Abwehr von Spionage 07.11.2016, 13:43 Uhr

Telekom will Unternehmen vor gefährlichen Drohnen schützen

Die Telekom will in ein neues Geschäftsfeld vordringen und künftig Drohnenabwehrsysteme anbieten. Dazu sucht der Konzern Kooperationen mit Anbietern wie Airbus, Rohde & Schwarz und Dedrone, die solche Systeme entwickeln. Die Telekom will noch dieses Jahr die Technik vorstellen.

Drohnenabwehrsystem von Dedrone für Unternehmen: Jetzt will auch die Deutsche Telekom ein Abwehrsystem anbieten und sucht dafür Kooperationspartner.

Drohnenabwehrsystem von Dedrone für Unternehmen: Jetzt will auch die Deutsche Telekom ein Abwehrsystem anbieten und sucht dafür Kooperationspartner.

Foto: Dedrone

Drohnen sind längst zum Werkzeuge für Kriminelle und Spione geworden: Die Fluggeräte werden bereits eingesetzt, um Teststrecken auszuspähen, auf denen neue Autos erprobt werden, um Drogen und Waffen in Gefängnisse zu schmuggeln oder um Atomkraftwerke und Industrieanlagen auszuspähen. Für Flughäfen werden Drohnen zu einer wachsenden Gefahr. Und in Monaco ist die Plage von Paparazzi, die mit Drohnen Prominente ausspähen, so groß, dass das Fürstentum ein Drohnenabwehrsystem installiert.

Monaco, wie es glänzt und glitzert: Der Stadtstaat hat ein Drohnenabwehrsystem bestellt, um zu verhindern, dass es zu Unfällen im Luftraum oder Terroranschlägen kommt. Aber auch, um die Privatsphäre der Superreichen zu schützen.

Monaco, wie es glänzt und glitzert: Der Stadtstaat hat ein Drohnenabwehrsystem bestellt, um zu verhindern, dass es zu Unfällen im Luftraum oder Terroranschlägen kommt. Aber auch, um die Privatsphäre der Superreichen zu schützen.

Quelle: Constantin von Cossel/dpa

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadtbetrieb Wetter (Ruhr)-Firmenlogo
Bauingenieur/in (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau / Straßenbau Stadtbetrieb Wetter (Ruhr)
Wetter (Ruhr) Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Brandschutzbeauftragte*r mit Zusatzfunktionen Tram (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Planungsingenieur (w/m/d) Streckenplanung Die Autobahn GmbH des Bundes
Uwe Wenzel WW-Personalkonzepte e.K.-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Wärmepumpensysteme und Regelungen Uwe Wenzel WW-Personalkonzepte e.K.
Großraum Hamburg Zum Job 
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Verkehrsingenieur*innen für die Verkehrswende (w/m/d) Landeshauptstadt München
München Zum Job 
Framatome-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) für nukleare Entsorgung Framatome
Karlstein am Main, Erlangen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Bauwerksprüfer (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Projektingenieurin / Projektingenieur (w/m/d) Verfahrenstechnik Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Technische Universität Graz-Firmenlogo
Universitätsprofessur für Nachhaltige Antriebssysteme und angewandte Thermodynamik (m/w/d) Technische Universität Graz
Graz (Österreich) Zum Job 
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Projektingenieurin / Projektingenieur (w/m/d) Elektrotechnik Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Lübeck Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
(Umwelt-)Ingenieur (w/m/d) für Boden, Abfall, Altlasten und Georisiken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Fuest Familienstiftung-Firmenlogo
Bauzeichner, Bautechniker oder Innenarchitekt (m/w/d) Fuest Familienstiftung
Timm Technology GmbH-Firmenlogo
Sales Manager / Vertriebsingenieur (m/w/d) Timm Technology GmbH
Reinbek Zum Job 
Caljan GmbH-Firmenlogo
Maschinenbauingenieur / Konstrukteur Sondermaschinenbau (m/w/d) Caljan GmbH
Halle (Westfalen) Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
(Senior) Projektmanager*in Niederspannung (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* Produktmanagement für Navigationsdienste DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Langen (Hessen) Zum Job 
VAHLE-Firmenlogo
Ingenieur Automatisierungs- und Steuerungstechnik (m/w/d) VAHLE
Kamen, Großraum Dortmund Zum Job 
Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB-Firmenlogo
Patentingenieur (m/w/d) der Fachrichtung Physik und/oder Elektrotechnik mit der Möglichkeit zur Ausbildung zum "European Patent Attorney (m/w/d/)" Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB
München Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Flugsicherungsingenieur (w/m/d) DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB-Firmenlogo
Europäischer Patentanwalt (m/w/d) der Fachrichtung Physik, Informatik, Elektrotechnik oder Nachrichtentechnik Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB
München Zum Job 

