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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Digitale Transformation aktiv gestalten

Die Zukunft wird zunehmend digital – das betrifft alle Lebensbereiche und Industriebranchen. Für die meisten Unternehmen dürfte daher die Digitalisierung im eigenen Betrieb zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre gehören. Damit sind auch die Informationstechnologie (IT)-Dienstleister und Software-Hersteller gefordert, adäquat in die digitale Zukunft zu begleiten.


Der Markt für kaufmännische und produktionssteuernde Software – heute meist ERP (Enterprise Resource Planning)-Systeme – ist weitgehend ein Verdrängungsmarkt geworden. Verantwortliche schauen sich hierbei oft nur dann nach einer neuen Software um, wenn das vorhandene Programm den aktuellen Anforderungen nicht mehr genügt. Es gilt jedoch zu bedenken: Neue strategische Konzepte wie Industrie 4.0 und aktuelle Möglichkeiten durch Cloud- und Internet of Things (IoT)-Lösungen lassen vermehrt andere unternehmerische Aufgaben in den Mittelpunkt rücken – allen voran die Digitalisierung beziehungsweise digitale Transformation.
Nach einer aktuellen Cap Gemini-Studie sehen 75 % der Unternehmen die Digitalisierung als ihre vordringliche Aufgabe an, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern oder gar zu steigern, denn auf operativer Ebene sind digitalisierte Fertigungsbetriebe nun einmal in der Lage, schneller, effizienter und flexibler zu produzieren. Vor allem IoT-Projekte stehen dabei im Fokus. Zudem eröffnet die Digitalisierung durch neue Technologien (beispielsweise Künstliche Intelligenz) geradezu eine neue unternehmerische Dimension, liefert sie doch Informationen, aus denen neue Produkte entstehen können – etwa innovative Geschäftsmodelle wie „Predictive Maintenance“. Für Analysen, Vorhersagen und Vorausplanungen sind viele zusätzliche digitale Daten nützlich, weil sie sich analog gar nicht verarbeiten ließen. Das heißt, Digitalisierung ist die zwingende Voraussetzung für die Nutzung vieler Datenquellen, zum Beispiel Marketingschnittstellen in soziale Netzwerke, mit denen sich Produkte und Angebote optimieren lassen. Trotz der vielen offensichtlichen Vorteile geht die Umsetzung in der Praxis jedoch oft eher schleppend voran.

Vollautomatisch ist nicht genug

Uwe Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Cosmo Consult-Gruppe, dem führenden „Microsoft Dynamics“-Partner in Europa, erklärt: „Digitale Transformation bedeutet, die vielen Dinge, die ich im Geschäft oder auch privat tue, über digitale Prozesse abzuwickeln: Wie kaufe ich ein, wie bezahle ich, wie rechne ich ab, wie kommuniziere ich, wie arbeite ich zusammen? Wie verarbeite, speichere und teile ich Informationen? Dabei geht es um eine Optimierung, eine Steigerung der Effizienz und der Produktivität, und dass ich einen Zugang habe zu weiteren Informationen und dass ich meine Netzwerke / meine Teams unabhängig von ihrem physischen Ort einsetzen kann.“

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Bild 1.
 Das Kontraktorenportal ist ein Internetdienst, über den externe Dienstleister und Lieferanten Informationen zu den durchzuführenden Tätigkeiten sowie Arbeitsgrundlagen zentral abrufen können. Darüber hinaus stellt die Internetplattform mobile Web-Applikationen als Cloud-Services zur Verfügung. Das Portal ist so konzipiert, dass unterschiedliche betriebliche Anforderungen stufenweise abgedeckt werden – vom kostengünstigen Public Cloud-Portal bis zur mächtigen Privat Cloud-Plattform mit „Office 365“-Anbindung und integrierten Schnittstellen zu mobilen Applikationen.

Das Idealszenario für die „smarte“, digitalisierte Fabrik wäre eine vollautomatische Produktion, bei der Werkstücke mit den Maschinen kommunizieren, selbständig ihren Weg durch die Fertigung finden und dabei permanent ihren Bearbeitungsstatus rückmelden. Die Produktionsanlagen erkennen ihren Wartungsbedarf und drohende Havarien selber, sodass sich Stillstände planen und auf ein Minimum reduzieren lassen.
Große Teile davon sind heute bereits durch moderne ERP-Systeme realisiert. Um Initiativen wie Industrie 4.0 optimal zu nutzen, darf die Digitalisierung jedoch nicht nur die Fertigung und produktionsnahen Bereiche wie Materialwirtschaft, Qualitätssicherung oder Betriebslogistik umfassen, sondern muss sich auf die gesamte „Value Chain“ eines Unternehmens – international und unternehmensübergreifend – erstrecken, Bild 1. Denn gerade in der Kollaboration aller an einem Produkt Beteiligten, von den Rohstoffen bis zum Endverbraucher, liegt zurzeit das größte Optimierungspotential.

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Autoren

 Volker Vorburg

arbeitet in Vaihingen/Enz als Journalist mit den Schwerpunkten Informationstechnologie, Telekommunikation/Telematik und Logistik.

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