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Fachverband Biogas: Viel Potenzial für Biogas im Ökolandbau

Biogas ist ein Multitalent: Dies gilt nicht nur für seine Nutzung – es liefert im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor klimafreundlich Energie – sondern auch für seine Erzeugung. Energiepflanzen, Reststoffe oder Tierdung lassen sich in der Landwirtschaft zu Biogas verarbeitet werden. Manche Betriebe haben sich auf Biogas spezialisiert; für andere ist seine Produktion eine wichtige Ergänzung. Dazu gehören auch Betriebe des ökologischen Landbaus. Da für sie die Kreislaufwirtschaft ein wichtiger Grundsatz ist, kann sich Biogas optimal in ihre Produktionsabläufe einfügen. Landwirte im konventionellen und im Ökolandbau eint heute das Ziel, möglichst ressourcenschonend zu arbeiten. Dazu zählt auch die Nutzung Erneuerbarer Energien. Für die Anforderungen an Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften setze die Biogasproduktion, nach Aussage des Hauptgeschäftsführers des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez, wichtige Impulse. Biogas im Ökolandbau kann auf Gemischtbetrieben ebenso wie auf spezialisierten Bauernhöfen produziert werden. Denn bei weitem nicht alle Biobauern betreiben heute sowohl Ackerbau als auch Tierhaltung. Vielmehr kann zum Beispiel auf viehlosen oder Schweine haltenden Ökobetrieben das zur Düngung und Bodenverbesserung kultivierte Kleegras vom Acker sinnvoll in Biogasanlagen zum Einsatz kommen. Die Biogasanlage übernimmt auf solchen Bauernhöfen die Rolle, die auf klassischen Bauernhöfen die Kühe als Verwerter des Grases spielen. Zudem liefert die Biogasanlage klimafreundliche Energie, durch das von ihr erzeugte Methan, das direkt im Gasnetz oder zur Verstromung genutzt wird. Auf Öko-Milchviehbetrieben kann die Gülle zu Biogas verarbeitet werden. Weil allerdings mehr Mist und weniger Gülle als auf konventionellen Höfen anfällt, besteht hier auf Biohöfen zum Teil ein höherer verfahrenstechnischer Aufwand. Der Ökolandbau ist in der Biogasbranche allerdings unterrepräsentiert: Bundesweit gibt es hier schätzungsweise etwa 180 Biogasanlagen. Damit stehen rund 2 % der Vergärer auf Biohöfen. Der Anteil des Ökolandbaus an der deutschen Landwirtschaft liegt je nach Branche zum Teil deutlich höher. So sind rund 9 % aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland auf Ökolandbau umgestellt. Im Ackerbau ist der Ökoanteil mit rund 4 % unterdurchschnittlich. Im deutschen Ökolandbau besteht, laut einer Studie von Universität Kassel, Ecofys und FiBL, ein theoretisches Biogas-Potenzial für eine installierte elektrische Leistung von 500 MW. Gemindert wird dieses allerdings durch Fragen der Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit. Das derzeit realistisch mobilisierbare Potenzial wird von den Experten daher bei 150 MWel gesehen. Hinzu kommt die Wärmenutzung. Florian Gerlach, einer der Co-Autoren der Studie erklärt, dass das mobilisierbare Potenzial für Biogas im Ökolandbau derzeit bei einer Jahresproduktion von 1,1 Mrd. kWh Strom sowie Mio. kWh Wärme anzusetzen sei. Allein mit dem so produzierten Strom ließen sich knapp 320 000 Familien-Haushalte versorgen. Für die Studie wurden nur Einsatzstoffe berücksichtigt, für die keine oder nur geringe Nahrungs- und Futtermittelkonkurrenzen angenommen werden. So setzt sich das geschätzte Gesamtpotenzial zu knapp zwei Dritteln aus pflanzlichen Reststoffen aus der Landwirtschaft zusammen. Durch die Nutzung von Biogas lasse sich die Klimabilanz der Landwirtschaft deutlich verbessern, betont Hauptgeschäftsführer da Costa Gomez. Die Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft werden für das Jahr 2016 von der Bundesregierung mit 67 Mio. t angegeben, was etwa 7,5 % des deutschen Gesamtaufkommens entspricht. Der gesamte Energieverbrauch für Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei wird vom Statistischen Bundesamt auf 56,7 Mrd. kWh/a beziffert – das sind vor allem fossile Energieträger, die unter anderem in Traktoren, Häckslern, Mähdreschern oder für Ställe genutzt werden. Jedoch spielen auf vielen Höfen die Erneuerbaren Energien eine nicht zu unterschätzende Rolle. Neben Biogas ist hier unter anderem der Eigenverbrauch von Solarstrom auf den Höfen zu nennen. Allein durch die Nutzung von Biogas wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 19 Mio. t an Kohlendioxidausstoß vermieden.  www.biogas.org 

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