Jetzt will die Deutsche Telekom nach einem Bericht der Welt am Sonntag schon bald einen wirkungsvollen Drohnenschutz anbieten, ihn allerdings nicht selbst entwickeln.

„Wir wollen noch in diesem Jahr ein Angebot vorstellen“, sagte ein Sprecher der Telekom gegenüber der Welt. Um sich einen Überblick zu verschaffen, hat die Telekom kürzlich eine Reihe von Drohnenjägern auf den Flugplatz Tannheim südlich von Ulm zum Drohnenabwehr-Wettstreit eingeladen. Darunter waren Dedrone aus den USA, Droneshield aus Australien, Squarehead Technology aus Norwegen, und aus Deutschland Rohde & Schwarz sowie Airbus DS Electronics and Border Security (EBS).

Signale verraten den Standort des Steuergeräts

Im Vordergrund steht jeweils eine raffinierte Elektronik, die anfliegende Drohnen erkennt und an Hand der Steuersignale den Standort des Steuermanns ermittelt. Der wird dann von Sicherheitskräften ermittelt und außer Gefecht gesetzt. Das Münchner Unternehmen Rohde & Schwarz etwa überwacht das Signalaufkommen in den Frequenzbändern, in denen Drohnensteuerungen arbeiten. An Hand einer umfangreichen Bibliothek an Drohnensteuersignalprofilen lassen sich diese Signaltypen entdecken und klassifizieren.

Besonders für Industrieanlagen wird eine Abwehr von Drohnen immer wichtiger, die sonst sensible Daten ausspionieren können.

Besonders für Industrieanlagen wird eine Abwehr von Drohnen immer wichtiger, die sonst sensible Daten ausspionieren können.

Quelle: Dedrone

Das System identifiziert Drohnen, die sich im Anflug befinden, bereits in einer Entfernung von einem Kilometer. Ein Peilsender ermittelt den Standort des Steuergeräts. Die Münchner bieten auch die Möglichkeit an, die Steuersignale zu stören, sodass die bedrohliche Drohne die Orientierung verliert und abstürzt.

Rohde & Schwarz hat diese Technik erstmals im Juni 2015 in Schloss Elmau beim G7-Gipfel und im April 2016 in Schloss Herrenhausen eingesetzt. Dort führte US-Präsident Barak Obama am Rande seines Besuchs der Hannover Messe politische Gespräche.

Abwehr von Drogenschmugglern

Dedrone hat ein ähnliches System entwickelt und am 31. Oktober in der Commerzbank-Arena von Eintracht Frankfurt vorgestellt. Der Fußball-Club will sich ähnlich wie Bayern München vor Drohnen-Angriffen schützen. „Das BKA hält es grundsätzlich für möglich, dass Fußballstadien als Ziel für Drohnen gelten“, sagte Patrick Meyer, Geschäftsführer der Commerzbank-Arena, während der Vorstellung im Stadion dem Hessischen Rundfunk. „Wir haben jetzt noch keine konkreten Anhaltspunkte für so etwas, aber wir müssen auf jeden Fall voraus sein, um so etwas in Zukunft zu verhindern.“

Moderne Drohnenabwehrsysteme wie dieses von Dedrone können Drohnen auf große Distanzen orten und auch den Standort des Piloten ausfindig machen. Zugleich bieten sie die Möglichkeit, die Steuerung der Drohne zu übernehmen.

