen. Dabei untersucht er mit seinem Team, wie sich Automatisierung und Digitalisierung auf den gesamten Lebenszyklus eines Flugzeugs auswirken: vom ersten Konzept über den Entwurf, die Erprobung, Konstruktion, Fertigung und den Betrieb bis zur Außerdienststellung. Kai Wicke leitet die Abteilung Produktlebenszyklus-Management des 2017 gegründeten DLR-Instituts für Instandhaltung und Modifikation in Hamburg. Sein Team erforscht auch, wie nachhaltig innovative Flugzeugmodifikationen sind. „Nicht alles, was machbar und zweckmäßig erscheint, ist auf lange Sicht – also auf die gesamte Lebensspanne eines Flugzeugs bezogen – wirklich wirtschaftlich und sinnvoll“, erklärt der Luft- und Raumfahrtingenieur. Das Ziel ist ein effizienterer Betrieb von Flugzeugen. Bei theoretischen Ansätzen soll es nicht bleiben: Ein eigenes Labor, das Applikationszentrum MRO 4.0, ist im Aufbau. „Dort wollen wir Instandhaltungsprozesse im kleinen Maßstab testen, um sie möglichst schnell in den realen Betrieb zu überführen“, betont Kai Wicke.

Informatik trifft Ingenieurwissenschaften

Kai Wicke und sein Team sind bereits Teil einer neuen Arbeitswelt: Im Rahmen der DLR-Luftfahrtstrategie entwickeln sie in enger Zusammenarbeit mit anderen DLR-Instituten einen digitalen Zwilling des Flugzeugs, um reale und virtuelle Welt zu verknüpfen. Sie führen die Informationen aus dem Produktlebenszyklus mit dem digitalen Zwilling zusammen, um neue Instandhaltungskonzepte, -maßnahmen und -technologien, aber auch Produktmodifikationen hinsichtlich ihrer ökonomischen und ökologischen Folgen zu bewerten. Derzeit programmieren die Ingenieurinnen und Ingenieure eine Bewertungsplattform und suchen Neuzugänge mit Informatik-Spezialisierung.

Das DLR beschäftigt in bundesweit 40 Instituten und Einrichtungen rund 8.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, knapp 1.800 davon aus ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen, etwa 300 aus der Informatik. Ob Erdbeobachtung, Flugzeugentwurf, Robotik oder vernetztes Fahren: Die Ingenieursleistung ist ohne IT-Anbindung undenkbar. Aktuell erforschen interdisziplinäre Teams unter anderem digitale Triebwerksentwicklung, 3D-Druck im Satellitenbau und automatisierte Produktionstechnologien. Um Kompetenzen und Projekte zu koordinieren, wurde 2017 ein Querschnittsbereich Digitalisierung im DLR geschaffen. An den Universitäten sind Informationstechnologie und Ingenieurwissenschaften häufig noch wenig verzahnt. Umso wichtiger ist für Kai Wicke der Aufbau eines multidisziplinären Teams, das diesen Anforderungen erfolgreich begegnen kann.

Bessere Sicht beim Rettungseinsatz

Ebenfalls in einem neuen DLR-Institut ist das Projekt MARLIN (Maritime Awareness Realtime Instrumentation Network) angesiedelt. Es bündelt die Forschungsleistung mehrerer Teams im Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen in Bremerhaven. Gemeinsam entwickeln sie ein innovatives Lagebildsystem, das neuartige Technologien der Sensorik und Datenverarbeitung nutzt. Unterschiedliche Informationen werden in einem einheitlichen Lagebild zusammengeführt, mit dem der aktuelle Schutzstatus kritischer maritimer Infrastrukturen erfasst werden kann. Dazu werden Sensordaten anhand sogenannter Key Performance Indikatoren (KPI) bewertet und intelligent für die jeweilige Nutzergruppe aufbereitet. Jendrik Schmidt leistet einen wichtigen Beitrag dazu. Der Elektrotechnik-Ingenieur entwickelt ein kompaktes, tragbares Sichtsystem für die Seenotrettung. Das Range-gated-System TRAGVIS soll Rettungs- und Sucheinsätze bei Regen, Nebel oder Dunkelheit erleichtern. Ein Scheinwerfer beleuchtet das Umfeld bis zu einer Entfernung von mindestens 180 Metern mit kurzen Laserpulsen und produziert durch Mehrfachbelichtung eine entfernungsaufgelöste Szenenerfassung.

Digitale Arbeitswelten voller neuer Chancen

Elektrotechnik-Ingenieur Jendrik Schmidt mit einem Modell des kompakten Sichtsystems TRAGVIS für die Seenotrettung.

Foto: DLR/Andreas Caspari

Digitale Arbeitswelten voller neuer Chancen

Jendrik Schmidt vor dem neuen DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen in Bremerhaven

Foto: DLR/Andreas Caspari

In einem interdisziplinären Team entwickelt Jendrik Schmidt das optische Sichtsystem. Er vermisst die Laserquellen für die aktive Beleuchtung, testet geeignete Detektoren und simuliert optische und elektrische Eigenschaften des Geräts. „Varianten von TRAGVIS könnten neben der Seenotrettung auch für die Hafenüberwachung oder für die Inspektion der Gründungsstrukturen von Windkraftanlagen unter Wasser eingesetzt werden“, betont Jendrik Schmidt. Dass TRAGVIS funktioniert, hat er bereits ausprobiert: bei ersten nächtlichen Testaufnahmen auf dem Bodensee. So unterschiedlich die Aufgaben von Jendrik Schmidt und Kai Wicke sind: Beide arbeiten in einem jeweils neuen DLR-Institut, das Ingenieurinnen und Ingenieuren viele Möglichkeiten der Mitgestaltung und jede Menge spannende Themen bietet – und beide freuen sich auf Verstärkung von engagierten neuen Teammitgliedern.

Alle Informationen zu Einstiegsmöglichkeiten beim DLR und weitere Einblicke in den Forschungsalltag finden Sie unter DLR.de/jobs.

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