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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Industrie 4.0-Fabriken vor Cyberangriffen schützen

Die Vorteile und Chancen von IT (Informationstechnologie)-Integration sowie Industrie 4.0 werden häufig gelobt. Allerdings entstehen durch die vernetzten Systeme und die Datenspeicherung beispielsweise in der „Cloud“ auch Risiken, die es systematisch zu kontrollieren gilt. In der Tat können durch eine hohe Vernetzung der datentechnischen Lösungen entlang der Lieferkette (horizontale Integration) und eine Verbindung der Systeme innerhalb eines Unternehmens vom Hallenboden bis zum Management (vertikale Integration) sowie durch eine durchgängige Kette der Werkzeuge in der Produktentwicklung enorme Effizienzvorteile gewonnen werden. Die damit entstehenden Risiken müssen allerdings systematisch kontrolliert werden.


Die Vernetzung von Produktionsbetrieben hin zur Digitalen Fabrik bietet zahlreiche Potentiale, birgt jedoch auch Risiken.

Die Vernetzung von Produktionsbetrieben hin zur Digitalen Fabrik bietet zahlreiche Potentiale, birgt jedoch auch Risiken.

Motivationen der Angreifer

Wie prominente Fälle von Hackerangriffen zeigen, handelt es sich nicht nur um ein „theoretisches“ Problem – und die Dunkelziffer der Hackerangriffe ist sicherlich noch entscheidend höher als die Zahl der bekannt gewordenen Fälle. Da auch die Professionalisierung der Cyber-Wirtschaftskriminalität zunimmt, müssen Unternehmen nicht nur ihre eigene IT nach eigenem Ermessen schützen; sie tragen zudem eine hohe Verantwortung für die Daten ihrer Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter.
Wie können Hacker einem produzierenden Betrieb Schaden zufügen? Neben dem Stehlen von Daten, bei dem es sich genau genommen um ein Vervielfältigen handelt, kann dies auch Sabotage sein. Die Motivation für das Stehlen besteht für den Angreifer darin, die Daten selbst zu nutzen oder diese an Interessenten zu verkaufen. Die Sabotage bezweckt, dem Opfer einen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, indem beispielsweise Produktionsanlagen lahmgelegt werden oder durch die Einstellung falscher Prozessparameter Ausschuss produziert wird.

Oft betroffene Bereiche und mögliche Gegenmaßnahmen

Sensible Daten sind nicht nur die Dokumente, die ein aufwendig entwickeltes Produkt beschreiben (wie technische Zeichnungen und Stücklisten), sondern auch Lieferantenbewertungen, Prozessbeschreibungen, Prozessparameter, Werknormen, Fertigungshinweise, Qualitätsdaten oder Bestandsniveaus. Da Unternehmen oft Netzwerke von Fabriken betreiben, muss der Schutz nicht nur einzelne Anlagen, sondern auch global aufgestellte Wertschöpfungs- und Produktionsnetzwerke umfassen, Bild.
Zu betrachtende Risikofelder sind dabei die Netzanbindungen von Produktions- und Steuerkomponenten sowie der Austausch von Daten, die bösartige Software (Malware) enthalten können. Ebenfalls gefährdet sind zentrale Steuerungsbereiche, die von Standard-IT-Komponenten und Bürokommunikationsnetzwerken mit Internetzugängen geprägt sind.

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Autoren

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler

Leitet den Aufgabenbereich Angewandte Informatik am Campus Kamp-Lintfort
E-Mail: ulrich.greveler@hochschule-rhein-waal.de

Prof. Dr.-Ing. MBA Alexander Klein

Jahrgang 1977, ist Professor für Integriertes Produktionsmanagement an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. Er lehrt und berät im Bereich Industrie 4.0 sowie beim Produktionsmanagement.
E-Mail: alexander.klein@hochschule-rhein-waal.de

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