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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Schneller Vorrichtungswechsel beim Erodieren

Nach überzeugenden Effekten in Fräs-, Bohr- und Drehanwendungen erobert das Nullpunktspannsystem „Vero-S“ nun auch das Senk- und Drahterodieren. Zur Fertigung von Trägerwerkzeugen hat die Paul Horn GmbH in Tübingen bereits drei Erodiermaschinen mit dem „Rüstzeitkiller“ in der Version „NSE mini“ ausgerüstet. Vor allem bei eiligen Sonderaufträgen, die in wenigen Tagen als Einzelstücke oder in kleinen Losgrößen produziert und ausgeliefert werden, erlaubt das Miniaturmodul einen „rasanten“ Vorrichtungswechsel und damit kurze Durchlaufzeiten bei deutlich verringertem Personalaufwand.


Das Ziel des schnellen Liefersystems „Greenline“ von Horn ist klar umrissen: In besonders kurzer Zeit werden Sonderaufträge punktgenau gefertigt und ausgeliefert. Gerade einmal fünf Tage dürfen bei Schneidplatten bis Losgröße 50 vom Auftragseingang bis zur Auslieferung vergehen. Maximal zehn Tage sind es bei Sonder-Werkzeugträgern mit bis zu fünf Exemplaren. „Der Kunde braucht seine Werkzeuge immer schneller“, begründet Werner Fritz, Fertigungsleiter für Trägerwerkzeuge und Vorrichtungsbau, den Bedarf.
Die „grüne Welle“ in der Produktion des Werkzeugspezialisten macht es möglich. Über 40 % der Aufträge laufen heute bereits im Greenline-System – Tendenz steigend. „Unser großer Vorteil ist die kurze Lieferzeit bei kleinsten Stückzahlen“, betont Fritz und sieht das Unternehmen als Vorreiter in der individualisierten Fertigung. „Hinzu kommen bei den Trägerwerkzeugen 25 % Sonderaufträge mit längeren Lieferzeiten, das heißt, in Summe fallen mehr als 65 % unserer Aufträge in die Kategorie der Sonderwerkzeuge.“ Ein Drittel davon landet beim Draht- oder Senkerodieren. Dies macht deutlich, warum das Team bei Paul Horn sämtliche Potentiale zur Verschlankung der Prozesskette ausschöpft.

Hohe Einzugskraft + Genauigkeit

Als einer der ersten Anwender nutzt der renommierte Werkzeughersteller aus Baden-Württemberg das Nullpunktspannsystem Vero-S bereits seit 2015 im Bereich Senk- und Drahterodieren – mit durchweg positiven Erfahrungen. „Heutzutage muss man einfach schnell rüsten“, unterstreicht Fritz. Das gelte eben nicht nur beim Fräsen und Bohren, sondern zunehmend auch fürs Erodieren. Das verwundert nicht, denn die hohe Leistungsfähigkeit moderner Erodiermaschinen kommt bei der Produktion kleinster Losgrößen letztlich nur dann vollständig zum Tragen, wenn sie nicht durch langwierige Rüstprozesse „ausgebremst“ wird.

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Bild 1.
Beim hocheffizienten Bohrerodieren ist die Bearbeitungszeit so kurz, dass sich der schnelle Rüstvorgang mit dem Nullpunktspannsystem „Vero-S NSE mini“ in nur kurzer Zeit auszahlt.

Konsequenterweise hat der Werkzeugspezialist bis heute zwei Drahterodiermaschinen „Robocut α“ von Fanuc sowie eine „bes SL“-CNC-Bohrerodiermaschine mit den Miniaturspannmodulen von Schunk ausgerüstet, Bild 1.
Mit einer Höhe von nur 20 mm baut das pneumatisch gesteuerte Nullpunktspannmodul Vero-S NSE mini extrem flach. Damit bietet es ideale Voraussetzungen, um bereits vorhandene Maschinen nachzurüsten, den Maschinenraum vollständig auszunutzen und selbst kleine Werkstücke direkt zu spannen. Der Spannbolzen wird über Kurzkegel positioniert und mit drei Spannschiebern fixiert. Die selbsthemmende formschlüssige Verriegelung geschieht mechanisch über ein Federpaket. Große Kontaktflächen zwischen Spannschieber und -bolzen minimieren in gespanntem Zustand die Flächenpressung und damit den Verschleiß der Module.
Da der geringste Abstand zwischen zwei Spannbolzen lediglich 100 mm beträgt, lassen sich mit dem NSE mini besonders kleine Stichmaße realisieren. In Sekundenschnelle sind die unterschiedlichen Spannvorrichtungen mit einer Wiederholgenauigkeit 0,005 mm in den Nullpunktspannmodulen positioniert, fixiert und gespannt.
„Unsere minimalen Toleranzen beim Bohrerodieren und Drahtschneiden liegen zwischen fünf Hundertstel und einem Zehntel“, erläutert der Abteilungsleiter Trägerwerkzeuge Michael Sailer, Bild 2. „Das erreichen wir mit diesem Spannsystem absolut zuverlässig.“
Bild 2. Fertigungsleiter Werner Fritz (rechts), Abteilungsleiter Michael Sailer (2.v.l.) und Maschinenbediener Benjamin Bethge (2.v.r.) wissen die Vorteile des Nullpunktspannsystems beim Erodieren zu schätzen. Bei der Umsetzung des Projekts wurden sie von Schunk-Fachberater Michael Laderer (links) fachkundig unterstützt.

Bild 2.
Fertigungsleiter Werner Fritz (rechts), Abteilungsleiter Michael Sailer (2.v.l.) und Maschinenbediener Benjamin Bethge (2.v.r.) wissen die Vorteile des Nullpunktspannsystems beim Erodieren zu schätzen. Bei der Umsetzung des Projekts wurden sie von Schunk-Fachberater Michael Laderer (links) fachkundig unterstützt.

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Autoren

 Markus Michelberger

Vertriebsleiter Spanntechnik bei Schunk in Mengen.

Turbo im Standard integriert

ZB 462 Schun k und Hor n Bild im Kasten VERO-S NS BU

Klein, flexibel, leistungsfähig: Vero-S NSE mini spart auch beim Erodieren bis zu 90 % der Rüstkosten.

Ein  patentiertes  Antriebskonzept,  bestehend  aus Eil-   und  Spannhub,  sorgt beim  Nullpunktspannsystem  Vero-S  NSE  mini  für eine  hohe  Leistungsdichte. Bei  einem  Moduldurchmesser  von  90 mm  und  einem  Spannbolzendurchmesser von nur 20 mm erzielt  diese  Version  mit  der standardmäßig  integrierten „Turbofunktion“  Einzugskräfte bis 1500 N.
Heinz-Dieter Schunk GmbH & Co. Spanntechnik KG, Lothringer Str. 23, 88512 Mengen, Tel. 07572 / 7614-1055, E-Mail: spann-systeme@de.schunk.com, Internet: www.schunk.com, intec+Z: Halle 2, Stand F24/G23

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