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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Virtual Machining sorgt für bessere Qualität und Effizienz

Zu den Erfolgsrezepten des Spezialisten für Werkstattausrüstungen Werner Weitner gehört die kontinuierliche Investition in aktuelle Technologien. Mit innovativen Produkten, neuen Fertigungsmethoden und moderner „Virtual Machining“-Produktionssoftware konnte das Unternehmen seine Stück- und Rüstzeiten um rund die Hälfte reduzieren.


ZB Coscom und Werner Weitner Bild 1.jpg

Bild 1.
Als Spezialist für Präzisionsteile beliefert Werner Weitner nicht nur die Automobilbranche mit Sonderwerkzeugen, sondern auch die Luftfahrtindustrie und die Medizintechnik.

Moderne Technik einsetzen sowie kontinuierlich und organisch wachsen: Mit dieser Strategie ist die Firma Werner Weitner mit Sitz im bayerischen Eichstätt seit ihrer Gründung vor rund 50 Jahren stets erfolgreich gewesen (siehe auch Infokasten). Was als kleiner Metallbaubetrieb begann, hat sich inzwischen zu einem der bedeutendsten Hersteller von Werkzeugen für Kraftfahrzeug-Werkstätten sowie von Bauteilen für die Medizintechnik, die Luftfahrt oder für Druckmaschinen entwickelt, Bild 1.
Die breit aufgestellte Kundenbasis, ein verlässlicher Mitarbeiterstamm, moderne Fertigungsmethoden sowie der Einsatz einer durchgängigen Virtual Machining-Software-Prozess-Lösung – in Verbindung mit aktuellen Produktionsmaschinen – heben den Mittelständler aus seinen Mitbewerbern heraus. Dank der CAM-Software „ProfiCAM VM“ von Coscom mit „Full HPC“ (High Performance Cutting)-Technologie in Kombination mit dem CAM-Datenmanagement-System „FactoryDirector“, der Werkzeugverwaltung „ToolDirector“ sowie der Simulation „ProfiKinematik“ hat das Unternehmen seine Rüst- und Einfahrzeiten um circa 50 % gesenkt, die Laufzeiten um 30 % reduziert sowie die Fehler- und Ausschussquote nahe Null gebracht.

Flexibel und schnell auf Kundenwünsche reagieren

Geschäftsführer Heinz Weitner weiß, dass er sein Unternehmen nur vorwärts bringt, wenn er konsequent auf die aktuellen Maschinen und Software-Lösungen setzt. Der Maschinenpark besteht mittlerweile aus nahezu 50 CNC-Maschinen, davon 25 Fräsmaschinen mit 3- bis 5-Achs-Bearbeitung sowie Komplett-Bearbeitungszentren. So ist das Unternehmen heute in der Lage, in nur zwei Wochen Komplettsätze „Just-in-time“ zum Beispiel bis in einzelne Werkstätten weltweit zu liefern.
Viele Automobilhersteller wenden sich bereits in einem frühen Stadium der Serienplanung an die Spezialisten aus Bayern, damit sie ihren Kfz-Betrieben rechtzeitig die passenden Werkzeuge zur Verfügung stellen können. Heute werden von bestimmten Automarken bis zu 90 % aller Neuwerkzeuge von Weitner mitentwickelt. Bevor die Produktion der Serienfertigung beginnt, erhalten die Eichstätter ein 3D-Modell in Form von CAD-Dateien, um die passenden Werkzeuge zu entwerfen. Eine komplett digitale IT (Informationstechnologie)-Infrastruktur in Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung hilft dem Unternehmen nicht nur, seine eigene Entwicklung effizienter zu gestalten, es verleiht ihm darüber hinaus auch mehr Flexibilität, sodass es rasch auf Änderungen bei den Kundenwünschen reagieren kann.

30 % kürzere Laufzeiten durch komplett digitalen Prozess

In der Arbeitsvorbereitung (AV), Programmierung und Fertigung setzen die süddeutschen Spezialisten auf eine durchgängige Prozess-Lösung von Coscom. Die CAD/CAM-Software ProfiCAM VM ist bereits seit 2003 im Einsatz. Diese wurde in den letzten Jahren kontinuierlich mit dem CAM-Datenmanagement, der Werkzeugverwaltung sowie der Maschinensimulation zum Virtual Machining ausgebaut. Die Investition zahlte sich aus: Mithilfe dieser Software-Umgebung schaffte es der Mittelständler, seine Fertigungszeiten um 30 % je Bauteil zu senken. Schon bei kleinen Serien von 20 oder 50 Stück konnte Weitner eine deutlich spürbare Verbesserung der Durchlaufzeiten erreichen.
Mit ProfiCAM VM programmiert Weitner alle Werkstücke in 2,5D oder 3D. Das CAM-Datenmanagement FactoryDirector VM ist in den Gesamtprozess eingebettet und dient als zentrale „Daten-Drehscheibe“ für sämtliche Informationen, welche die Produktionsabläufe betreffen. Artikeldaten (wie Grafiken, Dokumente, Prüfpläne, NC-Programme) sind hier hinterlegt und werden bi-direktional mit den Daten der vorhandenen Infrastruktur (beispielsweise Maschinen, ERP – Enterprise Resource Planning, Konstruktion oder Voreinstellung) abgerufen und ausgetauscht. Artikelbezogen stellt das Modul alle aktuellen technologischen Informationen inklusive Änderungsindex und Werkzeugliste zur Verfügung.
 Das macht sich besonders bei Wiederholteilen bezahlt, wie CNC-Fertigungsleiter Manfred Apelsmeier schildert: „Bei wiederkehrenden Aufträgen haben wir alles auf einen einzigen Klick parat. ,Mit dem ersten Schuss ins Schwarze‘ lautet dabei die Devise, denn Programmfehler oder veraltete NC-Programme sind durch den FactoryDirector ausgeschlossen. Der Prozess ist zu 100 % sicher, auch die Werker an den Maschinen vertrauen darauf. Das macht sich in deutlich reduzierten Rüst- und Einfahrzeiten bemerkbar.“ Zurzeit befinden sich rund 5900 Bauteile mit jeweils zwei bis drei Aufspannungen und circa 20 000 NC-Programmen in der zentralen Fertigungsinformationsdatenbank – Tendenz steigend.

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Autoren

 Michael Naumann

freier Fachjournalist aus München

Präzision aus Bayern

Die Firma Werner Weitner besteht seit 1968 und ist führender Spezialist für Werkzeugausrüstungen, Spezial- und Komplettwerkzeuge, Hochleistungspumpen sowie Präzisionsbauteile. Zum Kundenspektrum gehören führende Automobilhersteller, die Druckindustrie, die Medizintechnik und weitere Branchen im Maschinenbau sowie der Metallindustrie. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit rund 260 Mitarbeiter am Standort Eichstätt in Oberbayern.
Werner Weitner GmbH, Sollnau 14, 85072 Eichstätt, Tel. 08421 / 9816-0, Fax -98,  
E-Mail: info@werner-weitner.com, Internet: www.werner-weitner.com

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