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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Lohnfertiger setzt auf neue Bearbeitungsstrategie

Wenn es um die Produktion von anspruchsvollen Einzelteilen und Kleinserien geht, ist die Firma Gaden Konstruktion und Prototypenbau „eine gute Adresse“. Das Unternehmen verarbeitet nahezu alle zerspanbaren Materialien und hat jetzt den Prozess des trochoidalen Fräsens für sich entdeckt. Neben der Bearbeitungsstrategie ist ein neuentwickeltes Vollhartmetall (VHM)-Werkzeug der Schlüssel zum Erfolg.


ZB 500 Andreas Maier Gaden Konstruktion und Prototypenbau Bild 1

Bild 1.
Neuentwickelter Vollhartmetall (VHM)-Schaftfräser „40-5091“ speziell zum Trochoidal- und Hochgeschwindigkeitsfräsen: Die ungleiche Drallsteigung sorgt für eine optimale Spanabfuhr.

Der 5-schneidige Schaftfräser vom Typ „40–5091“ erlaubt es, bei deutlich längeren Standzeiten die Schnittwerte um 65 % zu erhöhen. „Unsere Kunden erwarten ständig kürzere Lieferzeiten – das erhöht den Druck hinsichtlich der Produktivität. Weil wir ein großes Materialspektrum bearbeiten, sind wir auf multifunktionale Werkzeuge angewiesen“, beschreibt Harald Gaden die aktuelle Situation. Der Diplom-Ingenieur hat das Unternehmen 2006 gegründet und vor drei Jahren im baden-württembergischen Vöhrenbach eine neue Halle gebaut (www.h-gaden.de). Mit seinen Mitarbeitern konstruiert und bearbeitet er Bauteile aus Stahl, Messing, Aluminium und Titan. Die Kunden sind Automobilzulieferer, Medizintechniker, die Optikbranche sowie die Luft- und Raumfahrt.

Werkzeug- und Strategieoptimierung in Teamarbeit

Kopfzerbrechen bereitete ihm und seinen Mitarbeitern das Fräsen eines Bauteils aus Werkzeugstahl 1.2842 für eine Spritzgießanlage. Der bisher eingesetzte Fräser brachte bei Bearbeitungszeit und Oberflächenqualität nur unbefriedigende Resultate. Clemens Weiss, Technischer Verkaufsberater bei der Hartmetallwerkzeugfabrik Andreas Maier (HAM), und sein Kollege Mike Schirk, Technische Beratung/Verkauf bei der HAM-Vertriebsgesellschaft Fritz Hartmann, nahmen sich des Problems an.
Mit Mark Gilly wurde außerdem ein CAD/CAM-Spezialist von SolidCAM aus Schramberg „ins Boot geholt“. Das Software-Haus hat das Modul „iMachining“ entwickelt, das unter Berücksichtigung des zu bearbeitenden Materials, des verwendeten Fräswerkzeugs und der Profilkonturen des Bauteils die idealen Fräsbahnen für die zeitlich optimierte, dynamische trochoidale Bearbeitung errechnet. Die Projektpartner fuhren erste Versuche mit dem VHM-Schaftfräser im Technologiezentrum von HAM am Standort Schwendi-Hörenhausen.

Spezialentwicklung für Trochoidalfräsen

Der 5-schneidige Fräser wurde speziell für das Trochoidal- und Hochgeschwindigkeitsfräsen ausgelegt. Die besondere Geometrie mit ungleicher Drallsteigung sorgt für eine sehr gute Spanabfuhr und leitet die bei der Fräsbearbeitung entstehende Wärme gezielt in den Span ab, Bild 1.

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