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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Flexible und transparente Fertigung dank durchgängiger Digitalisierung

In Bad Neustadt fertigt Siemens an verschiedenen Werksstandorten Servo- und Asynchronmotoren. Um hierbei stets den Überblick über Kennzahlen im Prozess zu behalten, setzen die Verantwortlichen auf die Vernetzung der Fertigungsbereiche. Zum Einsatz kommen eigene Produkte des Global Players wie „Sinumerik Integrate“ sowie „NX“, die für eine durchgängige CAD/CAM-CNC-Kette sorgen. Ziel ist die weitere Optimierung der Prozesse im Werk.


Bild 1.  Individuelle Produkte: Siemens fertigt am Standort Bad Neustadt jährlich rund 600 000 Servomotoren in etwa 30 000 Varianten.

Bild 1.
Individuelle Produkte: Siemens fertigt am Standort Bad Neustadt jährlich rund 600 000 Servomotoren in etwa 30 000 Varianten.

Am unterfränkischen Standort werden zahlreiche Servomotoren in verschiedenen Varianten hergestellt, Bild 1 (siehe auch gelber Infokasten). Dabei muss der Betrieb im Produktionsumfeld flexibel agieren. „Die besondere Herausforderung besteht darin, eine optimale und wirtschaftliche Fertigung sicherzustellen“, berichtet Peter Deml, Werkleiter im Motorenwerk Bad Neustadt a. d. Saale. Sinumerik Integrate hilft dem Werk, die nötige Flexibilität und Wirtschaftlichkeit zu erreichen. „Unsere bestehende Fertigung ist sehr heterogen, das heißt, wir haben einen großen Maschinenpark aus alten und neuen Maschinen von verschiedenen Herstellern“, erklärt Deml die Herausforderung für sein Werk. Das „Rückgrat“ der Digitalisierung in der Fertigung ist die Vernetzung des gesamten Maschinenparks. Dazu gehört auch die nahtlose Anbindung der Fertigung an die Entwicklung. Verschiedene Module von Sinumerik Integrate helfen dabei.

Transparente Fertigung dank Datenanalyse

Die Software stellt für Einzelmaschinen und vernetzte Anlagen nützliche Module zur Analyse und Verwaltung von Daten zur Verfügung. Die „intelligente“ Nutzung produktionsrelevanter Daten erlaubt es, technisch-organisatorische Prozesse zu optimieren – auch und gerade dort, wo Verbesserungen bislang nicht oder nur schwer zu erzielen waren. Mit der Software-Lösung können Ressourcen vernetzt sowie Prozesse und Produktionsdaten zentralisiert verwaltet werden.
Soll nun die Produktivität der Anlage gesteigert werden, ist zunächst Transparenz über die Produktionsprozesse notwendig. Maschinendaten wie Auslastung, Verfügbarkeit, Leistung und Qualität können mit „Analyze MyPerformance“ zuverlässig erfasst werden. Das Sinumerik Integrate-Modul sammelt und visualisiert Daten zu Maschinenzuständen und zum produzierten Teilespektrum. Die aufbereiteten Daten dienen den Mitarbeitern zur Optimierung der Anlagenverfügbarkeit und des Produktionsprogramms. Sie können Abweichungen von den geplanten Produktionszeiten erkennen und analysieren, Bild 2.

Bild 2.  Auf einen Blick: „Sinumerik Integrate Analyze MyPerformance“ sorgt für mehr Transparenz bei den Produktionsprozessen.

Bild 2.
Auf einen Blick: „Sinumerik Integrate Analyze MyPerformance“ sorgt für mehr Transparenz bei den Produktionsprozessen.

Der Leiter Mechanische Vorfertigung und Instandhaltung im Siemens-Motorenwerk Peter Zech erklärt, was das in der täglichen Praxis bedeutet: „Mit Analyze MyPerformance lassen sich zum Beispiel Störungen beziehungsweise Rüstvorgänge an Werkzeugmaschinen sehr gut visualisieren und analysieren. Wir können damit die Stillstandsgründe verstehen sowie vermeiden und so die Ausbringung der Maschine maximieren.“
Sinumerik Integrate bietet also ganz neue Optimierungsansätze – auch für die Wartung und Instandhaltung von Maschinen. Das Modul „Analyze MyCondition“ verarbeitet detaillierte Zustandsinformationen und legt damit die Basis für eine optimierte Instandhaltung sowie ein kontinuierliches Monitoring qualitätsrelevanter Maschinenparameter. „In der Vergangenheit haben wir unsere Wartungsintervalle sehr starr nach Betriebsdauern festgelegt. Mit dem Condition-Modul können wir Instandhaltungsmaßnahmen nun deutlich besser und zielgerichteter planen“, so Zech.
Das Programm weist frühzeitig auf problematische Maschinenwerte hin. Es liefert damit die Grundlage für effiziente, automatisierbare Remote-Servicefunktionen, die bereits greifen, bevor es zu einem Problem kommt. Der Anwender kann selbst festlegen, welche Variablen von Interesse sind und unter welchen Bedingungen sie aufgezeichnet werden sollen.

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Autoren

 Cornelia Magg

In der Division Digital Factory / Motion Control im Bereich Marketing Management Products, Systems Solutions bei Siemens in Erlangen tätig.

 Claudia Dürr

In der Division Digital Factory / Motion Control im Bereich Marketing Management Products, Systems Solutions bei Siemens in Erlangen tätig.

Hohe...

... Variantenvielfalt beherrschen

Siemens  fertigt  am  Standort  Bad  Neustadt  jährlich  rund 600 000 Servomotoren in etwa 30 000 Varianten. Kein Produkt geht hier über das Lager – alle werden individuell für den Kunden gefertigt. Für die mechanische Fertigung ist dies eine große  Herausforderung,  denn  das  verlangt  eine  hohe  Fertigungstiefe und führt zu großer Teilevarianz sowie unterschiedlichen Losgrößen. Somit ist ein hohes Maß an Flexibilität bei exakt ineinandergreifenden Prozessen gefragt.
Weitere Informationen: Tel. 0911 / 895-0, E-Mail: contact@siemens.com, Internet: www.siemens.de/sinumerik

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