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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Integrierte Qualitätssicherung in der Metallumformung

Dass integrierte Manufacturing Execution Systeme (MES) insbesondere für Zulieferer der Automobilindustrie von großer Bedeutung sind, zeigt der Einsatz der MES-Lösung von MPDV beim Spezialisten für Metallumformung Heinrich Huhn. Dort sind rund 20 Transferpressen, Stanzautomaten sowie Montage- und Schweißanlagen mittels Schnittstelle an „Hydra“ angekoppelt.


Bild 1.  Das Traditionsunternehmen Heinrich Huhn ist auf die Metallumformung spezialisiert. Von der Entwicklung bis zur Serienproduktion wird die gesamte Prozesskette abgebildet.

Bild 1.
Das Traditionsunternehmen Heinrich Huhn ist auf die Metallumformung spezialisiert. Von der Entwicklung bis zur Serienproduktion wird die gesamte Prozesskette abgebildet.

Das Traditionsunternehmen Heinrich Huhn ist in der Welt der Metallumformung zu Hause, Bild 1 (siehe auch Infokasten). Für die effiziente Herstellung von anspruchsvollen Metallformteilen, Bild 2, suchten die Südwestfalen bereits im Jahr 2004 nach einem passenden MES, um die in die Jahre gekommene Software zur Erfassung von Betriebs- und Maschinendaten (BDE und MDE) abzulösen. Damit sollte sowohl die Transparenz im Shopfloor als auch die notwendigerweise hohe Qualität sichergestellt werden.
Bild 2.  Beispielhafte Fertigungsteile der Südwestfalen (v.l.n.r): Metallformteile, umgeformtes Blechbauteil (Mitte) und Bundbuchse (rechts).

Bild 2.
Beispielhafte Fertigungsteile der Südwestfalen (v.l.n.r): Metallformteile, umgeformtes Blechbauteil (Mitte) und Bundbuchse (rechts).


ZB MPDV Fachbericht Bild 3.jpg

Bild 3.
Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt setzt der Fertigungsbetrieb auf das MES (Manufacturing Execution System) „Hydra“, inzwischen in der Version 8.

Die damalige Entscheidung für das MES „Hydra“ von MPDV begründete sich auf dem umfangreichen Funktionsangebot sowie der Möglichkeit, einerseits auf einen breiten Software-Standard zuzugreifen, andererseits aber auch flexibel eigene Anpassungen vornehmen zu können. Zwischenzeitlich wurden rund 20 Transferpressen, Stanzautomaten sowie Montage- und Schweißanlagen mittels Schnittstelle an Hydra angekoppelt, Bild 3.
Im Jahr 2012 entschied sich Heinrich Huhn dafür, das bisher genutzte System für Qualitätssicherung (CAQ) ebenfalls abzulösen und die Funktionen in Hydra zu integrieren. Dabei stand der Konsolidierungsgedanke im Vordergrund: Die Bedienung für die Mitarbeiter im Shopfloor beziehungsweise im Qualitätsbereich sollte vereinfacht werden, ohne zusätzliche Hardware für ein separates CAQ-System beschaffen zu müssen.

Vorteile der integrierten Qualitätssicherung

Die Integration von CAQ in das MES, welches auch Maschinen und Aufträge verwaltet beziehungsweise überwacht, bringt Heinrich Huhn zudem den Vorteil, dass die Prüfungen immer gemäß der festgelegten Fälligkeit durchgeführt werden – und das ohne, dass sich die Mitarbeiter explizit um die Fälligkeit kümmern müssen. Um eine redundante Datenhaltung zu vermeiden, wurde eine standardisierte Schnittstelle zwischen dem überlagerten ERP (Enterprise Resource Planning)-System von SAP und dem MES Hydra eingerichtet. Darüber werden sowohl Stammdaten als auch Aufträge an die MES-Lösung übermittelt. In der Gegenrichtung werden erfasste Betriebs- und Maschinendaten sowie Verwendungsentscheide an SAP zurückgemeldet.

Fertigungsprüfung mit dem MES

Im Hydra-Modul „Fertigungsprüfung“ legt der Qualitätsplaner zusammen mit dem Entwickler für jeden zu fertigenden Artikeltyp fest, welche Merkmale geprüft werden müssen und zu welchen Ereignissen beziehungsweise in welchen Intervallen Prüfungen stattfinden sollen. In aller Regel findet bei Heinrich Huhn zu Beginn eines Arbeitsgangs eine Freigabeprüfung statt – und dies geschieht außerdem nach jedem Wechsel des Eingangsmaterials.
Sowohl die artikeltypspezifischen Merkmale als auch deren Prüffälligkeit werden im Prüfplan hinterlegt. Dabei orientiert sich der Prüfplan am Fertigungsablauf. So zeigt Hydra beim Anmelden des entsprechenden Arbeitsgangs auch fällige Prüfungen am Shopfloor-Terminal an. Nach definierten Störungen der Maschine ist ebenfalls eine Prüfung fällig. Diese wird durch den Wechsel des Maschinenstatus auf „Produktion“ ausgelöst. An Montageanlagen und insbesondere bei größeren Stückzahlen orientiert sich die Prüffälligkeit auch an der bisher gefertigten Menge, die das MES automatisch aus den erfassten Maschinentakten berechnet.
Heinrich Huhn unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Qualitätsprüfungen: die einfache Werkerselbstprüfung direkt an der Maschine und die aufwendige Vermessung des Prüflings in einer 3D-Messmaschine. Prüfungen direkt an der Maschine werden vom angemeldeten Maschinenführer selbst durchgeführt – beispielsweise überprüft dieser den Durchmesser einer Bohrung oder prüft das Bauteil mithilfe einer Lehre. Die dabei erfassten Messwerte trägt der Werker im Hydra „Shopfloor Client“ ein.

Seite des Artikels
Autoren

Dipl.-Ing. Rainer Deisenroth

Vice President Sales & Marketing bei MPDV in Mosbach.

Metallumformung mit Tradition

Seit mehr als 100 Jahren hat das Unternehmen Heinrich Huhn den Ruf, ein verläss licher, „ehrlicher“ und authentischer Partner zu sein. Dabei hat das familiengeführte Unter nehmen den Wandel vom metallverarbeitenden Betrieb zu einem führenden Hersteller von Metallformteilen und komplexen Baugruppen primär für  die  Automobilindustrie  erfolgreich  durchlaufen.  Auf  der Grundlage einer großen Bandbreite unterschiedlicher Fertigungsverfahren ist der Metallverarbeiter ständig auf der Suche nach innovativen Lösungen. Aktuell beschäftigt Heinrich Huhn über 450 gut ausgebildete Mitarbeiter an zwei Standorten in Deutschland und der Slowakei.
Heinrich Huhn GmbH + Co.KG, Press-, Stanz- und Schweisswerk, Hauptstr. 44, 57489 Drolshagen-Hützemert, Tel. 02763 / 810, Fax 02763 / 919009,
E-Mail: info@heinrich-huhn.de, Internet: www.heinrich-huhn.de

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