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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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MES sorgt für Transparenz und mehr Produktivität

Die Mark Metallwarenfabrik stellt hochgenaue Metallteile im Tiefziehverfahren her. Über 80 % der Produkte liefert der mittelständische Betrieb an Unternehmen aus der Automobilbranche. Um das steigende Wachstum zu beherrschen, rückte das Thema Manufacturing Execution System (MES) zunehmend in den Fokus. Die partnerschaftliche Kooperation mit Proxia, eine moderne Software-Lösung und die hohe Anwenderakzeptanz beschleunigten die inzwischen erfolgreiche Implementierung des Systems. Ich habe mein Unternehmen immer aus dem Bauch heraus geleitet, aber jetzt ist die Firma einfach zu groß für den Bauch geworden“, begründet Geschäftsführer Rudolf Mark seine Motivation, sich mit dem Thema MES auseinanderzusetzen.


Von einem leistungsfähigen System erwartet er vor allem gesicherte Kennzahlen und eine maximale Transparenz in der Produktion. Damit möchte er in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft abzuleiten. „Wir beschäftigen rund 300 Mitarbeiter. Wir sind nicht nur Arbeitgeber – an uns hängt die Existenz von Menschen mit ihren Familien. Allein deshalb ist mir sehr daran gelegen, dass es uns auch in Zukunft gibt.“

MES bringt hohe Transparenz

Sein Betrieb hat sich seit über 90 Jahren auf das Tiefziehen von Metallteilen spezialisiert. Tiefziehen ist ein spanloses Zug-Druckumformen, bei dem mittels Stempeln und Matrizen aus flachen Blechzuschnitten 3-dimensionale Hohlkörper geformt werden.

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Bild 1.
Jahrzehntelange Kompetenz: Die Mark Metallwarenfabrik produziert seit fast 100 Jahren präzise Metallteile im Tiefziehverfahren.

Das Tiefziehen eignet sich insbesondere für die Herstellung großer Stückzahlen. Die Vorteile des Verfahrens ergeben sich produktionstechnisch aus den kurzen Bearbeitungszeiten – die schnellsten Werkzeuge bei Mark produzieren bis zu 1000 Teile pro Minute – sowie dem gegenüber Zerspanungsprozessen geringeren Materialeinsatz. Zudem gelten gezogene Metallteile als besonders stabil. Daher zählen Unternehmen der Automobil- und Automobilzulieferindustrie mittlerweile zu den wichtigsten Abnehmern für die Produkte des Mittelständlers, Bild 1. Produziert werden unter anderem Gewindehülsen für Ansaugkrümmer, Gewinde-Inserts für Kunststoffhalter, Sensorgehäuse oder Endhülsen für Scheinwerfer.
Es steht außer Frage, dass Kunden gerade aus dem Bereich Automotive verlässliche Aussagen hinsichtlich Liefertermintreue sowie Produkte mit hoher Qualität fordern. Um die dafür notwendigen verlässlichen Kennzahlen aus der Produktion zu erhalten, war die Schritt-für-Schritt-Einführung eines MES erforderlich. Zunächst musste der Geschäftsführer drei zentrale Fragen klären: Welche Parameter sind erforderlich, um die reibungslose und schnelle Integration des MES zu sichern? Welche „Manpower“ ist notwendig, um das System erfolgreich einzuführen? Welche Abteilungen müssen mit einbezogen werden?

Mitarbeiter frühzeitig einbinden

Ein Faktor stellte sich im Nachhinein wichtiger als zunächst gedacht heraus: „Nach etwas Skepsis am Anfang wurde das System von unseren Mitarbeitern sehr gut angenommen“, berichtet Herbert Stückelschwaiger, Informationsmanager und Projektleiter für die Implementierung des Systems. „Das hat uns gezeigt, dass wir möglichst frühzeitig alle am Prozess Beteiligten an einen Tisch holen müssen.“ Nachdem sich Mark Metallwaren für das MES von Proxia entschieden hatte, waren Stückelschwaiger und sein Kollege Jürgen Stummer damit beauftragt, ein Team zusammenzustellen, das gemeinsam mit den Spezialisten des Software-Anbieters die Implementierung durchführt.
Auf der technischen Seite ging es zunächst darum, die Produktionsmaschinen an das MES anzubinden und mit dem ERP (Enterprise Resource Planning)-System „Proalpha“ zu koppeln. Mark Metallwaren hatte die Proxia-Module „Maschinendatenerfassung“ (MDE) und „Betriebsdatenerfassung“ (BDE) in der ersten Implementierungsphase fokussiert, Bild 2. In nur sechs Monaten sollten 30 Maschinen online gehen – dieses Ziel hatte sich das Projektteam gesetzt. Neben der technischen Umsetzung spielte es eine wichtige Rolle, die Mitarbeiter für den Umgang mit der neuen Lösung zu gewinnen. Aufgrund dessen muss das System besonders bedienungsfreundlich sein. Meist hilft es, wenn der Mitarbeiter an der Maschine nur das sieht, was er braucht, um unkompliziert und fehlerfrei mit dem System zu arbeiten.

Bild 2.  Gut positioniert: Die Platzierung der BDE (Betriebsdatenerfassung)-Terminals (rechts in der Abbildung) wird nach Maschinengruppen vorgenommen und sorgt für kurze Wege sowie stets aktuelle Rückmeldungen aus der Fertigung.

Bild 2.
Gut positioniert: Die Platzierung der BDE (Betriebsdatenerfassung)-Terminals (rechts in der Abbildung) wird nach Maschinengruppen vorgenommen und sorgt für kurze Wege sowie stets aktuelle Rückmeldungen aus der Fertigung.

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Autoren

 Michael Naumann

freier Fachjournalist aus München

Knapp 100 Jahre Kompetenz

Bereits seit 1920 produziert die Mark Metallwarenfabrik präzise Metallteile im Tiefziehverfahren. Einen großen Teil seiner Produkte liefert der Mittelständler aus dem oberösterreichischen Spital am Pyhrn an Unternehmen  der  Automotive-Branche,  der  Export-Anteil  liegt  bei 85 %. Mittlerweile sind rund 300 Mitarbeiter für die Firma tätig.
Mark Metallwarenfabrik GmbH, Gleinkerau 23, A-4582 Spital am Pyhrn, Tel. (+43) 7563 / 8002-0, Fax -700, E-Mail: info@mark.at, Internet: www.mark.at, Hannover Messe: Halle 4, Stand D22

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