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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Automobilhersteller setzen auf Gold

Die Bearbeitung von Kurbelwellen gilt unter Fachleuten als „Champions League“ der Metallzerspanung. Eine fertige Kurbelwelle ist ein hochkomplexes Gebilde, das die linearen Bewegungen der Kolben, die es mittels Pleuelstangen aufnimmt, in Drehbewegungen umsetzt. Damit verrichtet die Kurbelwelle eine zentrale Funktion: Sie sorgt dafür, dass die Kraft eines Motors in ein Drehmoment mündet, das über die Kupplung an das Getriebe und damit an die angetriebenen Räder weitergeleitet wird.


Bild 1.  Die Bearbeitung von Kurbelwellen gilt als anspruchsvolle Aufgabe: Das hochkomplexe Gebilde setzt die linearen Bewegungen der Kolben, die es mittels Pleuelstangen aufnimmt, in Drehbewegungen um.

Bild 1.
Die Bearbeitung von Kurbelwellen gilt als anspruchsvolle Aufgabe: Das hochkomplexe Gebilde setzt die linearen Bewegungen der Kolben, die es mittels Pleuelstangen aufnimmt, in Drehbewegungen um.

Für diese Arbeit ist höchste Präzision gefragt – die Kurbelwelle, Bild 1, muss wortwörtlich reibungslos beziehungsweise extrem reibungsarm funktionieren. Ihre unterschiedlichen Abmessungen und die variierenden Radien der sich rotationssymmetrisch drehenden Elemente müssen entsprechend exakt gearbeitet sein.
Es gibt kaum einen Arbeitsbereich in der Zerspanung, in dem die Anforderungen ähnlich hoch sind wie bei der Bearbeitung dieses Motorenteils. Die Schneidplatten müssen unterschiedlichen Schnittanforderungen gerecht werden. So sind zum Beispiel in einem Bearbeitungsgang kurze und längere Schnittbögen durchaus üblich. Häufig werden auch unterbrochene Schnitte gefahren. Und eine zusätzliche Herausforderung stellt die oft sehr hohe Wärmeentwicklung bei der Bearbeitung dar. Zugleich ist – wie beschrieben – eine besondere Maßhaltigkeit gefragt, da gerade Kurbelwellen mit sehr engen Toleranzen gefertigt werden.

Im Test: Tiger·tec Gold

Diese anspruchsvollen Rahmenbedingungen waren für die Experten bei Walter genau das Richtige, um ihre neue Wendeschneidplatten (WSP)-Beschichtung „Tiger· tec Gold“ im Praxisbetrieb zu testen. Die neue technologische Plattform für Fräsanwendungen auf Basis von Titanaluminiumnitrid (TiAlN) gilt als Technologiesprung in der Zerspanungs-Branche. Gegenüber den bisher üblichen Schneidstoffen bietet sie deutlich verbesserte Schichteigenschaften. Die Folge sind mehr Prozesssicherheit, gesteigerte Produktivität und erheblich höhere Standzeiten. Das Material besticht unter anderem durch extrem hohe Warmhärte, eignet sich also bestens zur fräsenden Bearbeitung schwieriger Werkstoffe mit hohen Schnittgeschwindigkeiten.
Die mit Tiger·tec Gold beschichteten WSP zeichnen sich durch eine deutlich höhere Freiflächen-Verschleißfestigkeit, Bild 2, geringere Kammrissbildung und besseren Widerstand gegen plastische Deformation aus. Und: In ersten Feldtests erreichten die Experten bei Walter bis zu 80 % höhere Standzeiten.

Bild 2.  Unter anderem zeichnen sich die mit „Tiger·tec Gold“ beschichteten Wendeschneidplatten durch erheblich höhere Freiflächen-Verschleißfestigkeit, geringere Kammrissbildung und besseren Widerstand gegen plastische Deformation aus.

Bild 2.
Unter anderem zeichnen sich die mit „Tiger·tec Gold“ beschichteten Wendeschneidplatten durch erheblich höhere Freiflächen-Verschleißfestigkeit, geringere Kammrissbildung und besseren Widerstand gegen plastische Deformation aus.

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Autoren

 Herbert Grab

freier Fachjournalist und arbeitet für digit media in Pliezhausen

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