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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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ESD-Schäden vermeiden

In der Elektronikfertigung hängt Produktqualität davon ab, dass elektronische Baugruppen und -elemente im Produktionsprozess vor elektrostatischen Entladungen (engl. electrostatic discharge, ESD) geschützt werden. Das erfordert eine ESD-sichere Ausstattung in allen Arbeitsbereichen, in denen kurze, plötzliche Entladungen Defekte an Elektronikkomponenten verursachen können. Darüber hinaus müssen auch die Mitarbeiter für die Risiken von ESD sensibilisiert werden.


Bild 1.  In Bereichen, in denen elektrostatische Ladungen ein Risiko darstellen, kommt es auf eine konsequente Umsetzung von Schutzmaßnahmen an.

Bild 1.
In Bereichen, in denen elektrostatische Ladungen ein Risiko darstellen, kommt es auf eine konsequente Umsetzung von Schutzmaßnahmen an.

Die Mitarbeiter müssen die Schutzbestimmungen konsequent einhalten. Viele wissen beispielsweise nicht, dass schon für den Menschen nicht wahrnehmbare Entladungen ab 100 Volt elektronische Bauteile unbemerkt schädigen können. Eine umfassende Aufklärung über ESD-Schäden erhöht daher meist die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen.
Diese Schutzmaßnahmen zielen darauf ab, elektrostatische Aufladungen zu vermeiden oder kontrolliert abfließen zu lassen, um eine plötzliche Entladung zu verhindern. Kompetente Unterstützung bei einer fachgerechten Umsetzung in allen relevanten Bereichen, Bild 1, erhalten Verantwortliche in Unternehmen bei Bedarf von unabhängigen Instituten wie der ESD-Akademie. Sie führt Schulungen durch oder testet Produkte im eigenen Prüflabor.

Darauf kommt es in der ESD-Schutzzone an

Um elektrostatische Entladungen zu vermeiden, sind in der Elektronikfertigung spezielle Schutzzonen üblich, EPA (Electrostatic Protected Area) genannt. Grundlegende Anforderungen an ESD-konforme Arbeitsplätze lassen sich aus der Norm DIN EN 61340-5-1 ableiten. Bei der Ausstattung müssen Verantwortliche darauf achten, dass alle Komponenten am Arbeitsplatz ableitfähig sind und auf die „EPA-Erde“ führen. Sie minimiert unterschiedliche elektrische Potentiale und leitet Spannung sicher ab. Mitarbeiter in der EPA tragen ein Erdungsband am Handgelenk, um die Übertragung von Spannungen zu verhindern. Die komplette Ausstattung in der EPA – von Arbeitstischen und Stühlen über Leuchten bis hin zu Werkzeugen – muss den Schutzanforderungen gerecht werden. Einige Hersteller bieten ihre Produkte daher in speziellen ESD-Ausführungen an. Bei sitzenden Tätigkeiten sind ESD-sichere Arbeitsstühle besonders wichtig. Sie sorgen neben dem Handgelenkband für die Erdung der Mitarbeiter.

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Autoren

 Susanne Weber

Arbeitsplatzexpertin und Ergonomieberaterin bei der Dauphin HumanDesign Group in Offenhausen.

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