Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 09-2015 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 1

Präziser Schleifen mit grafischer Steuerung

Präzisionswerkzeugmaschinen in der Fertigungsindustrie werden immer schneller und präziser. Gleichzeitig werden aber auch die Technologien komplexer, beispielsweise in der Luft-, Raum- und Schifffahrt oder der Automobilindustrie. Trotzdem muss die Bedienung einfach bleiben. Der Werkzeugmaschinenbauer Mikromat setzt dafür bei seinen Gewindeschleifmaschinen auf Steuerungen von Schleicher Electronic Berlin.


Bild 1.  Die Rotationsform- und Gewindeschleifmaschinen der „G“-Reihe lassen sich rationell für die Bearbeitung vom Intensiv- bis zum Finishschleifen verschiedener Werkstückgeometrien einsetzen.

Bild 1.
Die Rotationsform- und Gewindeschleifmaschinen der „G“-Reihe lassen sich rationell für die Bearbeitung vom Intensiv- bis zum Finishschleifen verschiedener Werkstückgeometrien einsetzen.

In der Präzisionsfertigung haben längst CNC-Maschinen die handbedienten Werkzeugmaschinen abgelöst. CNC-Maschinen lassen sich erheblich präziser einstellen und kontrollieren. Die klassische Programmierung via G-Code ist aber aufwendig und umständlich: Jeder Programmschritt muss einzeln per Hand in die Eingabemaske des Bediengeräts eingegeben werden. Schnell kommen bis zu 1000 Zeilen handgetippter Befehle zusammen. Zudem ist das klassische CNC-Bedienfeld unübersichtlich, da es sich aus unzähligen Tasten mit unterschiedlichen Buchstaben, Ziffern, Zeichen und Symbolen zusammensetzt.
Mikromat, Dresden – Werkzeugmaschinenbauer mit 150jähriger Tradition – hat seine Gewindeschleifmaschinen vor nunmehr 26 Jahren umgerüstet. Die Handhabung der Benutzungsoberfläche war dabei ein entscheidendes Kriterium. „Für unsere Kunden ist eine einfache Bedienung wichtig, damit ein reibungsloser Ablauf, aber auch ein hochpräzises Ergebnis gewährleistet ist“, erklärt Gerd Schäfer, Verkaufsleiter und zuständig für Anwendungstechnik Gewindeschleifen.

Generationenwechsel war nötig

Bis 2009 setzte Mikromat wie andere Branchengrößen auch bei den Schleifmaschinen der „G“-Reihe, Bild 1, noch auf ein DOS-basiertes System, weil es ein bewährtes Betriebssystem war. Langfristig bot dieses jedoch keinen zukunftssicheren Einsatz – es war veraltet und auf heutigen Rechnersystemen nicht mehr lauffähig. „Wir sind deshalb auf ein Windows-basiertes System umgestiegen“, so Gerd Schäfer. „Nur mit diesem können die heute üblichen Standards der grafischen Benutzungsoberfläche realisiert werden.“
Durch den Generationenwechsel des Systems musste Mikromat aber auch eine neue und zuverlässige Steuerung finden. Denn Schleifmaschinen müssen besonders hohe Standards bezüglich Maßhaltigkeit und Komplexität erfüllen. Um bei der Fertigung das festgelegte Nennmaß und die geforderte Genauigkeit einhalten zu können sowie fehlerhafte Schleifprozesse zu verhindern, ist eine übersichtliche und leicht verständliche Steuerungsbedienung wichtig. Um die Einarbeitung auch ungeübter Nutzer schnell und unkompliziert zu gewährleisten, legte Mikromat Wert auf eine Steuerung, deren Bedienoberfläche über Eingabe in eine Zeichnungsvorlage arbeitet. Darüber sollten möglichst viele „Tools“ geschaffen werden, die für den Anwender verständlich und einfach zu bedienen sind.
Ein weiteres wichtiges Kriterium war die Umsetzung in einem offenen System. „Wir haben Kunden aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen Anforderungen“, ergänzt Schäfer. „Mit einem offenen System können wir die Steuerung individuell nach den Vorstellungen unserer Kunden programmieren.“

Mitsprachemöglichkeit bei der Konfiguration

ZB Schleicher MIKROMAT Aufmacher Bild 1 BU

Bild 2.
Bei der Steuerung „XCA 1277“ lassen sich alle Schleif- und Abrichtdaten ohne Programmierkenntnisse leicht in die Bildschirmmasken eingeben.

Mit diesen Anforderungen an das neue Steuerungssystem begann die Suche nach einem entsprechend leistungsfähigen Lieferanten. Die Wahl fiel auf den Steuerungshersteller Schleicher Electronic. Ein ausschlaggebendes Kriterium, dass die Entscheidung für die Berliner und gegen große, namhafte Mitbewerber fiel, war das offene System, das mit der Steuerung „XCA 1277“ möglich ist, Bild 2. Dieses lässt Mikromat enorme Gestaltungsfreiheiten: Die Bedienungsoberfläche kann den Zeichnungen der Technologien beim Endkunden nachempfunden werden. Die Funktionen der Steuerung werden damit passgenau auf dessen Anforderungen zugeschnitten. Eine solche Gestaltungsfreiheit konnte kein anderer Steuerungshersteller für die Gewindeschleifmaschinen bieten.
Darüber hinaus ist die XCA 1277 sehr einfach zu bedienen: Alle Schleif- und Abrichtdaten können ohne jegliche Programmierkenntnisse leicht in die Bildschirmmasken eingegeben werden. Mögliche Sprachbarrieren werden über eine international verständliche Bildsprache ausgehebelt. „Unsere Schleifmaschinen kommen in Russland, China und Europa zum Einsatz, viele Endkunden können aber kein Englisch“, erläutert Schäfer. „Daher arbeiten wir mit Grafiken und so wenig Text wie möglich.“

„Topmodern“ und altbewährt

Ein weiterer Vorteil der Steuerung: Die Programmeingabe ist auch bei laufender Maschine möglich. Dadurch können die Arbeitsabläufe deutlich verkürzt werden. Zudem ist die XCA 1277 eine Hochleistungssteuerung mit enormer Rechenleistung, sodass viele interpolierende Achsen angesteuert werden können. Dank des Ethernet-Anschlusses ist außerdem die werksinterne Eingliederung der Maschine in den technischen Prozess der Betriebe sichergestellt – damit ist das System ein idealer Baustein für Industrie 4.0-Anwendungen.
Auch in der Vorgängerversion der Gewindeschleifmaschine kam bereits eine Schleicher-Steuerung zum Einsatz. „Wir haben in unserer XCA altbewährte Funktionen mit hochmodernen Konfigurations-Anforderungen vereint“, erklärt Schleicher-Geschäftsführer Sven Dübbers. Neu ist allerdings das integrierte „Embedded System“, das die Kommunikation über den PC abwickelt, während die CNC in Echtzeit auf einem getrennten Kern von der PC-Technik läuft. Die daraus entstandenen technologischen Möglichkeiten zusammen mit der offenen Oberflächengestaltung erlauben einen effektiveren und universellen Einsatz der Mikromat-Gewindeschleifmaschinen.
www.mikromat-wzm.de
EMO: Halle 14, Stand M 13

Verwandte Artikel

Werkzeugbau schleift Profile hochgenau, flexibel und wirtschaftlich

Werkzeuge in vollendeter Prozessabstimmung

Schleiftechnik und Automation in Vollendung

Verzerrungsfreies Wälzschleifen präzisiert Zahnflanken

Fließmontagelinie in Betrieb genommen

Leistungsplus beim Schleifen von Hartmetall