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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Faserverstärkter Kunststoff löst Stahlbleche ab

16 000 kN Schließkraft weist die aktuelle Spritzgießmaschine von LKH Kunststoffwerk Heiligenroth auf. Sie steht für deutliche produktionstechnische Weiterentwicklungen, mit der sich filigrane Design-Elemente ebenso wie robuste Fahrwerksbauteile herstellen lassen.


Bild 1.  Auf der 1600-t-Spritzgießmaschine von LKH werden unter anderem die Lamellengitter, Ventilatorenblenden und Wannen für die Kühlgeräteserie „Blue e+“ gefertigt.

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Auf der 1600-t-Spritzgießmaschine von LKH werden unter anderem die Lamellengitter, Ventilatorenblenden und Wannen für die Kühlgeräteserie „Blue e+“ gefertigt.

Ein Industrielüfter ist zunächst ein Lüfter, allerdings auch ein Design-Element. Kunststoffe erlauben in zahlreichen Anwendungen – wie bei diesem beispielhaft genannten Produkt – verbesserte Lösungen, als es die bisherigen Marktstandards zuließen. Dahinter steht häufig das Zusammenspiel innovativer Konstruktionsideen, detaillierter Simulationen zur Optimierung sowie moderner Produktionstechnologien, Bild 1.

Verbesserungen stets im Visier

Der Anlagenbau für industrielle Zwecke stellt typischerweise zunächst funktionale Eigenschaften der Komponenten in den Mittelpunkt der Lösungen. „Aber das Motto ‚passt und funktioniert‘ als alleinige Maxime hat auch hier schon seit geraumer Zeit ausgedient“, ist die Erfahrung von Rüdiger Braun, Leiter Vertrieb und Engineering beim Kunststoffspezialisten LKH in Heiligenroth. Auch Maschinenbauer haben in den letzten Jahren immense Anstrengungen unternommen, um ihren Produkten ein einheitliches Design mitzugeben, Farb- und Formensprache unverwechselbar zu machen, ein Marken-Image zu prägen und sich so von Wettbewerbern abzusetzen. Dass damit möglichst auch funktionale Verbesserungen und im Idealfall Kostensenkungen einhergehen sollen, stellt Konstrukteure wie Produktionstechniker vor anspruchsvolle Aufgaben.
Kunststoffe sind die am variabelsten einsetzbaren Werkstoffe mit einem enorm breiten Spektrum nutzbarer Eigenschaften und Verarbeitungsverfahren. Deshalb stellt beispielsweise ein weltweit erfolgreicher Hersteller von Schaltschränken für Stromverteilung, Steuerungen und IT (Informationstechnologie)-Infrastruktur mit Stammsitz in Hessen bei jeder Neukonstruktion immer auch die „K-Frage“: Kunststoff statt Metall, oder ist eine bestehende Kunststoffkonstruktion zu verbessern? Verbessern – das kann heißen: einfacher, schneller und kostengünstiger montieren, mit weniger Bauteilen effizienter werden, Leistungen erhöhen oder auch ein attraktives Design realisieren, das am Markt ankommt.

Serie vollständig neu entwickelt

Optimalerweise lotet LKH bei Neukonstruktionen die Leistungsfähigkeit von Kunststoffen mit einer Kombination aus mehreren dieser Punkte voll aus. Das war auch Triebfeder bei der Entwicklung einer komplett neuen Kühlgeräteserie für den Schaltschrankhersteller. Kontinuierliches Klimatisieren von Schaltschränken ist erforderlich, um die Funktionsfähigkeit der enthaltenen Komponenten dauerhaft sicherzustellen. Egal ob die Stromversorgung von Robotern in der Automobilfertigung, die hochsichere Steuerung von Prozessen in der Chemie-Industrie oder die zentrale Schaltstelle der IT-Infrastruktur eines Flughafens – die Klimatisierung der Steuerungsanlagen ist ein zentraler Aspekt der Betriebssicherheit.
Kühlgeräte beeinflussen den beständigen Energieverbrauch und den Wartungsaufwand, aber auch in weiten Teilen die laufenden Betriebskosten. Energieeffizienz ist also ebenso gefordert wie die Vereinfachung der zyklischen Inspektion. Im Zuge der regelmäßigen Modernisierung seiner Kühlgeräte entwickelte der Hersteller aus dem hessischen Herborn seine Serie „Blue e+“ neu. Dank moderner Hybrid- und- Regelungstechnik sowie extrem sparsamer Komponenten versprechen die Geräte Energieeinsparungen von 75 % und mehr gegenüber den marktüblichen Systemen.
„Die Verantwortlichen wollten für diese Hightech-Klimatisierung eine design-technisch angemessene, schlanke Gehäuselösung“, erinnert sich Rüdiger Braun. „Im gleichen Zuge wurde über eine vereinfachte Montage nachgedacht.“ Die Herausforderung bestand darin, aus zunächst eher „fertigungsfeindlichen“ Design-Skizzen ein hochfunktionales Produkt mit unverwechselbarem Äußeren zu gestalten, das sich wirtschaftlicher fertigen lässt.

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Autoren

 Meinolf Droege

ist als Fachjournalist in Ingelheim tätig.

Prozessmanagement:

von Ideen zu Serien

Projektideen führt LKH schnell, sicher und mit hoher Qualität bis in die effiziente Serienfertigung. Dazu haben sich die für einen Kunststoffverarbeiter ungewöhnlichen Strukturen des Projekt- und Prozessmanagements bewährt. Der Projektmanager ist zentraler Ansprechpartner für Kunden,  interne  Beteiligte  und  gegebenenfalls  externe  Spezialisten über die gesamte Projektlaufzeit – von der ersten Ideenskizze über Konstruktion, Prototypenbau und Optimierung bis zum Serienanlauf. Der Prozessmanager, verantwortlich für Produktion und Qualität, ist bereits während der Konstruktionsphase „an Bord“, um die Produktgestaltung hinsichtlich Werkstoffwahl, Formenbau, Qualitätsrisiken und Produktionskosten vor dem Hintergrund der späteren „Machbarkeit“ zu optimieren.  Diese  Organisation  garantiert  auch  bei  komplexen  Projekten mit  vielen  Beteiligten  optimale  Produkte  und  eine  kostengünstige Produktion.
LKH Kunststoffwerk Heiligenroth GmbH & Co. KG, Auf der Birke 2, 56412 Heiligenroth, Tel. 02602 / 99942-0, Fax -8888, E-Mail: info@lkh-kunststoff.de, Internet: www.lkh-kunststoff.de

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