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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Einbaufertige Energieketten für die Robotik

Bei der Fertigung von automatisierten Anlagen für die Produktion von Kfz-Kraftstoffbehältern setzt Bielomatik Leuze auf die Robotik – und hierbei wiederum auf den „readychain“-Service von igus. Die Kölner Spezialisten liefern komplett bestückte, konfektionierte und einbaufertige Energieketten mit robotergerechten Leitungen inklusive dazugehörender Dokumentation.


Bild 1.  Die baden-württembergischen Spezialisten entwickeln und fertigen hochautomatisierte Anlagen für die Produktion von Kfz-Kraftstoffbehältern.

Bild 1.
Die baden-württembergischen Spezialisten entwickeln und fertigen hochautomatisierte Anlagen für die Produktion von Kfz-Kraftstoffbehältern.

Alles wird komplexer – auch der Benzin- oder Diesel-Tank im Kraftfahrzeug. Früher war er einfach ein Blechbehälter mit Einfüllrohr. Heute ist schon der Name komplizierter. Beim modernen „Kunststoff-Kraftstoffbehälter“ (kurz KKB) handelt es sich um ein anspruchsvolles Blasformteil, das aus bis zu sieben Schichten besteht, um Diffusion zu vermeiden. An das Grundelement werden diverse Baugruppen angeschweißt – und diese Aufgabe übernehmen weltweit in zahlreichen Fällen die Anlagen der Firma Bielomatik Leuze aus dem baden-württembergischen Neuffen.
Die Anlagen sind zurzeit sehr gefragt. Einer der Gründe dafür ist, dass Dieselfahrzeuge heute zwei solcher Behälter „an Bord“ haben: einen für Kraftstoff und einen für das SCR (Selective Catalytic Reduction)Additiv. Zudem öffnen sich immer mehr KKB-Hersteller für Anwendungen mit roboterunterstützten Anlagen. Dipl.-Ing. (BA) Tobias Schuler, Leiter Konstruktion Mechanik: „Früher sind wir oft auf Skepsis gestoßen, wenn wir den Einsatz von Robotern statt Lineartechnik vorgeschlagen haben. Heute ist allgemein akzeptiert, dass Roboter einfach mehr Flexibilität bieten, weil die Anlagen schnell auf andere Tankmodelle umgestellt werden können.“

Roboter sorgen für Flexibilität in der Tankfertigung

Die Spezialisten aus Baden-Württemberg nutzen zwei unterschiedliche Grundkonzepte. Bei kleineren Serien übernimmt ein Roboter alle Arbeitsgänge und erledigt sie nacheinander. Bei Tanks für Großserienfahrzeuge arbeiten sechs bis acht Roboter im Takt der Blasformmaschine und übernehmen jeweils einen Arbeitsschritt. Ein in der Mitte angeordneter Roboter ist ausschließlich für das Handling zuständig, Bild 1.
Bei den Bearbeitungsverfahren sind die Süddeutschen besonders flexibel: Zum Einsatz kommen bei den Anlagen unter anderem das Heizelement- und das Rotationsschweißverfahren sowie verschiedene Bearbeitungs- und Montageeinheiten. In der Projektierung von Neuanlagen nutzen die Konstrukteure ein standardisiertes Konzept. „Jede Anlage ist ein Unikat, das aber grundsätzlich nach durchgängigen Standards aufgebaut ist“, so Schuler.

Zeit sparen: passende Systeme inklusive Dokumentation

Bild 2. Bei den Anlagen kommen „triflex R“-Energieketten mit pneumatischem Rückzugssystem von igus aus Köln zum Einsatz (links). Über ein Druckregelventil (rechts) lässt sich die Rückzugskraft des Systems einstellen.

Bild 2.
Bei den Anlagen kommen „triflex R“-Energieketten mit pneumatischem Rückzugssystem von igus aus Köln zum Einsatz (links). Über ein Druckregelventil (rechts) lässt sich die Rückzugskraft des Systems einstellen.

Zu diesen Standards gehört es, dass bei der Energiezuführung zu den Roboterköpfen „triflex R“-Ketten von igus in Kombination mit dem pneumatischen Rückzugssystem „RSP“ zum Einsatz kommen, Bild 2. Diese Lösung wird pneumatisch vorgespannt und verfährt über ein „drylin“-System aus dem Lineartechnik-Programm der Kölner Spezialisten. Die Auszugslänge von maximal 600 mm erlaubt eine sichere Führung der Leitungen und Schläuche auch bei komplexen Bewegungsabläufen. Die Rückzugskraft lässt sich über ein Druckregelventil, das auf einen Pneumatikzylinder wirkt, einfach einstellen. Ein integrierter Druckausgleichsbehälter erlaubt nahezu den Verzicht auf einen externen Druckluftanschluss – dieser wird nur noch benötigt, um Leckagen im System auszugleichen.

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Autoren

Dipl.-Ing. Jörg Ottersbach

Jahrgang 1982, Studium der Elektrotechnik (Fachrichtung Elektrische Energietechnik) an der RWTH Aachen. Berater bei BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH, Aachen. Thematische Schwerpunkte: Energiewirtschaftliche Konzeption und Optimierung von KWK-Anlagen, Marktintegration erneuerbarer Energien, Strategie- und Organisationsberatung im Energiehandel und -vertrieb, Risikomanagement.
joerg.ottersbach@bet-aachen.de 

Überzeugendes Konzept

Von der komfortablen readychain-Dienstleistung machen auch zahlreiche andere Unternehmen Gebrauch. Bei den Kölnern sind allein 165 Mitarbeiter in drei Schichten mit der Konfektionierung einbaufertiger Systeme beschäftigt. Sie produzieren pro Woche im Schnitt rund 10 000 konfektionierte und geprüfte Leitungen. Um alle Anforderungen abzudecken, werden 4800 Steckerkomponenten auf Lager vorgehalten, die sich zu einer fünfstelligen Anzahl an Varianten konfigurieren lassen.
igus GmbH, Spicher Str. 1a, 51147 Köln, Tel. 02203 / 9649-0, Fax -222, E-Mail: info@igus.de, Internet: www.igus.de, Hannover Messe: Halle 17, Stand H04

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