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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Werkzeugbau „gibt Gas“ mit Hochvorschubstrategie

Gemeinsam mit den Zerspanungsspezialisten des Audi Werkzeugbaus gelang Vero Software die Entwicklung einer neuen „WorkNC“-Hochvorschubstrategie. Ihr Erfolg: Beim Vorschlichten verschiedener Presswerkzeuge konnte Audi bis zu 30 % der Bearbeitungszeit einsparen. Zudem haben sich die Werkzeugstandzeiten verdreifacht.


Im Audi-Kompetenzcenter „Anlagen-/ Umformtechnik“ entstehen Presswerkzeuge für Türen, Motorhauben und Seitenteile der Fahrzeuge sowie auch die Anlagen für den Karosseriebau.

Im Audi-Kompetenzcenter „Anlagen-/ Umformtechnik“ entstehen Presswerkzeuge für Türen, Motorhauben und Seitenteile der Fahrzeuge sowie auch die Anlagen für den Karosseriebau.

Bild 1.  Die im Presswerk gefertigten Blechteile werden schließlich zur kompletten Audi-Karosserie gefügt.

Bild 1.
Die im Presswerk gefertigten Blechteile werden schließlich zur kompletten Audi-Karosserie gefügt.

Der Werkzeugbau der Audi AG, der seit Jahresbeginn 2017 den offiziellen Namen „Kompetenzcenter Anlagen-/Umformtechnik“ (kurz: KCU) trägt, gehört seit jeher zu den Kernkompetenzen der Audi AG. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen sowohl Presswerkzeuge für Türen, Motorhauben oder Seitenteile der Fahrzeuge als auch die Anlagen für den Karosseriebau, Bild 1. Vom internationalen Wettbewerb zu externen Dienstleistern angetrieben, sind die Verantwortlichen permanent auf der Suche nach Innovationen, mit denen sich Abläufe und Ergebnisse verbessern lassen.

Häufige Produktwechsel erfordern Flexibilität

ZB Vero und Audi Bild 2

Bild 2.
Flexibilität wird im Werkzeugbau „groß geschrieben“: Dazu tragen beim Audi-Werkzeugbau in Ingolstadt unter anderem leistungsfähige Werkzeugmaschinen bei, die sich auch schnell umrüsten lassen.

ZB Vero und Audi Bild 3

Bild 3.
Ein Schlüssel zur effizienten Zerspanung ist die CAM-Programmierung mit „WorkNC“. In neuen Releases, die zweimal jährlich auf den Markt kommen, werden stets technologische Fortschritte berücksichtigt.

Einer, der sich täglich mit Innovationen beschäftigt, ist Markus Brunner, Mitglied im Team „Betriebsmanagement Maschinentechnik“ des KCU in Ingolstadt. Zu seinen Aufgaben gehört es, die zerspanende Fertigung im Werkzeugbau hinsichtlich CAD- und CAM-Technik zu optimieren. Er erklärt: „Wir sind hier mit Einzelteilbearbeitung konfrontiert, woraus besondere Anforderungen erwachsen. Der häufige Produktwechsel erfordert vor allem eine große Flexibilität in der Zerspanung, Bild 2. Diesbezüglich kommt auch einer effizienten CAM-Programmierung große Bedeutung zu.“
Brunner beschäftigt sich vor allem damit, durch moderne, CAM-programmierte Zerspanungstechnologien die Bearbeitungsqualität zu steigern sowie Durchlaufzeiten und damit Bearbeitungskosten zu reduzieren. Sein Partner auf Seiten der Programmiersoftware ist die Firma Vero Software mit ihrem CAM-System WorkNC, das im Audi Werkzeugbau schon seit vielen Jahren eingesetzt wird, Bild 3.
„Wir nutzen WorkNC durchgängig vom 3-Achs- und 3+2-Achs- bis zum 5-Achs-Simultan-Fräsen von Formwerkzeugen sowie zunehmend auch in der 2,5D-Bearbeitung“, beschreibt er den Einsatzbereich und weist auf entscheidende Vorteile dieser Software hin: „Die Programmierung und Handhabung ist extrem einfach, was in der Einzelteilfertigung besonders wichtig ist. Selbst komplizierte Bauteile können wir intuitiv und schnell programmieren. Des Weiteren werden viele Möglichkeiten geboten, um Bearbeitungsumfänge beziehungsweise deren Programmierung trotz Einzelteilfertigung zu standardisieren und zu automatisieren.“ Als vielfältig und effizient bezeichnet er darüber hinaus die von WorkNC bereitgestellten Bearbeitungsstrategien, die es erlauben, jedes Bauteil wirtschaftlich zu programmieren und zu bearbeiten.

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Autoren

Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Wolfgang Klingauf

Geschäftsführer der Agentur k+k-PR in Augsburg.

Kompetenz...

... im Werkzeug- und Anlagenbau

Knapp 2500 Mitarbeiter sind weltweit im Kompetenzcenter Anlagen-/Umformtechnik (KCU) der Audi AG beschäftigt, das die Bereiche „Werkzeugbau“ und „Anlagenbau“ zusammenfasst. Es bietet Kompetenzen in allen Stufen der Prozesskette an: von der Entwicklung, Planung, Konstruktion und Simulation von Werkzeugen und Anlagen über die Anfertigung, Einarbeitung sowie Montage bis zur Inbetriebnahme von Werkzeugen und Anlagen. Die Presswerke der jeweiligen Standorte
fertigen  die  entsprechenden  Bauteile.  Im  Stammwerk  in  Ingolstadt  sind  im  KCU  rund  1000 Mitarbeiter beschäftigt.
www.audi.com

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