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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Hochleistung bei Fräsmaschinen und Fräswerkzeugen

Beim Fräsen sind Maschine und Werkzeuge entscheidende Bestandteile des Zerspanungsprozesses. Optimale Ergebnisse sind nur zu erreichen, wenn beide zu Spitzenleistungen fähig sind. Vor allem bei Hochleistungsanwendungen erreichen Werkzeuge „von der Stange“ jedoch oft nicht die erforderlichen Zerspanungswerte. Hier empfiehlt sich die Verwendung von präzise auf den Einsatzfall hin maßgeschneiderten Lösungen. Wenn zwei leistungsfähige Hersteller auf der Maschinen- sowie Werkzeugseite partnerschaftlich zusammenarbeiten, ergibt sich für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation.


Mit unseren mittel- bis großformatigen, mit Wendeschneidplatten (WSP) bestückten Fräswerkzeugen sind wir für die Schwerzerspanung prädestiniert“, erläutert Ralf Unzeitig, Mitarbeiter Technische Kundenberatung und Vertrieb bei Avantec Zerspantechnik in Illingen. Da das Produktionsprogramm sowohl die WSP als auch die entsprechenden Trägerkörper im Durchmesserbereich von 16 mm bis über 700 mm umfasst, lassen sich die jeweiligen Eigenschaften präzise aufeinander abstimmen und so optimale Ergebnisse erzielen.

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Bild 1.
Planfräser „HE 60“ mit elf Wendeschneidplatten (WSP) mit der für den Werkzeuganbieter typischen hochpositiven Schneidengeometrie und Einbaulage.

Bei der Bearbeitung wird auf hochpositive Schneidengeometrien und Einbaulagen gesetzt, Bild 1. Für die WSP werden spezielle Mikroschliffe sowie Nano- und Multilayerbeschichtungen entwickelt, wobei insbesondere die Bearbeitung von Großserien im Blick ist. Bei den Fräskörpern umfasst das Fertigungsprogramm unter anderem Walzenstirnfräser, Planfräser, Scheibenfräser sowie Eck- und Schaftfräser. Darüber hinaus werden, je nach Kundenbedarf, individuell optimierte Konfigurationen und Bauformen entwickelt. Zum Kundenkreis zählen praktisch alle Hightech-Branchen wie Automobil-, Maschinen- und Schwermaschinenbau, Energietechnik und Schiffbau sowie die Luft- und Raumfahrt.

Hoher Beratungs- und Testbedarf

„Unsere Kunden sind mit den von uns maßgeschneiderten Lösungen so zufrieden, dass deren Anteil am Umsatz inzwischen gut 40 % erreicht“, setzt Unzeitig hinzu. Dies erhöht wiederum den Bedarf an entsprechender Schulung der Anwender und natürlich auch den von Avantec zu treibenden Entwicklungsaufwand. Zu diesem gehören Praxistests unter Bedingungen und an Materialien, die den vorgesehenen Einsatz möglichst realistisch abbilden sollen.
Da das bisher hierfür eingesetzte Bearbeitungszentrum nicht mehr ausreichte, wurde Ende 2014 entschieden, eine für beide Aufgabenstellungen gleichermaßen geeignete großformatige und für robusten Einsatz in der Schwerzerspanung taugliche Fräsmaschine zu beschaffen. Zu den Anforderungen gehörten unter anderem auch großformatige Fenster, um den bis zu 20 Lehrgangsteilnehmern eine möglichst ungehinderte Sicht auf den Arbeitsraum zu ermöglichen. Weiteres Kriterium war die Anpassung des Systems an die beengten räumlichen Verhältnisse, vor allem mit Blick auf die begrenzte Deckenhöhe. Mit diesem Lastenheft wurde eine Reihe führender Hersteller angesprochen.

Flexibilität als Geschäftsprinzip

Für MTE in Montabaur gehört Flexibilität bezüglich solcher Kundenwünsche zu den Kernelementen der Geschäftsphilosophie. Der Mittelständler ist darauf „geeicht“, derartige Fragestellungen partnerschaftlich mit den oft ebenfalls mittelständischen Kunden durchzusprechen und gemeinsam geeignete Lösungen zu finden. Deshalb wird schon bei der konstruktiven Auslegung der Anlagen und ihrer Ausstattungsvarianten Wert auf hohe Modularität gelegt.
Dies setzt sich beispielsweise auch mit Blick auf die Maschinenverkleidung fort: Hier ist der Anbieter imstande, bei beengten räumlichen Verhältnissen entsprechende Sonderlösungen zu erstellen. Auf der anderen Seite entsprechen auch die Leistungsdaten der Anlagen den von Avantec geforderten Vorgaben.

