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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Bestandsschutz in der Lasersicherheit

Lasereinrichtungen mit Laserquellen der Klasse 3R, 3B oder 4 werden erst in Kombination mit technischen Schutzmaßnahmen (zum Beispiel Schutzgehäuse, Schutzfenster und Sicherheitsschalter) zu sicheren Lasersystemen der Klasse 1. Beispiele finden sich in der industriellen Messtechnik und vor allem aber in der Lasermaterialbearbeitung. Die Anforderungen an technische Schutzmaßnahmen steigen ständig. Hier stellt sich mit zunehmender Nutzungsdauer die Frage, inwieweit der Anwender die Lasereinrichtungen sicherheitstechnisch kontinuierlich nachrüsten muss.


Bild 1.  Moderne Laseranlage zur Mikrobearbeitung mit frequenzverdoppeltem Faserlaser und elektrischer Sicherheitssteuerung für Tür und Not-Halt, die dem Stand der Technik entspricht und aktuelle Normvorgaben erfüllt [1].

Bild 1.
Moderne Laseranlage zur Mikrobearbeitung mit frequenzverdoppeltem Faserlaser und elektrischer Sicherheitssteuerung für Tür und Not-Halt, die dem Stand der Technik entspricht und aktuelle Normvorgaben erfüllt [1].

Lasereinrichtungen für industrielle Anwendungen, Bild 1, werden üblicherweise weit über die „betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer“ (AfA) hinaus eingesetzt. So werden heute in vielen Betrieben noch Lasersysteme verwendet, die auch deutlich älter als zehn Jahre sind. In dieser Zeit haben sich jedoch die Anforderungen an die Lasersicherheit (entsprechend neuer Erkenntnisse aus der Sicherheitsforschung sowie eines gestiegenen Sicherheitsbewusstseins) zum Teil deutlich geändert. Häufig erfüllen ältere Laseranlagen – trotz CE-Kennzeichnung – heute nicht mehr die Sicherheitsanforderungen gemäß geltender Regelwerke.

Neue und aktualisierte Regelwerke

Inhalte von Normen, Richtlinien und Verordnungen werden ständig aktualisiert, neue Regelwerke kommen hinzu. Dies zeigen die folgenden repräsentativen Beispiele aus der Lasertechnik:
- DIN EN 60825-1 ist zum Juli 2015 als Edition Nr. 3 erschienen und enthält gegenüber der Vorgängerversion zum Teil erhebliche Änderungen:
- Es haben sich zulässige Strahlungsgrenzwerte (GZS, MZB) geändert (in den meisten Fällen nach oben, in wenigen aber auch nach unten); auch Messvorschriften zur Klassifizierung sind betroffen (zum Beispiel zeitabhängiger Maximalwert amax der „scheinbaren Quelle“).
- Erhebliche Änderungen ergeben sich für die Bewertung bei gepulster Strahlung.
- Eine neue Laserklasse „1C“ ist hinzu gekommen (medizinische und kosmetische Hautbehandlung).
- Im Zusammenhang mit Sicherheitsfunktionen (zum Beispiel Shutter, Not-Halt, Tür-Interlock) wird eine Zuverlässigkeitsbewertung [1] gefordert (zum Beispiel „SIL“- oder „PL“-Bewertung).
- Die Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung „OStrV“ (Juli 2010) ist hinzugekommen.
- Technische Regeln zur Optischen Strahlung „TROS -Laser“ (April 2015) haben die altbewährten „Berufsgenossenschaftlichen Verordnungen zur Lasersicherheit“ weitestgehend abgelöst (BGV B2 ist noch nicht offiziell zurückgezogen).

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Autoren

Prof. Dr.-Ing. Klaus Dickmann

vereidigter Sachverständiger für Lasertechnik und Lasersicherheit, leitet das Laserzentrum Fachhochschule Münster (LFM) in Steinfurt.

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