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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Alte Maschine, schnelle Vernetzung, neuer Nutzen

Sie ist 129 Jahre alt, pedalbetrieben und ein Prachtstück der „Industrie 1.0“. Unternehmensgründer Robert Bosch hat ab 1887 noch persönlich an der 300 kg schweren, gusseisernen Drehbank gearbeitet. Unter anderem wurden darauf Teile für den Magnetzünder gefertigt, jenes Produkt, das dem Unternehmen Ende des 19. Jahrhunderts zum Durchbruch verhalf. Nun hat Bosch die historische Drehbank aus dem Museum ins Industrie 4.0-Zeitalter katapultiert. Technische Unterstützung gewährte das neue IoT (Internet of Things)-Gateway.


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Bild 1.
Robert Boschs Drehbank aus dem Jahr 1887: Durch Vernetzung wird sie so effizient wie möglich genutzt.

Das vernetzte System kombiniert Sensorik, Software sowie eine IoT-fähige Industriesteuerung und gestattet damit die Zustandsüberwachung der Drehbank, Bild 1. „Unser weltweit einmaliger Aufbau zeigt, dass selbst älteste Maschinen mit dem IoT-Gateway schnell und einfach vernetzt werden können“, sagt Dr. Werner Struth, in der Bosch-Geschäftsführung unter anderem für die Industrietechnik und die Fertigungskoordination verantwortlich. „Damit erschließt Bosch auch Betreibern älterer Maschinenparks die Vorteile der vernetzten Industrie“, erklärt Struth.

Teil der Industrie 4.0 werden

„Viele Maschinen im Handwerk oder in der Fertigung sind noch ohne Industrie 4.0-Anbindung. Unter anderem fehlen ihnen Sensoren, Software oder die Anbindung an Informationstechnik (IT)-Systeme des Unternehmens – Voraussetzungen für die vernetzte Fertigung. Allein in Deutschland sind mehrere zehn Millionen Maschinen betroffen. Global betrachtet, ist das ein Milliardenmarkt für Retrofit-Lösungen“, sagt Struth. Die Industrie brauche vernetzte Maschinen, wenn sie nachhaltig Erfolg haben solle. Genau das leistet das IoT-Gateway, schnell und flexibel. Bosch zeigt damit, wie Betreiber älterer Produktionsanlagen ihre Maschinen vernetzen, in Echtzeit überwachen und somit optimieren können. Das erlaubt etwa die vorausschauende Wartung und reduziert somit Ausfallzeiten bei gleichzeitig steigender Produktivität.
Der technische und wirtschaftliche Hintergrund: Innovationszyklen im Maschinenbau unterscheiden sich von jenen in vielen anderen Branchen. Einmal angeschaffte Maschinen bleiben oft über Jahrzehnte im Einsatz. Der Bedarf für Retrofit-Lösungen zum Nachrüsten ist daher groß. Das gilt auch für Bosch: „Wir setzen das IoT-Gateway bereits ein und sparen damit Geld. Zum anderen bietet unsere Tochter Bosch Rexroth diese Lösung unseren Kunden an“, sagt Struth. Der Fachöffentlichkeit wurde das IoT-Gateway zur Messe „SPS IPC Drives“ im November 2016 vorgestellt.

Nach 18 Monaten amortisiert

Im Bosch-Werk Homburg haben Ingenieure zum Beispiel einen Prüfstand für Hydraulikventile aus dem Jahr 2007 vernetzt. Dank neuer Sensoren, die die Qualität des eingesetzten Öls überwachen, lässt sich der Zeitpunkt für den nötigen Ölwechsel nun weitaus genauer bestimmen als zuvor.

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