Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 1

Vielseitig konfigurierbare Bearbeitungszentren

Auf der „EMO“ in Hannover präsentiert sich der Laupheimer Maschinenbauer Licon mit neuen Produkten und zeigt vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten für jeden Anwendungsfall. Im Vordergrund steht die „i³-Technologie“, mit der sich Arbeitsspindeln unabhängig voneinander korrigieren lassen. Des Weiteren können Kunden ab sofort die eigens entwickelte „Lava“-Analyse-Software zur umfassenden Maschinendiagnose und vorausschauenden Instandhaltung nutzen.


Bild 1.  Drei passgenaue Beladesysteme gibt es für unterschiedliche Produktionskonzepte: Direktbeladung, Doppelschwenkträger und Palettenwechsler.

Bild 1.
Drei passgenaue Beladesysteme gibt es für unterschiedliche Produktionskonzepte: Direktbeladung, Doppelschwenkträger und Palettenwechsler.

Basierend auf dem Maschinenkonzept „Liflex II 444“ hat Licon in Summe drei Plattformen mit unterschiedlichen Spindelabständen (maximaler Spindelabstand bis zu 1050 mm) und eine Vielzahl an unterschiedlichen Maschinenkonfigurationen entwickelt, die sowohl im automobilen Umfeld als auch in weiteren Bereichen eingesetzt werden. Die Bearbeitungszentren (BAZ) zeichnen sich vor allem durch die freie Wahlmöglichkeit aus drei unterschiedlichen Beladevarianten aus – wie Direktbeladung, Doppelschwenkträger und Palettenwechsler. Hauptzeitparalleles Laden ist mit kurzen Wechselzeiten möglich. Komplexe Bauteilgeometrien können genauso gut bearbeitet werden wie schwer zerspanbare Bauteile. So lässt sich für jeden Anwendungsfall aus den Konzeptvarianten die optimale Lösung wählen, Bild 1.

Unabhängigkeit in drei Achsen für mehr Produktionsflexibilität

Grundsätzlich sprechen Produktivitätszuwachs und Platzersparnis für den Doppelspindler. Während bei doppelspindligen BAZ oftmals die beiden Spindeln zueinander nicht verstellbar sind, liefert Licon bereits mit der Basiskonfiguration Unabhängigkeit in der Z-Achse. Darüber hinaus bietet die i³-Technologie Variabilität in allen drei Linear-Achsen.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt: Zur Steigerung der Ausbringung bei der Herstellung von Lenkgehäusen für Pkw-Lenkungen wurde ein Konzept umgesetzt, bei dem je Spindel gleichzeitig zwei Bauteile bearbeitet werden. Vorteil dieser Zwei-Stück-Spannung ist, dass mit einem Werkzeugwechsel die entsprechende Bearbeitung an zwei Bauteilen durchgeführt wird. Dadurch „teilen“ sich die Nebenzeiten auf beide Bauteile auf. Das wiederum führt zu einer 15–20 % höheren Ausbringung.

ZB 926 Licon LiFLEX Modelle_Sammelbild-Bild 2.jpg

Bild 2.
Mit Spindelabständen von 400 mm, 450 mm, 750 mm und 1050 mm ist für jede Kubatur die richtige Größe verfügbar.

Weiterhin werden die besagten Lenkgehäuse aus Qualitätsgründen meistens komplett in einer Aufspannung bearbeitet. Damit einhergehend ist eine 5-achsige Bearbeitung. Bauteile müssen auf Umschlag bearbeitet werden. A- und B-Achsen drehen um 180°. Einflüsse durch Temperaturschwankungen, zum Beispiel der Kühlflüssigkeit, können zu Verlagerungen der Spindelabstände führen. Thermische Verlagerungen von 20 mm oder weniger können jedoch bereits Qualitätsprobleme bei engen Bauteiltoleranzen verursachen. Mathematische Algorithmen kompensieren die Maschinen automatisch über die Möglichkeit der Einzelverstellung aller Linearachsen. Maschinenbediener müssen somit im kompletten 3-Schicht-Betrieb nicht mehr in den Prozess eingreifen, Bild 2, um zum Beispiel einen auftretenden Temperaturgang zu korrigieren.

Digitale Zustandsanalysen für maximale Ausbringung

Licon kann den Zustand seiner Maschinen weltweit mittels geeigneter Sensorik erfassen. Mit Lava (Licon Added Value Analysis) werden typische Zustandsbeschreibungen über die physikalischen Größen Kraft, Schwingung und Temperatur zur Vorbeugung von Stillständen ausgelesen und bewertet. Kunden erhalten täglich detaillierte Berichte und können im Sinne von vorausschauender Instandhaltung, Optimierung der Produktionsprozesse sowie Maximierung der Ausbringung von Bauteilen reagieren. Für Bestandskunden, die nicht über die Lava-Schnittstelle verfügen, wird ein Upgrade angeboten.
Am Beispiel eines Kunden im automobilen Umfeld zeigt sich, dass die Auswertung der Daten diesem Kunden die Möglichkeit gab, Prozesse zu optimieren und in kürzester Zeit die Ausbringung um 10 % zu erhöhen. Am Anfang stand die Analyse: Es zeigten sich deutliche Schwankungen bei der Ausbringung, insbesondere in der Nachtschicht. Mittels eindeutiger Identifikation aller Fehlzeiten konnten sowohl technische als auch organisatorische Einflüsse detektiert und optimiert werden.

Kostenoptimierung durch MMS

Dass mit Minimalmengenschmierung (MMS) reduzierte Werkzeugkosten realisierbar sind, ist bekannt. Die LiFlex-BAZ sind grundsätzlich für MMS ausgelegt. Das berücksichtigt unterschiedliche Aspekte, insbesondere auch die optimierte Späneabfuhr. Die Zahlen sprechen für sich: Einsparungspotentiale bis zu 20 % für Energie, 40 % für Werkzeuge und 5 % in der Investition. Aktuelle Erfahrungen der Anwender belegen die Wettbewerbsvorteile, sodass die Technologie noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Licon baut seit über 15 Jahren Fertigungslinien mit MMS. Der Anteil aller Maschinen mit MMS liegt bei 50 % – Tendenz steigend.

Anerkannter Systemlieferant

Licon ist Hersteller von Fertigungslinien für die mechanische  Serienbearbeitung komplexer Bauteile. Zu den  Kunden  zählen  namhafte  Automobilhersteller und deren Zulieferer in Europa, Amerika und Asien sowie  Unternehmen  aus  anderen  Branchen. Kernkompetenz ist neben der Produktentwicklung aller leistungsbestimmenden Maschinenkomponenten sowie  deren  Systemintegra tion  auch  die  Softwareentwicklung. Neben eigenen Niederlassungen in Michigan/USA und Peking/China werden am Hauptsitz in Laup heim mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt.
Licon mt GmbH & Co. KG, Im Rißtal 1, 88471 Laupheim, Tel. 07392 / 962-0,  Fax -257,
E-Mail: info@licon.com, Internet: www.licon.com,
EMO: Halle 12, Stand D04

Verwandte Artikel

AR-Laserprojektion beim Automobilhersteller

Thermisches Fügen von Stahl und Aluminium

3D-Druck in der Automobilproduktion

Hochschulkooperation im Bereich 3D-Druck

Composite-Getriebegehäuse mit lagenoptimiertem Organoblech

Zahnstangenhubgetriebe sichern reibungslose Abläufe in der Automobilproduktion