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Bild 2.
Die bei Avantec installierte MTE-Bettfräsmaschine kommt vor allem für Schulungszwecke sowie Bearbeitungsversuche zum Einsatz.

Nach genauer Prüfung entschied sich Avantec für die Beschaffung einer MTE-Bettfräsmaschine mit Flachführungen, Modell „BF-2200“, mit Heidenhain-Steuerung, Bild 2. Die 36 -kW-Spindel hat eine SK 50-Schnittstelle und verfügt über ein erhöhtes Drehmoment von 1720 Nm, um bei Demonstrationen „richtig Dampf zu machen“. So kann den Kunden gezeigt werden, was die Werkzeuge alles bewältigen. Die Verfahrwege betragen 2000 mm (X), 1000 mm (Y) und 1000 (Z). Aufgrund der begrenzten Höhe wurde auf ein Kettenmagazin verzichtet und stattdessen ein Revolvermagazin mit 24 Werkzeugplätzen vorgesehen. Auch die Verkleidung wurde nach den Wünschen des Kunden maßgefertigt.

Robuste, zuverlässige Konstruktion

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Bild 3.
Eine Auswahl von Fräswerkzeugen, mit denen die „BF-2200“ bestückt werden kann. In der zweiten Position oben links ist ein „Igel“ zu sehen, ein Walzenstirnfräser in Multiring-Ausführung.

„Nach inzwischen über einem Jahr Erfahrung können wir feststellen, dass wir mit MTE nicht nur einen Lieferanten, sondern auch einen Partner gefunden haben, der zu uns passt“, freut sich Unzeitig. Natürlich habe er sich schon vor der Entscheidung bei Kollegen aus anderen Firmen bezüglich deren Erfahrungen kundig gemacht.
Inzwischen hat sich die Richtigkeit der Entscheidung bestätigt. MTE hat flexibel und hochgradig kundenorientiert gearbeitet – beispielsweise, als zur Termineinhaltung auch der eigentlich geplante Werksurlaub für Teile der Belegschaft gestrichen werden musste. Die gelieferte Technik ist mit großen Reserven ausgelegt, hoch zuverlässig und verträgt selbst gelegentliche Überbelastungen klaglos. Dies gilt auch für Lager und Führungen sowie Sensorik und Elektronik. Dabei wird auf deutsche Markenqualität gesetzt und selbst bei der festen Verkabelung schleppfähiges Material verwendet.

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Autoren

 Klaus Vollrath

Freier Fachjournalist, CH-Aarwangen, www.b2dcomm.ch

Avantec Zerspantechnik

Die 1989 von Gustav Wertheim gegründete Avantec Zerspantechnik ist ein von der Inhaberfamilie geführter Spezialist für mittel- bis großformatige  Fräswerkzeuge  mit  knapp 100  Mitarbeitern  und  Niederlassungen  auf vier Kontinenten. Hergestellt werden sowohl WSP  als  auch  die  entsprechenden  Werkzeugträger. Dabei liegt die Konzentration auf hohen Zerspanvolumina bei guter Werkzeuglebensdauer und Werkstückqualität.
Avantec Zerspantechnik GmbH,  Wilhelmstr. 123, 75428 Illingen, Tel. 07042 / 8222-0, Fax -33, E-Mail: info@avantec.de, Internet: www.avantec.de

MTE Deutschland

MTE ist ein inhabergeführter mittelständischer Hersteller großformatiger Bett- und Fahrständerfräsmaschinen und beschäftigt etwa 70 Mitarbeitern in Spanien  sowie  in  Deutschland.  Bisher  wurden  weltweit  rund  1200  Maschinen ausgeliefert,  davon  circa  500  in  Deutschland.  Bei  Fahrständermaschinen reichen  die  Arbeitsraumdimensionen  je  nach  Modell  in  X-Richtung  von 4000 mm bis 26 000 mm und in Y-Richtung von 1500 mm bis 4500 mm, in Z-Richtung werden 1000 mm bis 1800 mm erreicht. Die Spindelleistungen reichen  von  32 kW/1500 Nm  bis  zu  55 kW/1970 Nm.  Die  wechselbaren Fräsköpfe  sind  zur  Gewährleistung   einer  hohen  Lebensdauer  aus  Stahlguss GS 60 und verfügen über ein 3-Gang-Getriebe sowie gehärtete Buchsen.
MTE Deutschland GmbH, Auf der Birke 13, 56412 Montabaur-Heiligenroth, Tel. 02602 / 999-650,Fax -6510, E-Mail: info@mte-deutschland.de, Internet: www.mte-deutschland.de, intec+Z: Halle 5, Stand B26/C25

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