Moderne Drohnenabwehrsysteme wie dieses von Dedrone können Drohnen auf große Distanzen orten und auch den Standort des Piloten ausfindig machen. Zugleich bieten sie die Möglichkeit, die Steuerung der Drohne zu übernehmen.

Quelle: Dedrone

Immerhin ist das Dedrone-System so leistungsfähig, dass es von der Polizei beim öffentlichen Wahlkampfduell von Hillary Clinton und Donald Trump in Las Vegas eingesetzt wurde. Auch das Dedrone-System Dronetracker erkennt anfliegende Drohnen auf einen Kilometer Entfernung. 200 Kunden sollen den Dronetracker bereits einsetzen. Eingesetzt wird es bereits routinemäßig im Suffolk County Gefängnis im US-Bundesstaat New York.

Der Schmuggel von Drogen, Mobiltelefonen oder gar Waffen mit Drohnen bleibt jetzt nicht mehr unbemerkt. Sobald das System eine anfliegende Drohne erkennt, werden die Häftlinge eingesperrt, sodass sie das Schmuggelgut nicht bergen können. Das übernehmen die alarmierten Wärter. Gleichzeitig wird der Steuermann der Drohne gesucht.

Eine Drohne zog beim EM-Qualifikationsspiel am 14. Oktober 2014 zwischen Serbien und Albanien eine Fahne für Groß-Albanien durchs Stadion in Belgrad. Daraufhin gab es Tumulte, das Spiel wurde abgebrochen.

Eine Drohne zog beim EM-Qualifikationsspiel am 14. Oktober 2014 zwischen Serbien und Albanien eine Fahne für Groß-Albanien durchs Stadion in Belgrad. Daraufhin gab es Tumulte, das Spiel wurde abgebrochen.

Quelle: dpa/Srdjan Suki

Besonders leistungsfähig ist auch das Drohnenabwehrsystem von Airbus. Es kann anfliegende Drohnen bereits in einer Entfernung von fünf bis zehn Kilometern entdecken. „Es identifiziert die Drohnen anhand der Daten von Radarsystemen, Infrarotkameras und Funkpeilgeräten“, sagte Thomas Müller, Leiter des Bereichs Electronics von Airbus Defence and Space, bei der Vorstellung des Systems. „Als Spezialist auf dem Gebiet der Verteidigungselektronik besitzen wir alle erforderlichen Technologien und Integrationskenntnisse, um ein schnell einsetzbares Schutzsystem mit einer extrem niedrigen Falschalarmrate herzustellen.“

Airbus hat ein Drohnenabwehrsystem entwickelt, das die Verbindung zwischen Drohne und Pilot kappt. Anschließend wird die Drohne von Sicherheitskräften gesteuert und zum Landen gebracht.

Airbus hat ein Drohnenabwehrsystem entwickelt, das die Verbindung zwischen Drohne und Pilot kappt. Anschließend wird die Drohne von Sicherheitskräften gesteuert und zum Landen gebracht.

Quelle: Airbus

Das Airbus-System kann ebenfalls die Position des Piloten lokalisieren und übernimmt gleichzeitig die Steuerung der Drohne. „Da die Störtechnologie flexible Sende- und Empfangstechniken besitzt, sind auch anspruchsvollere Funktionen möglich, wie etwa die Klassifizierung der Fernsteuerung und das GPS-Spoofing. Dadurch kann nicht nur effektiv und zielgerichtet gestört, sondern sogar die Drohnensteuerung übernommen werden“, so Müller.

Deutlich rabiater ist die Lösung, die Boeing entwickelt hat: eine mobile Laserkanone. Sie kann Drohnen mit einem 2-KW-Laserstrahl in 15 Sekunden vom Himmel holen.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.