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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Perfekte Symbiose zwischen Maschine und Werkzeug

Das Schweizer Unternehmen Reishauer prägt die Industriegeschichte seit der Gründung in Zürich im Jahr 1788. Heute werden Schleifmaschinen, Schleifscheiben und Spannmittel gefertigt, die sich perfekt ergänzen. Alle Kernkomponenten werden in der Schweiz entwickelt und hergestellt.


Mit dem Ursprung in der Fertigung von Handwerkzeugen war Reishauer gut gewappnet, um 1928 die erste eigene Maschine zu bauen: eine Gewindeschleifmaschine mit Einprofilschleifscheiben. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch den Eigenbedarf an hochgenauen Gewindelehren, wobei die damaligen Maschinen die geforderte Qualität nicht erreichen konnten. Zu diesem Zeitpunkt fehlte auch eine Maschine zum wirtschaftlichen Schleifen von Gewindebohrern. Auch dies inspirierte die Reishauer-Ingenieure zur Entwicklung und zum Bau eines neuen Maschinentyps. 1931 wurde die Maschine, welche Gewindebohrer aus dem Vollen schliff, in der Produktion in Betrieb genommen.

Antrieb für weitere Maschinenentwicklungen

Bildartikel zu ZB Reishauer Bild 1

Bild 1.
Für den Prozess des kontinuierlichen Wälzschleifen von Verzahnungen ist der Schweizer Spezialist seit Langem weltbekannt.

Hiermit wurde auch der Grundstein gelegt für den Prozess des kontinuierlichen Wälzschleifens von Zahnradflanken, Bild 1, für welchen Reishauer seit über 70 Jahren weltweit bekannt ist: Die Genauigkeit der produzierten Gewinde war direkt abhängig von der Präzision der in der Maschine eingebauten Zahnräder. Wiederum war es die Unzufriedenheit mit dem „Status Quo“ der Technologie, welche die Ingenieure zur Entwicklung – sprich Erfindung – des kontinuierlichen Wälzschleifens trieb: Gesucht wurde eine genauere, schnellere und kostengünstigere Zahnradfertigung.
Nach einer intensiven 15-jährigen Entwicklungszeit war die erste Maschine 1945 einsatzbereit. Von nun an mussten Zahnräder nicht mehr langwierig Zahnlücke für Zahnlücke im Einzelschritt geschliffen werden, sondern konnten effizient mit dem kontinuierlichen Wälzschleifen hart endbearbeitet werden. Der große Erfolg der Gewinde- und die Zahnflankenschleifmaschinen veranlassten das Unternehmen, sich für viele Jahrzehnte von der Werkzeugfertigung zu trennen – und sich ausschließlich auf den Maschinenbau zu konzentrieren.
In 1998 wiederholte sich ein Muster – diesmal im umgekehrten Sinne. Der technische Stand der auf dem Markt erhältlichen Schleif- und Abrichtwerkzeuge entsprach nicht mehr dem Leistungspotential der Wälzschleifmaschinen. Somit begann Reishauer mit der eigenen Diamantwerkzeugproduktion und legte damit den Grundstein des heutigen Leistungssystems. In 2008 folgte die Schleifscheibenproduktion und in 2012 die Spannmittelfertigung.
Diese Schritte stellten das vollständige Leistungsvermögen der Schleifmaschinen, Bild 2, bei konstanter Qualität sowie niedrigen Stückkosten sicher und erlaubten die Kontrolle aller den kontinuierlichen Wälzschleifprozess betreffenden Faktoren. Die Denkweise, Maschinen und Werkzeuge getrennt zu betrachten, entsprach nicht mehr dem Zeitgeist.
Bild 2.  Maschineninnenraum einer Schleifmaschine mit Werkzeugen.

Bild 2.
Maschineninnenraum einer Schleifmaschine mit Werkzeugen.

Schleifscheiben

„Jedes Werkzeug erhält dadurch seine Vollendung, dass es nicht mehreren, sondern nur einem Zwecke dient“, sagte schon der griechische Philosoph Aristoteles. Das Unternehmen hält sich an diesen Rat und beschränkt sich auf die Herstellung von Werkzeugen, die nur einem Zweck dienen: auf den eigenen Schleifmaschinen hochgenaue Zahnräder zu schleifen.

Seite des Artikels
Autoren

 Walter Graf

Marketing Manager Machine Tools bei Reishauer in Wallisellen/CH.

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