+++ANZEIGE+++ 26.11.2018, 10:10 Uhr

So bleiben Klimaanlagen keimfrei und klimafreundlich

Zentrale Klimaanlagen sollen Räume in Gebäuden angenehm temperieren – und dies keimfrei. Damit dies energieeffizient mit wenig Strom geschieht, ist einiges zu beachten.

Richtlinie VDI 3803 Blatt 1 – Entwurf. Nur bei Beuth. <a href="https://www.beuth.de/de/technische-regel-entwurf/vdi-3803-blatt-1/289711589?utm_source=ingenieur.de&utm_medium=Advertorial&utm_campaign=smk_vdi_2018" target="_blank" rel="nofollow noopener">Jetzt bestellen.</a>

Richtlinie VDI 3803 Blatt 1 – Entwurf. Nur bei Beuth. Jetzt bestellen.

Foto: Beuth Verlag

Im Sommer kühlen, im Winter wärmen. Moderne Gebäude setzen hierzu zentrale raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) ein. Diese saugen für Bürogebäude, Hotels, Krankenhäuser oder Schwimmbäder Außenluft an, kühlen oder wärmen diese, filtern Stäube heraus und leiten die staubarme Luft in die Räume. RLT-Anlagen verbessern so das Raumklima, ohne die Raumluft mit Keimen zu belasten. Doch Ventilatoren für die Ab- und die Zuluft benötigen laufend Strom. Das kostet. Die Wärmerückgewinnung liefert dafür einen großen Wärmebeitrag. Dies spart wiederum.

Wie solche Anlagen nun Raumluft energieeffizient und keimfrei temperieren, steht in den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Fachleute des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) beschreiben diese im Blatt 1 der Richtlinienreihe VDI 3803 (hier bestellen). Und dieses Blatt  wurde jetzt überarbeitet. Die Experten haben dabei neue Vorschriften der EU berücksichtigt und die Anforderungen an Energieeffizienz und Hygiene auf den Stand der Technik und des Wissens gebracht. Das neue Blatt 1 – derzeit als Entwurf bestellbar – stellt somit ein umfassendes Werkzeug für die Planung und den Betrieb von RLT-Anlagen und deren Geräten dar.

Niedrigerer Stromverbrauch – größere Geräte

Neue zentrale RLT-Anlagen müssen nach der ‘Ökodesignverordnung zu Lüftungsanlagen’ der EU aus 2014 mit rund 20 Prozent weniger Energie zurechtkommen als bisher. Das führt zu Veränderungen der baulichen und technischen Anforderungen dieser Anlagen: Denn strömt Luft aufgrund des nun notwendigen niedrigeren Strombedarfs mit geringerer Geschwindigkeit durch eine Anlage, muss deren Querschnitt größer werden. Wie einzelne Komponenten einer zentralen RLT-Anlage nun ausgelegt sein müssen, steht in Blatt 1 der VDI-Richtlinie VDI 3803.

Zur Energieeffizienz gehört, zentrale RLT-Anlagen mit Wärmerückgewinnung zu betreiben. Hier warnt VDI 3803 Blatt 1 davor, Erdwärme zu überschätzen, da Erdwärmeüberträger und Wärmerückgewinner um dasselbe Wärmepotenzial konkurrieren. Wird Außenluft mit Erdwärme vorgewärmt oder gekühlt, sinkt das Potenzial für die nachfolgende Wärmerückgewinnung entsprechend.

Einfach zu reinigen

Alles muss hygienisch sein: Wärmeüberträger und Wärmerückgewinner sind so zu designen, dass schnell geprüft werden kann, ob diese verschmutzt sind. Ein Reinigungsflies soll etwa locker durch Wärmeüberträger gezogen werden können. Anhand von Verfärbung und Anhaftung kann damit der Verschmutzungsgrad abgeschätzt werden.

Die Reinigung muss ebenso simpel sein: Wärmeüberträger und Wärmerückgewinner sollen dafür beidseitig zugänglich sein oder mit vertretbarem Aufwand ausgebaut werden können. Ein Reinigungsstrahl muss letzte Ecken dieser Komponenten mit ausreichend Energie erreichen können.

Filter schützen Wärmeüberträger – nicht andersrum

Der neue Entwurf von VDI 3803 Blatt 1 untersagt, Wärmeüberträger vor einem Filter zu verwenden, um Außenluft für diesen Filter vorzuwärmen. Die Richtlinienreihe VDI 6022 zu Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte empfiehlt zwar genau dies für zentrale RLT: Die Wärmetauscher sollen so die Filter vor Feuchte und damit vor Keimbildung schützen. Doch die Wärmetauscher verschmutzen dabei und werden selbst eine Quelle für Keime.

VDI 3803 Blatt 1 betont daher jetzt den Grundsatz, dass Filter die Wärmetauscher vor Schmutz schützen sollen – und nicht umgekehrt. Feuchte Filter lassen sich stattdessen etwa durch periodische Lufterwärmung in Stillstandphasen oder die Beimischung warmer und konditionierter Luft vor dem Filter vermeiden.

Neu ist auch, bei der Planung Leckagen zu berücksichtigen. Undichte Stellen in Geräten oder Kanälen erhöhen den Stromverbrauch, da etwa Ventilatoren mehr Außenluft ansaugen und transportieren müssen. Daher sollten möglichst dichte Komponenten ausgewählt werden und RLT-Anlagen etwas größer ausgelegt sein als nötig, damit doch auftretende Leckagen die Leistung der Anlagen nicht schmälern.

Auf den richtigen Filter achten

Last but not least: Luftfilter schützen RLT-Anlagen selber sowie Innenräume vor Staub und Keimen. Wichtig ist, den richtigen Filter zu verwenden. Mit der Norm ISO 16890 über Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik wurde in 2016 eine neue Klassifizierung für Filter eingeführt. Entscheidend ist dabei die Abscheideleistung, also ob ein Filter mehr als 50, 65 oder 80 Prozent eines Partikelgrößenbereichs aus der Luft entfernen kann. Der Entwurf von VDI 3803 Blatt 1 informiert nun auch darüber, welche Filter der alten Klassifizierung den Filter der neuen entsprechen

Richtlinienreihe VDI 3803 „Raumlufttechnik, Geräteanforderungen“ – Nur bei Beuth. Jetzt bestellen:

Name Ausgabedatum Status
VDI 3803 Blatt 1

Raumlufttechnik – Bauliche und technische Anforderungen – Zentrale raumlufttechnische Anlagen (VDI-Lüftungsregeln)

2018-08 Entwurf
VDI 3803 Blatt 2

Raumlufttechnik – Bauliche und technische Anforderungen – Dezentrale RLT-Geräte (VDI-Lüftungsregeln)

2017-09 Entwurf
VDI 3803 Blatt 4

Raumlufttechnik – Geräteanforderungen – Luftfiltersysteme (VDI-Lüftungsregeln)

2018-11 Entwurf
VDI 3803 Blatt 5

Raumlufttechnik, Geräteanforderungen – Wärmerückgewinnungssysteme (VDI-Lüftungsregeln)

2013-04

Von Dr. Ralph Heinrich Ahrens - Selbständiger Journalist

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